BDO Immo Investment Barometer

Bernd Winter: "Immobilieninvestments werden weiterhin als attraktive Anlageform wahrgenommen"
Michael Neubauer
Michael Neubauer
Mag. Bernd Winter
Mag. Bernd Winter
© Martina Draper

Besonders die Möglichkeit von Wertsteigerungen und die Stabilität als Einkommensquelle überzeugen. Demgegenüber stehen Herausforderungen wie hohe Anfangsinvestitionen und der Verwaltungsaufwand. Die Ergebnisse der Umfrage verdeutlichen, dass die Abwägung von Vor- und Nachteilen je nach Generation unterschiedlich ausfällt.

Anhaltend gutes Image von Betongold: Knapp die Hälfte der Befragten sieht in der Möglichkeit, dass Immobilien stark im Wert steigen können, einen der größten Vorteile. Insgesamt überzeugt die Assetklasse Immobilien durch Sicherheit, die sie u.a. interessant für die Altersvorsorge macht.

Was gegen Investments in Immobilien spricht: Mögliche Probleme mit Mieter:innen, um die es sich zu kümmern gilt, sowie die hohen Anschaffungskosten werden als nachteilig wahrgenommen.

Generationengefälle: Die höchste Bereitschaft, in Immobilien zu investieren, herrscht bei der Generation Z, die geringste bei den Babyboomern.

Die Stärken von Immobilien als Anlageform

Immobilieninvestments punkten nach Ansicht der Befragten vor allem durch ihr Potenzial zur Wertsteigerung (46,5%) und ihre Funktion als stabile Einkommensquelle (40,5%). Als weiterer Pluspunkt wird der Inflationsschutz genannt (28,9%), da steigende Preise oft mit höheren Einnahmen einhergehen. Außerdem wird Immobilien eine geringere Schwankungsanfälligkeit im Vergleich zu Wertpapieren zugesprochen (27,7%).

„Immobilien bieten Anlegern eine greifbare und langfristig orientierte Möglichkeit, Vermögen aufzubauen – gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten ein wichtiger Faktor. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Immobilieninvestments noch immer als eine der Königsklassen in Sachen Geldanlage wahrgenommen werden.“
—Bernd Winter, Partner und Head of Real Estate bei BDO

Dem entsprechen auch die Hauptmotivationen für den Immobilienkauf: Ein Fünftel der Befragten verspricht sich davon einen finanziell abgesicherten Ruhestand, weitere 18,9% möchten damit ihre Familie absichern.

Herausforderungen und Risiken

Trotz der genannten Vorteile sehen viele der Befragten auch Nachteile: Die Verantwortung bei Problemen mit Mieter:innen (46,7%) und die hohen Anfangsinvestitionen (42,4%) werden als größte Hürden genannt. Auch der Aufwand für Verwaltung und Instandhaltung (37,6%) sowie die eingeschränkte Verfügbarkeit des gebundenen Kapitals (31,6%) stellen Hindernisse dar, die gegen ein Investment in Bausubstanz sprechen. Hohe Nebenkosten wie Steuern und Abgaben (31,3%) sind ebenfalls ein relevantes Thema.

Zielgruppen und Präferenzen

Die grundsätzliche Wahrnehmung von Immobilien als attraktiver Anlageform variiert stark zwischen den Generationen. Während Generation Z vor allem die Vorteile im Blick hat (51,5%), sind Babyboomer zurückhaltender (36%). Dementsprechend ist knapp die Hälfte der Befragten aus der Generation Z bereit, in Immobilien zu investieren (47,7%), aber nur 32,7% der Babyboomer.

„Nicht vergessen werden darf jedoch, dass in der letztgenannten Generation womöglich bereits Immobilienbesitz vorhanden ist, wodurch die Bereitschaft zu weiteren Investments in diese Assetklasse natürlich sinkt“, gibt der Immobilienspezialist zu bedenken. Denn besonders in der Familiengründungsphase (30–45 Jahre), die die Babyboomer bereits durchlaufen haben, wird der Immobilienerwerb als sinnvoll erachtet (42,7%). Dies unterstreicht die Bedeutung einer zielgruppenspezifischen Ansprache und Beratung.

Stabilität als wichtigster Faktor

Die Umfrageergebnisse verdeutlichen, dass Immobilieninvestments trotz der genannten Herausforderungen eine wichtige Rolle in der Vermögensplanung spielen. Sie gelten als besonders sympathisches, nachhaltiges, ertragreiches und wenig riskantes Investment. Die Abwägung von Chancen und Risiken bleibt jedoch entscheidend.

Betrachtet man alle abgefragten Assetklassen im Vergleich, wären etwas mehr als die Hälfte der Befragten bereit, in Gold und Edelmetalle zu investieren (54,2%). 40,3% würden ihr Kapital für selbst genutzten oder vermieteten Wohnraum (40,3%) ausgeben. Diese Verteilung dürfte jedoch vor allem den hohen Anschaffungskosten geschuldet sein. Denn bei einer hypothetischen Anlagesumme von EUR 1 Mio. würden die Befragten deutlich mehr Mittel in Immobilien investieren als in andere Veranlagungsformen.

 „Die Präferenz zu als sicher geltenden Assetklassen, die wir tagtäglich am Markt beobachten, hat sich auch in unserer Umfrage bestätigt. Wer heute in Immobilien investiert, setzt auf Stabilität, langfristige Rendite und eine solide Absicherung im Alter. Mit klarer Strategie sowie sorgfältiger Planung und Abwägung lassen sich die Potenziale voll ausschöpfen.“
—Bernd Winter