Cybersecurity Campus Graz nimmt Betrieb auf

Kompetenzzentrum für digitale Sicherheit in der Steiermark eröffnet
Lorenz Selinger
Lorenz Selinger
TU Graz, BIG, Eröffung Cybertsecurity, Sandgasse 38
TU Graz, BIG, Eröffung Cybertsecurity, Sandgasse 38
© Helmut Lunghammer

Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) und die Technische Universität Graz haben am 7. April 2026 den Cybersecurity Campus Graz (CCG) am Campus Inffeldgasse feierlich eröffnet. Im Beisein von Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner nahm das neue Kompetenzzentrum für IT-Sicherheit seinen Betrieb auf. Die BIG errichtete den Neubau als Bauherrin in einer Bauzeit von eineinhalb Jahren nach Plänen der eep architekten ZT GmbH — bei einer Investitionssumme von rund 25 Millionen Euro.

Neubau auf 5.000 m²: Büros, Labors und Seminarräume

Der Cybersecurity Campus Graz gliedert sich in drei Bauteile, die über ein durchgehendes Stockwerk im ersten Obergeschoß miteinander verbunden sind. Auf einer Nutzfläche von 5.000 Quadratmetern beherbergt das Erdgeschoß Foyers, Seminarräume und Aufenthaltszonen; die oberen Stockwerke nehmen Büros und Labors auf. Primärer Nutzer ist das Institute of Information Security der TU Graz. Ebenfalls im Gebäude untergebracht sind die TU Graz-Abteilung Gebäude und Technik sowie das COMET-Zentrum Battery4Life. Weitere Unternehmen aus der IT-Security- und Innovationsbranche sollen künftig als Mieter hinzukommen.

„Der Campus Inffeldgasse ist jetzt schon der größte Standort der TU Graz und wächst weiter. In einer Zeit, in der Datensicherheit zu den zentralen Herausforderungen zählt, setzt die TU Graz einen besonderen Schwerpunkt auf Forschung und Lehre in diesem Bereich.“
—BIG-Geschäftsführerin Christine Dornaus

Nachhaltigkeit: Erdwärme, Photovoltaik und Holzfassade

Das Gebäude zählt zu den energieeffizientesten Forschungsbauten der TU Graz. Die Energieversorgung stützt sich auf Geothermie, Photovoltaik sowie ein Konzept mit begrünten Dächern und versickerungsfähigen Außenflächen. Über die geothermische Anlage lassen sich rund 65 Prozent der Kälteleistung und rund 75 Prozent der Wärmeleistung abdecken. Die charakteristische Fassade besteht aus heimischem Fichtenholz.

Architektonisch markant: Der Neubau wurde bewusst um eine fast hundertjährige Silberlinde herum errichtet. Zusammen mit 20 neu gepflanzten Laubbäumen spendet sie natürlichen Schatten und verleiht dem Gebäudeensemble eine geschwungene Form. Im Zuge der Bauarbeiten entstanden zudem 100 überdachte Fahrradabstellplätze für den Campus.

„Das Gebäudeensemble hat eine Fassade aus heimischem Fichtenholz, es wurde um eine fast hundert Jahre alte Linde errichtet, was frisches Grün in die Innenräume trägt, und wird mit Erdwärme geheizt und gekühlt.“
—Christine Dornaus

Internationale Spitzenforschung: Meltdown, Spectre und ASCON

Am Institute of Information Security forschen derzeit rund 80 Personen zu zentralen Themen der IT-Sicherheit — von Kryptografie über sichere Anwendungen und Systemdesigns bis hin zu vertrauenswürdiger Künstlicher Intelligenz. Internationale Sichtbarkeit erlangte das Institut unter anderem durch die Aufdeckung der Sicherheitslücken „Meltdown“ und „Spectre“ sowie durch die Entwicklung des internationalen Verschlüsselungsstandards ASCON im Bereich Lightweight Cryptography. Drei ERC Grants, die Forschende des Instituts in den vergangenen Jahren einwerben konnten, unterstreichen die wissenschaftliche Relevanz des Schwerpunkts.

„Das neue Gebäude ermöglicht es uns, Forschung und Lehre rund um das Thema IT-Sicherheit weiter auszubauen. Bereits im September kommt eine neue Forschungsgruppe im Bereich Cybersecurity and Artificial Intelligence hinzu.“
—Stefan Mangard, Leiter des Institute of Information Security 

Die TU Graz bietet ein breites IT-Studienangebot mit Schwerpunkt Cybersecurity. Studierende arbeiten praxisnah an realen IT-Sicherheitsherausforderungen; Studierendenteams erzielen in internationalen Wettbewerben regelmäßig Erfolge.

Stimmen zur Eröffnung

„Cybersicherheit ist längst kein Nischenthema mehr, sondern betrifft uns alle. Mit dem Cybersecurity Campus Graz stärken wir die Forschung in einem Bereich, der für unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft immer wichtiger wird und schaffen einen international sichtbaren Standort für Spitzenforschung.“
—Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner

Holzleitner verwies zudem auf den Cyber-Resilience-Plan, der Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen künftig besser schützen soll.

„Die Expertise der TU Graz im Bereich IT-Sicherheit ist weltweit sichtbar. Mit dem Cybersecurity Campus Graz erhält diese herausragende Forschung nun auch eine sichtbare Verankerung im Forschungsland Steiermark. Hier entsteht ein einzigartiges Innovationsökosystem, in dem Wissenschaft und Wirtschaft zu einem führenden Zentrum für Cybersicherheit zusammenfinden.“
—TU-Graz-Rektor Horst Bischof
„Cybersecurity ist heute eine zentrale Voraussetzung für Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität — und damit ein strategisches Zukunftsthema für die Steiermark und Europa. Mit dem Cybersecurity Campus Graz stärken wir gezielt Forschung, Ausbildung und Innovation und bauen unsere Position als führender Forschungs- und Innovationsstandort weiter aus.“
—Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom

Der Cybersecurity Campus Graz festigt die Position des Campus Inffeldgasse als größten TU-Graz-Standort. Mit der geplanten Ansiedlung weiterer IT-Security-Unternehmen und der neuen Forschungsgruppe ab Herbst 2026 wächst das Kompetenzzentrum sowohl in der Fläche als auch in der wissenschaftlichen Breite weiter.