SolarEdge, ein weltweit tätiger Anbieter für Smart Energy, und Solation, Pionier des virtuellen Speicherns, haben gemeinsam Deutschlands erstes Gewerbegebäude vorgestellt, das überschüssigen Solarstrom dauerhaft an eine gemeinnützige Organisation abgeben kann. Das Objekt in Bonn entstand in Zusammenarbeit mit PATRIZIA, einem globalen Investmentmanager für Real Assets, der als Gebäudeeigentümer fungiert. Das Projekt demonstriert ein Modell, mit dem Gewerbeimmobilien wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Mehrwert gleichzeitig generieren können.
Drittes Modell für überschüssigen Solarstrom
Gewerbliche Dachanlagen verfügten bislang über zwei wirtschaftliche Verwertungswege: Eigenverbrauch vor Ort oder Einspeisung ins Netz. Eine dauerhafte Zuweisung eines Teils der Solarstromerzeugung an eine lokale gemeinnützige Organisation scheiterte bisher an regulatorischer Komplexität sowie am erforderlichen technischen, vertraglichen und kaufmännischen Know-how. Ein etabliertes Modell fehlte.
Solation überwindet diese Hürden, indem die Spende strukturell in die langfristige Energieversorgung der Immobilie eingebettet wird. Der begünstigte Empfänger schließt einen Stromvertrag über seinen gesamten Bedarf ab; ein vertraglich vereinbarter Anteil der Solarstromerzeugung des Gebäudes wird dabei zu null Cent pro Kilowattstunde geliefert. Den verbleibenden Strombedarf deckt die Organisation über ihren regulären Tarif. Weder ein separates technisches Projekt noch eine Verfügbarkeitsgarantie für Solarstrom zu einem bestimmten Zeitpunkt sind erforderlich.
„Gebäude hatten für überschüssigen Solarstrom traditionell zwei Möglichkeiten: ihn selbst zu nutzen oder ins Netz zu verkaufen. Wir wollten eine dritte Option schaffen. Indem wir Spenden für gemeinnützige Zwecke in die Wirtschaftlichkeit unseres virtuellen Speichermodells integrieren, haben wir gezeigt, dass Gebäude gleichzeitig finanziellen, ökologischen und gesellschaftlichen Mehrwert schaffen können. Dies ist keine CSR-Initiative, die nachträglich auf das Geschäftsmodell aufgesetzt wird – sie ist fest in den Betrieb des Gebäudes integriert.“—Sebastian Hugl, CEO von Solation
Virtuelle Batterie: Regulatorische Grundlage nach Mieterstromverordnung
Das Spendenmodell baut auf Solations Konzept der virtuellen Batterie für Mehrmieter-Gewerbegebäude auf, das im vierten Quartal 2025 erstmals mit SolarEdge-Technologie eingeführt wurde. Das Modell erfüllt die Anforderungen der deutschen Mieterstromverordnung: Solarstrom gilt als „virtuell gespeichert“ und wird den teilnehmenden Mietern im Gebäude zeitversetzt zugewiesen. Auf diese Weise lässt sich der Eigenverbrauch vor Ort maximieren, ohne dass eine physische Batterie installiert werden muss.
Das Bonner Pilotprojekt: Kennzahlen und Struktur
Solation pachtet die Dachfläche vom Gebäudeeigentümer PATRIZIA und betreibt die Solaranlage als Eigentümer. Rund 90 Prozent des erzeugten Stroms fließen in den Eigenverbrauch des Gebäudes; ein Prozent der Erzeugung wird dauerhaft einer lokalen gemeinnützigen Organisation zugewiesen.
Solation lädt nun geeignete gemeinnützige und soziale Organisationen im Raum Bonn ein, sich als erster Empfänger zu bewerben. Die Anforderungen: Standort innerhalb von 4,5 Kilometern um das Gebäude, ein jährlicher Stromverbrauch von mehr als 100.000 kWh, ein vorhandenes Smart Meter sowie die Bereitschaft, zu einem kompatiblen Stromtarif zu wechseln. Die Spende beginnt, sobald der Empfänger ausgewählt und die technischen sowie vertraglichen Voraussetzungen erfüllt sind.
SolarEdge als Technologiepartner für künftige Projekte
SolarEdge wurde als PV-Technologiepartner für alle zukünftigen Solation-Projekte ausgewählt. Die DC-optimierten PV-Systeme des Unternehmens setzen Leistungsoptimierer auf Modulebene ein, die Verschattungseffekte, Modulabweichungen und sonstige Leistungsverluste reduzieren und so die Energieerzeugung je Dachfläche steigern. Neben der Ertragsoptimierung war für Solation auch die Anlagensicherheit ausschlaggebend: Schnellabschaltung auf Modulebene und kontinuierliche Überwachung bieten Gebäudeeigentümern, Nutzern und Wartungsteams eine zusätzliche Schutzebene.
„Als Technologiepartner von Solation besteht unsere Aufgabe darin, dazu beizutragen, dass jede Dachfläche so viel Energie und Wert wie möglich erzeugt und gleichzeitig die fortschrittlichen Sicherheitsfunktionen bietet, die für Gewerbegebäude entscheidend sind. Je effizienter die Solarsysteme arbeiten, desto größer ist der Nutzen für Mieter, Gebäudeeigentümer und – durch dieses neue Modell – auch für lokale Gemeinschaften.“—Karl Viertel, GM Enterprise Services Group bei SolarEdge
Skalierungsziel: 1.000 Gebäude bis 2030
Das Bonner Objekt ist als Blaupause für einen breiteren Rollout konzipiert. In Deutschland existieren rund 280.000 Bürogebäude. Solation verfolgt das Ziel, das Modell bis 2030 in 1.000 davon umzusetzen.
„Ein einzelnes Gebäude wird eine Gemeinschaft nicht grundlegend verändern, doch die Chance liegt in der Skalierung des Modells. [...] Wenn Gebäude im ganzen Land auch nur einen kleinen Teil der von ihnen erzeugten sauberen Energie lokalen Gemeinschaften zur Verfügung stellen, könnte die gemeinsame Wirkung enorm sein.“—Sebastian Hugl
Das Unternehmen sieht das Konzept als Modell für den breiteren Markt, das zeigt, wie Gebäude, die die Energiewende vorantreiben, zugleich die Gemeinschaften in ihrer Umgebung versorgen können.