Das Software- und Technologieberatungsunternehmen Tieto hat am 10. September den IT-Wirtschaftspreis „eAward 2026“ in der Kategorie „Zukunftstechnologien“ gewonnen. Ausgezeichnet wurde die gemeinsam mit der Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK) entwickelte Initiative „BauID: Identitätsmanagement für das Baugewerbe“ — ein System, das Lohndumping und Sozialbetrug in der österreichischen Baubranche bekämpft. Der Preis wird vom Report Verlag vergeben.
Echtzeit-Kontrolle auf der Baustelle
Die BauID funktioniert als branchenweites Identitätsmanagement-System: Jede beschäftigte Person erhält eine fälschungssichere BauID-Karte, die auf der Baustelle gescannt wird und in Echtzeit anzeigt, ob die Beschäftigung korrekt gemeldet ist. Das System zielt darauf ab, korrekt angemeldete und versicherte Arbeitnehmer:innen zu schützen sowie faire Wettbewerbsbedingungen durchzusetzen. Die Jury des eAward hob in ihrer Begründung hervor, dass die BauID „für Beschäftigte unfassbar wichtig“ sei und „für faire Wettbewerbsbedingungen in der Branche“ sorge.
Gesetzliche Verankerung
Im Juli 2026 beschloss der Nationalrat einstimmig die gesetzliche Neustrukturierung der BauID. Über eine Novelle des Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungsgesetzes (BUAG) ist das System seither als zentrales Instrument im Kampf gegen Lohn- und Sozialdumping gesetzlich verankert. Die legislative Absicherung verleiht der Initiative über den Pilotbetrieb hinaus verbindlichen Charakter für die gesamte Branche.
80 Jahre altes Problem
Der Hintergrund reicht bis 1946 zurück: Damals gründete der Gesetzgeber die BUAK, um Bauarbeiter zu schützen, die durch saisonale Arbeit, ständige Baustellenwechsel und wechselnde Arbeitgeber wiederholt Ansprüche verloren hatten. Achtzig Jahre später ist die Ausgangslage strukturell dieselbe, jedoch erheblich komplexer — viele Unternehmen auf einer Baustelle, internationale Teams, dichte Vorschriften und hoher Kontrollaufwand. Die BauID liefert darauf eine zeitgemäße digitale Antwort.
Dritter eAward für Tieto
Für Tieto ist der eAward 2026 bereits die dritte Trophäe dieser Art. Das Unternehmen wurde zuvor 2022 und 2023 für Projekte in den Bereichen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz prämiert.
„Das spornt uns an, vor allem jene Digitalisierung in Österreich voranzutreiben, die einen nachhaltigen Mehrwert bringt – im Falle der BauID mehr Fairness und Transparenz auf der Baustelle und weniger Sozialbetrug und Lohndumping.“—Robert Kaup, Geschäftsführer von Tieto Austria und Head of Tieto Tech Consulting Central Europe
Mit der gesetzlichen Verankerung im BUAG und der Auszeichnung durch den eAward 2026 etabliert sich die BauID als regulatorisch abgesichertes Kontrollinstrument für die österreichische Baubranche. Für Marktteilnehmer — von Generalunternehmern bis zu Subunternehmen mit internationalen Teams — entsteht damit ein einheitlicher, digital durchsetzbarer Rahmen für die Beschäftigungsmeldung auf Baustellen.