Die AVORIS GmbH setzt die bereits eingeleitete Restrukturierung der Unternehmensgruppe mit der Beantragung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung fort. Die Verbindlichkeiten und Haftungen der Gesellschaft belaufen sich auf rund 13 Millionen Euro.
Das Sanierungsverfahren ist das Ergebnis der anhaltenden Krise am österreichischen Immobilienmarkt. Massive Zinserhöhungen, stark gestiegene Baukosten, deutlich restriktivere Finanzierungsbedingungen der Banken, ein weitgehender Stillstand am Transaktionsmarkt sowie erhebliche Bewertungsabschläge bei Immobilien haben die gesamte Immobilienentwicklungsbranche in den vergangenen Jahren massiv belastet. Die Folge waren erhebliche Liquiditätsengpässe und verzögerte Projektentwicklungen, die sich auf die gesamte Unternehmensgruppe auswirkten.
Die AVORIS GmbH fungiert als Holding verschiedener Immobilienprojektgesellschaften. Als Holding ist sie wesentlich von den Erträgen und Liquiditätsrückflüssen ihrer Projektgesellschaften abhängig. Aufgrund der anhaltenden Immobilienkrise blieben Verkaufserlöse vielfach aus. Dort, wo Einnahmen erzielt werden konnten, wurden diese überwiegend zur Bedienung der laufenden Projektfinanzierungen verwendet. Für die Holdinggesellschaft standen dadurch sehr eingeschränkte liquide Mittel zur Verfügung.
Um die Liquidität zu sichern und auf die veränderten Marktbedingungen zu reagieren, hat die Unternehmensgruppe bereits frühzeitig umfassende Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet. Dazu zählten ein deutlicher Personalabbau, Kosteneinsparungen sowie der Verkauf von Bestandsimmobilien und Beteiligungen. Auf Gesellschafterebene wurden zusätzliche Mittel bereitgestellt und persönliche Haftungen übernommen. Gleichzeitig wurden neue Partnerschaftsmodelle mit Baufirmen und Konsulenten entwickelt sowie alternative Verwertungs- und Umsetzungsmöglichkeiten geprüft, um Projekte wirtschaftlich weiterführen zu können.
Im weiteren Restrukturierungsprozess wurden sämtliche Projektgesellschaften einer umfassenden Prüfung unterzogen und individuelle Fortführungsszenarien erarbeitet. Dabei zeigte sich, dass die wirtschaftliche Fortführung einzelner Projektgesellschaften aufgrund der außergewöhnlichen Marktverwerfungen nicht mehr nachhaltig darstellbar ist. Für diese Gesellschaften werden Sanierungs- bzw. Konkursverfahren eingeleitet.
Gleichzeitig steht im Vordergrund, möglichst viele Projekte erfolgreich fortzuführen und wirtschaftlich tragfähige Lösungen für die übrigen Gesellschaften zu schaffen. Dieses Ziel konnte bereits bei mehreren wesentlichen Projekten erreicht werden: Sie wurden in den vergangenen Monaten erfolgreich fertiggestellt, in Bau gebracht, refinanziert oder wirtschaftlich stabilisiert. Für mehrere weitere Vorhaben konnte die erforderliche Baugenehmigung erwirkt und damit eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung geschaffen werden. Die laufenden Projekte werden planmäßig fortgeführt; die operative Weiterführung ist organisatorisch und personell sichergestellt.
Ziel ist es, die Unternehmensgruppe langfristig zu stabilisieren und im Rahmen des Sanierungsverfahrens eine bestmögliche Befriedigung der Gläubiger zu erreichen. Der bereits eingeleitete Restrukturierungskurs wird konsequent fortgesetzt, um die Voraussetzungen für eine nachhaltig stabile und wirtschaftlich tragfähige Zukunft zu schaffen.
"Wir bedauern diesen Schritt außerordentlich – insbesondere gegenüber unseren Investoren, Gläubigern sowie allen Geschäftspartnern. Viele von ihnen haben uns über Jahre begleitet und unterstützt. In den vergangenen Jahren haben wir alles unternommen, um die Auswirkungen der außergewöhnlich schwierigen Marktbedingungen abzufedern. Unser Fokus liegt nun darauf, den eingeleiteten Restrukturierungsprozess konsequent abzuschließen, unsere laufenden Projekte planmäßig weiterzuführen und eine langfristig stabile Grundlage für die Zukunft der Unternehmensgruppe zu schaffen.“—Dominik Peherstorfer, Geschäftsführer der AVORIS GmbH