Der österreichische Immobilien-Investmentmarkt hat 2025 deutlich an Fahrt aufgenommen. Mit einem Gesamtvolumen von 4,1 Mrd. Euro lag das Ergebnis rund 40 Prozent über dem Vorjahr. Allein im vierten Quartal wurden knapp zwei Mrd. Euro umgesetzt – das stärkste Quartal seit 2019.
CBRE begleitete Transaktionen im Umfang von mehr als 750 Mio. Euro und erreichte damit einen Marktanteil von 36 Prozent.
„Das vierte Quartal hat einer wahren Jahresendrallye gemündet. Während einzelne Assetklassen und Top-Produkte stark nachgefragt sind, sehen sich viele Objekte und Lagen weiterhin mit Preisabschlägen und divergierenden Kaufpreisvorstellungen konfrontiert.“—Lukas Schwarz, Managing Director bei CBRE Austria.
Viele Prozesse würden sich weiterhin ziehen, das Umfeld bleibe anspruchsvoll.
Wien dominierte den Markt klar. Mit 3,1 Mrd. Euro entfiel rund drei Viertel des gesamten Volumens auf die Bundeshauptstadt. Das Ergebnis lag 49 Prozent über dem Vorjahr und zählt zu den besten jemals gemessenen Werten.
Wohnimmobilien waren 2025 die stärkste Assetklasse. Rund 1,2 Mrd. Euro beziehungsweise 29 Prozent des Gesamtvolumens flossen in diesen Bereich, ein Plus von 61 Prozent. Hintergrund waren vor allem Verkäufe moderner Wohnanlagen durch offene Immobilienfonds. Auf Käuferseite traten vor allem private Investoren und Family Offices auf, während internationale Investoren schrittweise zurückkehrten.
Büroimmobilien rückten dank mehrerer Großtransaktionen im vierten Quartal auf Platz zwei vor. Fast eine Milliarde Euro wurde investiert, darunter Beteiligungen am Projekt „The Icon“, ein Teilverkauf des Austria Campus sowie der Verkauf des Verfassungsgerichtshofs.
Auch Hotelimmobilien profitierten vom starken Jahresende. Mit knapp 600 Mio. Euro Investmentvolumen und einem Marktanteil von 15 Prozent erzielte das Segment eines der besten Ergebnisse seiner Geschichte, getragen unter anderem von Verkäufen des Vienna Marriott, des Grand Hotel Wien und des Andaz Vienna.
Einzelhandelsimmobilien kamen auf rund 500 Mio. Euro und 12 Prozent Marktanteil. Nach einem schwachen Vorjahr stieg das Interesse wieder deutlich, vor allem an innerstädtischen Top-Objekten und Fachmarktzentren. Logistik- und Industrieimmobilien erreichten 375 Mio. Euro, wobei vor allem kleinere und mittlere Deals den Markt prägten.
Internationale Investoren stellten 41 Prozent des Kapitals – so viel wie zuletzt 2021. „Insbesondere die deutschen Investoren haben sich mit 23 Prozent Marktanteil und über 900 Mio. Euro wieder stark gezeigt“, sagt Marc Steinke, Head of Research bei CBRE. Insgesamt blieb jedoch heimisches Kapital mit 59 Prozent Marktanteil dominierend.
Bei den Renditen zeigte sich 2025 wenig Bewegung. Büro-, Retail- und Logistikimmobilien blieben weitgehend stabil, während Wohnimmobilien als einzige Assetklasse weiter leicht nachgaben. Für 2026 erwartet Steinke wieder sinkende Renditen: „Insbesondere in den Assetklassen Wohnen und Hotel trauen sich die Investoren aufgrund der guten Fundamentaldaten ein schärferes Pricing zu.“ Insgesamt rechnet CBRE für 2026 mit einem Investmentvolumen von rund 3,7 Mrd. Euro.