Das Ende der Improvisation:

ÖHV-Forum in Lech zeigt das Fundament für erfolgreichen Hotelbau
Lorenz Selinger
Lorenz Selinger
ÖHV-Forum 2026 in Lech
ÖHV-Forum 2026 in Lech
© ÖHV/Lechner

Das ÖHV-Forum Lech 2026 machte klar, dass Hotelbau heute nur mit klarem Konzept, funktionierender Ablaufplanung und solider Finanzierung erfolgreich ist. Oswald Jäger, ÖHV-Landesvorsitzender in Vorarlberg, konnte 120 Teilnehmer aus Top-Betrieben in ganz Österreich in den Lechwelten begrüßen. Walter Veit, Präsident der Österreichischen Hotelvereinigung, unterstrich im Anschluss an die herzliche Begrüßung durch Lechs Bürgermeister Gerhard Lucian, dass massive Kostensteigerungen langfristigere Planung erzwingen:

„Alle paar Jahre umbauen ist zu teuer. Daneben sieht das Burj Khalifa mickrig aus. Aber anders als moderne Hochhäuser haben unsere Staatsfinanzen weder ein stabiles Fundament noch Echtzeit-Überwachungssysteme: Immer noch ein Steuer-Stockwerk mehr einziehen geht nicht. Wir brauchen keine neue Belastung, sondern eine Steuer-Architektur, die die nächsten Jahrzehnte übersteht!“
—Walter Veit, Präsident der ÖHV

Konzept vor Schönheit

Für wirtschaftspolitische Fehler gebe es ebenso keinen Raum wie für bauplanerische, so Veit. 

„Nicht Größe oder Optik entscheidet über Erfolg, sondern ein sauberes Konzept. Hotels müssen konsequent als Ertragsimmobilie gedacht werden. Das heißt früh klären, welche Flächen tatsächlich Wert schaffen. Das heißt erst planen, dann ausschreiben. Mit einem professionell aufgestellten Team, klaren Zuständigkeiten und möglichst hoher Präzision vor Baubeginn.“
—Arnold Harrasser von Michael &Partner 

Durch schlechte Planung scheitern? Es geht auch anders!

„Projekte scheitern nicht spektakulär, sondern schleichend. Weil schlechte Planung jeden Tag gegen den Betrieb arbeitet. Planen Sie also Abläufe, nicht Räume! Entwickeln Sie die erst, wenn klar ist, wie Frühstück, Housekeeping, Warenlogistik im täglichen Betrieb funktionieren. Mitarbeiter:innen kennen die Realität, wissen, wo Zeit verloren geht, wo Prozesse stocken, was falsch geplant wurde.“
—Josef Göbel, Einrichter 
„Bauentscheidungen beweisen sich nicht in Plänen, sondern im täglichen Betrieb. Zielgruppenorientierung, passende Materialien, ein klarer Blick auf Gästebedürfnisse und wirtschaftliche Risiken sind keine Detailfragen, sondern Voraussetzung für Investitionen, die funktionieren.“
—Barbara Winkler, ÖHV-Landesvorsitzende in Tirol

Gute Vorbereitung erhöht Chance auf Finanzierung

OeHT-Geschäftsführer Matthias Matzer betonte bei einem Überblick über die Förderlandschaft, dass bei größeren Projekten nicht nur die Förderfähigkeit an sich entscheidend ist, sondern auch die Qualität der Vorbereitung: zu knapp kalkulierte Vorlaufzeiten, unvollständige Unterlagen oder das Übersehen von Förder-Auflagen seien vermeidbar. „Vorbereitung ist der Schlüssel.“

Crowdinvesting: Doppelter Vorteil durch eine Alternative

„wo Eigenmittel knapp sind und Banken restriktiv. Das Modell bindet Gäste als Investoren und stärkt die Liquidität im Betrieb.“
—CONDA-Co-CEO Daniel Horak

Finanzieren heißt heute diversifizieren

In einer Bankenrunde mit OeHT, CONDA und Jürgen Schwarzl, Prokurist bei der Sparkasse Bludenz, moderiert von Thomas Reisenzahn, Geschäftsführer der Prodinger Tourismusberatung, herrschte Konsens: Gerade in Top-Destinationen bedeuten große Investitionsvolumina nicht automatisch mehr Spielraum. Im Gegenteil: Liquidität bringt der optimale Mix aus Eigenmitteln, Bankfinanzierung, Förderungen und alternativen Modellen: Diversifikation wird zur strategischen Notwendigkeit.

Apropos vorausschauend: Termine für ÖHV-Foren zu Longevity und Arbeitsmarkt schon fix

Die nächsten ÖHV-Foren finden am 24. Juni im Hotel Gut Brandlhof in Saalfelden zum Thema Longevity und am 8. Oktober in Wien zum Thema Arbeitsmarkt statt – für ÖHV-Mitglieder kostenlos. Weitere Infos und Anmeldung unter www.oehv.at/forum