Blackstone: Logistikportfolio geht für 100 Mio. Euro an Kanadier

Strategischer Rückzug in den Metropolregionen Rhein-Ruhr, Frankfurt und Berlin.
Michael Neubauer
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Nach Informationen von Thomas Daily handelt es sich bei dem verkauften Portfolio um Last-Mile-Logistikflächen in erstklassigen deutschen Distributionsstandorten. Der Name des erwerbenden kanadischen REIT wurde nicht öffentlich gemacht. Die Transaktion reiht sich in eine Serie von Logistikverkäufen von Blackstone in Europa ein, die ein Gesamtvolumen von über 2 Milliarden Euro erreichen.

Allein in Deutschland hat Blackstone im Zuge dieser Verkaufswelle Warehouse-Disposals von mehr als 300 Millionen Euro getätigt. Die aktuelle Veräußerung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der deutsche Investmentmarkt für Logistik- und Industrieimmobilien eine Konsolidierungsphase durchläuft. Nach Daten von JLL ging die Zahl der Großtransaktionen über 100 Millionen Euro im Jahr 2025 deutlich zurück: Statt 25 Abschlüssen mit einem Gesamtvolumen von 4,1 Milliarden Euro wie 2024 wurden 2025 nur noch neun Deals mit insgesamt 1,7 Milliarden Euro verbucht.

Portfoliooptimierung statt Komplettausstieg

Die Veräußerung ist Teil einer Portfoliobereinigung, nicht jedoch eines Rückzugs aus dem deutschen Logistikmarkt. Blackstone hatte im April 2025 die europäische Logistikplattform Proxity mit Sitz in Frankfurt gegründet, die zum Start ein Portfolio von rund 500 Bestandsobjekten und Entwicklungsprojekten mit mehr als sieben Millionen Quadratmetern vermietbarer Fläche umfasst. Die operative Leitung übernahm Jörg Postleb, vormals Deutschlandchef von Cushman & Wakefield.

Parallel dazu übernahm Blackstone im Juli 2025 die britische Warehouse REIT für 470 Millionen Pfund (rund 550 Millionen Euro) und setzte sich damit im Bieterkrieg gegen Tritax Big Box REIT durch. Das Portfolio von Warehouse REIT wurde anschließend im Oktober 2025 für 1,04 Milliarden Pfund an Tritax Big Box verkauft – allerdings behielt Blackstone dabei rund neun Prozent der Anteile an Tritax und wurde damit zweitgrößter Aktionär.

Kanadische Investoren mit wachsendem Appetit

Kanadische Investoren gehören zu den aktivsten Käufern im europäischen Logistiksektor. Der Canada Pension Plan Investment Board (CPP Investments) tätigte Anfang 2026 eine Co-Investition von 400 Millionen Euro neben Blackstone in die französische Last-Mile-Logistikplattform Proudreed, die Blackstone im September 2025 für zwei Milliarden Euro erworben hatte. Thomas Jackson, Head of Real Estate Europe bei CPP Investments, bezeichnete die Investition als Zugang zu „einem der am stärksten angebotsdefizitären Last-Mile-Märkte Europas".

Das große Interesse internationaler Investoren an deutschen Industrie- und Logistikimmobilien zeigt sich laut JLL auch in der Verteilung des Gesamtvolumens 2025: Ausländische Akteure erzielten als Käufer 67 Prozent sowie als Verkäufer 23 Prozent und bauten damit ihre Bestände um mehr als 2,8 Milliarden Euro aus. Die größten Abschlüsse wurden von US-Amerikanern, Schweden und Chinesen getätigt.

Marktumfeld bleibt herausfordernd

Trotz strukturell steigender Nachfrage nach Last-Mile-Flächen im Zuge des E-Commerce-Wachstums steht der deutsche Logistikimmobilienmarkt unter Druck. Neben gestiegenen Finanzierungskosten belasten auch Bewertungsabschläge die Branche. Blackstone verfolgt daher eine selektive Strategie: Während weniger profitable Assets veräußert werden, konzentriert sich das Unternehmen auf hochwertige Core+-Objekte mit langfristigen Mietverträgen und stabilen Cashflows.

Zu den größten Transaktionen des Jahres 2025 zählten laut JLL vier Portfoliodeals, darunter „Project Helix", das Palmira Capital an Starwood veräußerte, sowie „Project Aqua", das im vierten Quartal von Blackstone an GLP ging.