Dachgleiche für die neue Speisenversorgung in der Klinik Donaustadt

Vom ersten Spatenstich zum fertigen Rohbau in nur einem Jahr
Lorenz Selinger
Lorenz Selinger
Rohbau Klinik Donaustadt
Rohbau Klinik Donaustadt
© WIGEV/ David Bohmann

Am Standort Donaustadt hat das Bauprojekt „Neue Speisenversorgung“ des Wiener Gesundheitsverbundes einen wesentlichen Meilenstein erreicht: Der Rohbau des Neubaus ist abgeschlossen. Auf einer bebauten Fläche von rund 3.846 Quadratmetern entstehen bis Ende 2027 insgesamt rund 9.363 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Das Gebäude wird eine moderne Produktionsküche, ein Mitarbeiter:innen-Restaurant, Büroräume für die Küchenverwaltung sowie Technik- und Nebenräume beherbergen.

Kapazitätserweiterung um 40 Prozent

Die neue Produktionsküche versorgt künftig nicht nur die Klinik und den Campus Donaustadt, sondern auch die Klinik Floridsdorf. Damit steigt die Produktionskapazität um rund 40 Prozent. Bei Vollauslastung lassen sich täglich rund 13.500 Mahlzeiten produzieren — 11.500 für Patienten und 2.000 für Mitarbeiter. Für die Beschäftigten entsteht zudem ein Restaurant mit rund 300 Sitzplätzen.

„Mit der neuen Speisenversorgung investieren wir nachhaltig in die Zukunft des Wiener Gesundheitsverbundes. Eine moderne Gesundheitsversorgung braucht auch eine moderne und leistungsfähige Verpflegung. Die neue Produktionsküche schafft die Voraussetzungen für eine größere Kapazität und zeitgemäße Abläufe.“
—Herwig Wetzlinger, Generaldirektorin Stellvertreter des Wiener Gesundheitsverbundes
„Für ein Krankenhaus ist die Speisenversorgung ein unverzichtbarer Teil des täglichen Betriebs. Sie betrifft unsere Patient:innen ebenso wie die vielen Mitarbeiter:innen, die jeden Tag hier arbeiten. Deshalb ist die neue Speisenversorgung für unser Haus von großer Bedeutung.“
—Manfred Führer, Technischer Direktor der Klinik Donaustadt

Mit dem Neubau wechselt der Wiener Gesundheitsverbund das Produktionsverfahren: Die bisherige Cook-&-Hold-Versorgung wird durch Cook & Chill abgelöst. Bei diesem Verfahren werden Speisen nach der Zubereitung schnellgekühlt, portioniert und zu einem späteren Zeitpunkt unter kontrollierten Bedingungen regeneriert. Das ermöglicht eine zeitliche und räumliche Entkoppelung der Arbeitsabläufe sowie eine Kühlbevorratung von bis zu 72 Stunden.

Bauvolumen und Zeitplan

Der Baustart erfolgte Anfang September 2025; vorgezogene Maßnahmen und die Tiefgründung wurden bis Ende Februar 2026 abgeschlossen. Die Dimensionen der bisherigen Bauarbeiten sind substanziell: Rund 28.000 Kubikmeter Erdreich wurden ausgehoben, rund 550 Pfähle mit einer Gesamtlänge von etwa 5.500 Metern hergestellt und rund 110 Tonnen Bewehrungsstahl verbaut.

Michael Lischent, Geschäftsführer der Wiener Gesundheitsverbund Projektentwicklungs- und Baumanagement, hebt die koordinative Leistung hervor: „Die Zahlen zeigen eindrucksvoll, welche Dimensionen dieses Projekt hat. Gleichzeitig war es eine große Teamleistung: Den anfänglichen Verzug aufzuholen und den Rohbau trotz der schwierigen Bedingungen im Sommer termingerecht fertigzustellen, war nur durch die enge Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten möglich.“

Nächste Phase

Mit dem Abschluss des Rohbaus beginnt die nächste Bauphase. Zunächst werden Fassade und Dichtheit der Gebäudehülle hergestellt; danach startet der Innenausbau. Die Übergabe des Gebäudes an die Nutzer:innen ist für Ende 2027 vorgesehen, der Nutzungsbeginn für Mitte 2028 geplant. Mit der Fertigstellung schafft der Wiener Gesundheitsverbund die infrastrukturelle Grundlage für eine zentralisierte, leistungsfähige Speisenproduktion, die über den Standort Donaustadt hinaus wirkt.