Wachstumstreiber waren der Infrastrukturbau in den Bereichen Mobilität, Energie und Wasser sowie der High-Tech-Industriebau. Herausfordernd wirkten der späte Haushaltsbeschluss in Deutschland und fehlende kommunale Mittel in Österreich. Auf Konzernebene konnte STRABAG diese Entwicklungen erneut mehr als ausgleichen und unterstreicht damit die Widerstandsfähigkeit ihres integrierten Geschäftsmodells.
"Wir haben im Jahr 2025 konsequent an der Umsetzung unserer Strategie 2030 gearbeitet. Mit dem Markteintritt in Australien, dem Ausbau unseres Wasserinfrastrukturgeschäfts sowie Lösungen für leistbares Wohnen ist es uns gelungen, entscheidende Schritte zu setzen. Gleichzeitig haben wir ein operativ starkes Ergebnis erwirtschaftet. Strategiekonformes Wachstum und weitere Fortschritte in der Profitabilität führten dazu, dass wir bei Leistung, Auftragsbestand und EBIT-Marge neue Höchstwerte erreicht haben."—Stefan Kratochwill - Vorstandsvorsitzender der STRABAG SE
Leistung, Umsatz und Auftragsbestand
Der STRABAG SE‑Konzern steigerte die Leistung im Geschäftsjahr 2025 um 6 % auf € 20.423,95 Mio. und erzielte in allen operativen Segmenten Zuwächse. Der konsolidierte Konzernumsatz erhöhte sich um 7 % auf € 18.714,28 Mio. Zum Umsatz trugen die operativen Segmente Nord + West 40 %, Süd + Ost 39 % sowie International + Sondersparten 21 % bei. Im Jahresverlauf 2025 überschritt der Auftragsbestand der STRABAG SE erstmals die 30‑Milliarden‑Euro‑Marke und lag zum Jahresende bei € 31.374,55 Mio., was einem Plus von € 6,0 Mrd. bzw. 24 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Auftragsbestand konnte vor allem entlang der strategischen Wachstumsmärkte Mobilitäts‑, Energie‑ und Wasserinfrastruktur sowie High‑Tech‑Bauten ausgebaut werden.
Ertragslage
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich im Jahr 2025 um 15 % auf € 1.882,82 Mio. Die EBITDA-Marge stieg im Jahresvergleich von 9,4 % auf 10,1 % an und erreichte damit erstmals ein zweistelliges Niveau. Im Einklang mit den Investitionen im Rahmen der Strategie 2030 und der gestiegenen Asset-Basis nahmen die Abschreibungen erwartungsgemäß um 9 % auf € 635,59 Mio. zu.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um 17 % auf € 1.247,23 Mio. deutlich an; die EBIT-Marge erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 6,1 % auf hohe 6,7 %. Maßgeblich für die höher als erwartete EBIT-Marge waren unter anderem positive Effekte aus Großprojekten in Deutschland und im internationalen Geschäft, insbesondere im Infrastrukturbereich. Unterstützend wirkten zudem milde Witterungsverhältnisse in Deutschland, die gegen Jahresende zu einer höheren Kapazitätsauslastung führten.
Das Zinsergebnis lag in der Berichtsperiode bei soliden € 40,97 Mio. und damit unter dem Vorjahreswert von € 75,42 Mio. Maßgeblich für diese Entwicklung waren einerseits niedrigere Einlagenzinsen und andererseits drehte das im Zinsergebnis enthaltene Kursergebnis mit € -10,79 Mio. stärker ins Negative (2024: € -0,4 Mio.).
Die Ertragsteuerquote erhöhte sich ausgehend von einem niedrigen Niveau leicht auf 28,5 %. Das Ergebnis nach Steuern lag mit € 920,96 Mio. um 11 % über dem Vergleichswert des Vorjahres.Auf Minderheitsgesellschafter entfiel ein Anteil am Ergebnis von € 4,68 Mio., nach € 5,33 Mio. im Vorjahr. Das Konzernergebnis nahm im Jahresvergleich um 11 % auf € 916,28 Mio. zu und erreichte seinen bisher höchsten Wert. Das Ergebnis je Aktie belief sich 2025 auf € 7,94, gegenüber € 7,35 im Jahr 2024.
Vermögens- und Finanzlage
Die Bilanzsumme der STRABAG SE stieg im Jahresvergleich um 8 % auf € 15.845,94 Mio. an. Auf der Aktivseite der Bilanz ist die Zunahme unter anderem auf höhere liquide Mittel, Sachanlagen und Vorräte zurückzuführen. Infolge von Unternehmensakquisitionen im Einklang mit der Strategie 2030 zeigten auch die Firmenwerte eine Erhöhung. Die Position Investment Property stieg durch den Aufbau des Portfolios von STRABAG Hold Estate – die langfristige, strategische Bestandshaltung von Immobilien – erwartungsgemäß an.Das Eigenkapital lag per Jahresende 2025 bei € 5.684,02 Mio.; dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 35,9 %. Nicht zuletzt aufgrund des höher als erwarteten Ergebnisses konnte die Eigenkapitalquote im Jahresvergleich deutlich zulegen und rangiert weiterhin komfortabel über der Mindestquote des Konzerns von 25 %. Die STRABAG SE weist zum 31.12.2025 erneut eine Netto-Cash-Position aus, die aufgrund höherer liquider Mittel auf € 3.518,26 Mio. erneut deutlich zulegen konnte.
Der Cashflow aus der Geschäftstätigkeit erhöhte sich in der Berichtsperiode auf € 1.802,66 Mio., nach € 1.387,21 Mio. im Vorjahr. Diese Entwicklung ist einerseits auf einen höheren Cashflow aus dem Ergebnis und andererseits auf einen unerwarteten Working Capital-Abbau zurückzuführen. Die Anzahlungen zeigen sich im Jahresvergleich stabil.
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit stellte sich aufgrund höherer Investitionen im Einklang mit der Strategie 2030 mit € -813,35 Mio. (2024: € -749,54 Mio.) etwas negativer dar, blieb jedoch aufgrund von zeitlichen Verschiebungen bei M&A-Projekten unter dem für 2025 prognostizierten Höchstwert von € 1.400 Mio. Anstiege waren bei den Investment Properties (STRABAG Hold Estate) sowie bei den Investitionen in Finanzanlagen und Unternehmensakquisitionen – unter anderem in den Bereichen Building Solutions, Kreislaufwirtschaft und durch die Übernahme in Australien – zu verzeichnen.
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit belief sich auf € -409,58 Mio., gegenüber € -353,69 Mio. im Vorjahr. Diese Entwicklung ist unter anderem auf die Tilgung von Verbindlichkeiten sowie auf die im Jahresvergleich höhere Dividendenausschüttung zurückzuführen.
Ausblick
Der Vorstand erwartet für das Geschäftsjahr 2026 eine Leistungssteigerung auf rund € 22 Mrd. und geht in allen operativen Segmenten von einer höheren Leistung aus. Diese Prognose stützt sich auf den hohen Auftragsbestand und erwartete Beiträge aus den erfolgten Übernahmen. Für 2026 wird eine EBIT‑Marge in einer Bandbreite zwischen 5,0 % und 5,5 % erwartet. Die Netto-Investitionen (Cashflow aus der Investitionstätigkeit) 2026 werden mit höchstens € 1.400 Mio. prognostiziert und spiegeln insbesondere den Erwerb von Baumaschinen sowie geplante Akquisitionen im Rahmen der Strategie 2030 wider.
Infolge des Iran‑Krieges sind derzeit Preissteigerungen bei einzelnen Inputfaktoren wie Treibstoff, Gas und Bitumen zu beobachten. Die Auswirkungen hängen maßgeblich von der Dauer des Kriegs ab. STRABAG arbeitet mit unterschiedlichen Vertragsmodellen und setzt soweit möglich Preisgleitklauseln ein. Grundsätzlich verfolgt STRABAG eine lokal und langfristig ausgerichtete Beschaffungspolitik mit längerfristigen Rahmenvereinbarungen. Die Resilienz des Geschäftsmodells hat sich bereits während der COVID‑19‑Pandemie gezeigt, die ebenfalls von erheblichen Preissteigerungen geprägt war.