Deutlich mehr Zwangsversteigerungen bei geringeren Erlösen

Anzahl anberaumter Zwangsversteigerungstermine hat sich beschleunigt - Erlöse hingegen sinken weiter
Michael Neubauer
Michael Neubauer
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Die Trend-Umkehr im Bereich der Zwangsversteigerungen von Liegenschaften in Österreich hat sich im Jahr 2025 nicht nur fortgesetzt, sondern im Hinblick auf die Anzahl anberaumter Zwangsversteigerungstermine sogar noch beschleunigt.

War der ZV-Termin-Index von 2023 auf 2024 noch um 31% gestiegen, folgte von 2024 auf 2025 ein weiterer Anstieg um 42,1% auf 54. Damit wurde der Level der Jahre 2017-2018 wieder erreicht. Der ZV-Index der Erlöse aus erfolgreich versteigerten Liegenschaften sank wie erwartet auf 98 (- 5,8%). Ein zweistelliger Wert für diesen Index war letztmalig in den Jahren vor 2012 beobachtet worden. Nach einem Jahrzehnt des nahezu kontinuierlichen Anstiegs war im Jahr 2022 der bisherige Höchstwert des Erlös-Index von 149 verzeichnet worden. In nur 3 Jahren wurde dieses hohe Erlösniveau aber wieder auf den vor 2012 üblichen Level zurückgeführt.

Im Jahr 2026 stieg die Anzahl der anberaumten Zwangsversteigerungstermine im ersten Halbjahr nochmals um ein Drittel auf nahezu 1.000 Termine. Auch wenn einige Anzeichen auf eine Beruhigung der Steigerung hindeuten könnten, lässt sich für das Gesamtjahr eine Rückkehr auf das ZV-Niveau vor 10 Jahren erwarten. Der Erlös-Index hat seine rasante Talfahrt der letzten Jahre zumindest vorläufig gestoppt. Nach derzeitigem Stand erscheint ein geringes Wachstum zurück in den 3-stelligen Bereich, also zu einem Index knapp über 100, plausibel.

Der SmartFacts-ZV-Index beschreibt die Veränderung der bei der Zwangsversteigerung von Liegenschaften in Österreich erzielten Erlöse (erster Wert) sowie der Anzahl der anberaumten Termine (zweiter Wert). Als Referenz dienen dabei jeweils definierte Durchschnittswerte. Für weitergehende Fragen und Analysen wenden Sie sich bitte an SmartFacts unter office@smart-facts.at.

Seit fast 20 Jahren verfolgt SmartFacts Data Services regelmäßig den Gesamtmarkt der zur Versteigerung anberaumten Liegenschaften, von den zugrundeliegenden Objektbewertungen über die Anzahl der anberaumten Versteigerungstermine bis zum erzielten Verwertungserlös und der Verwertungsdauer. Grundlage dieses Berichts sind die in der SmartFacts-Datenbank lückenlos seit September 2007 erfassten Informationen zu allen Zwangsversteigerungsobjekten in Österreich, deren Bewertungen einschließlich der Verkehrswertgutachten, Schätzwerte und Erlös- und Erfolgsquoten sowie Detailinformationen zu den betreibenden Gläubigern.

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