Baumit hält Umsatz stabil und setzt 2026 auf Sanierung, Recycling und Markenrelaunch

Baumit hält 2025 den Umsatz, investiert stark und fordert Tempo bei Sanierung und effizientem Bauen.
Ferdinand Neubauer
Ferdinand Neubauer
v.l.n.r.: Rudolf Ofenschiessl, Verkaufsleitung Baumit GmbH; Georg Bursik, Geschäftsleitung Baumit GmbH; Roman Stickler, Marketingleitung Baumit Group
v.l.n.r.: Rudolf Ofenschiessl, Verkaufsleitung Baumit GmbH; Georg Bursik, Geschäftsleitung Baumit GmbH; Roman Stickler, Marketingleitung Baumit Group
© Baumit/APA-Fotoservice/Krisztian Juhasz

Trotz anhaltend schwieriger Rahmenbedingungen in der Bauwirtschaft hat Baumit das Geschäftsjahr 2025 stabil abgeschlossen. Der Umsatz in Österreich lag mit 290 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Gleichzeitig investierte das Unternehmen 24 Millionen Euro in Standorte, Anlagen und Energieeffizienz – rund 30 Prozent mehr als im Jahr davor.

„2025 war für die gesamte Bauwirtschaft ein hartes Jahr. Umso wichtiger war es, konsequent Kurs zu halten“, sagt Georg Bursik. Entscheidend seien Effizienz, Automatisierung und langfristige Zukunftsthemen gewesen. Einen wesentlichen Beitrag habe auch das Engagement der Belegschaft geleistet.

Getragen wurde der Absatz vor allem vom Sanierungsbereich. Besonders Wärmedämmverbundsysteme (WDVS), KlebeAnker-Lösungen und praxisnahe Schulungen sorgten für Impulse in einem insgesamt schwachen Markt. Auch der Spezialtiefbau entwickelte sich besser als erwartet und stabilisierte den Gesamtumsatz.

Im Bereich Nachhaltigkeit meldet Baumit messbare Fortschritte. Der Energieverbrauch in der Produktion wurde weiter gesenkt, Recyclingmaterialien verstärkt eingesetzt und alternative Brennstoffe ausgebaut. Im Zementwerk ist inzwischen ein Betrieb mit 100 Prozent Ersatzbrennstoffen über längere Zeiträume möglich.

2026 rückt das Thema Kreislaufwirtschaft stärker in den Fokus. Mit dem Rücknahme- und Recyclingkonzept „Recyceln statt kübeln“ sollen restentleerte Kübel gesammelt und dem Recycling zugeführt werden. Parallel dazu wird in Österreich erstmals WDVS-Recycling im industriellen Maßstab umgesetzt. Recyceltes Polystyrol verursacht laut Baumit rund 80 Prozent weniger CO₂ als Primärmaterial.

Einen weiteren Schwerpunkt sieht das Unternehmen in der thermischen Sanierung. Ungedämmte Fassaden verursachen laut einer Baumit-Berechnung jährliche Energieverluste von mehr als 9,6 Terawattstunden – das entspricht einem Einsparpotenzial von rund 1,25 Milliarden Euro. „Der Gebäudebestand altert unsaniert. Das ist eine toxische Kombination“, warnt Bursik.

Baumit verweist auf volkswirtschaftliche Analysen, wonach Investitionen in Fassadensanierung eine hohe Hebelwirkung haben. „Thermische Sanierung ist nicht nur Klimaschutz, sondern ein wirksamer Konjunkturhebel“, so Bursik.

Parallel dazu startet Baumit 2026 einen umfassenden Markenrelaunch. Der neue Auftritt soll Klarheit, Konsistenz und Partnerschaft betonen. „Der Relaunch ist mehr als ein Design-Update“, sagt Roman Stickler. „Er soll die Marke langfristig stärken.“

An die Politik richtet Baumit die Forderung nach einfacheren Bauordnungen und klaren Rahmenbedingungen. Öffentliche Sanierungen könnten Kosten senken, Beschäftigung sichern und Klimaziele unterstützen. „Effizientes und leistbares Bauen ist möglich – wir dürfen nur nicht weiter warten“, so Bursik.