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Im deutschen Greifswald ist am Donnerstag nach Angaben der Betreiber Deutschlands größte Solarthermieanlage in Betrieb gegangen. Auf vier Hektar wärmen Kollektoren mittels Sonnenenergie Wasser auf, das in das Fernwärmenetz der Stadt eingespeist wird. An Sommertagen kann nach Angaben der Greifswalder Stadtwerke (SWG) so der gesamte Bedarf des Fernwärmenetzes gedeckt werden.
Der Parlamentarische Staatssekretär im deutschen Wirtschaftsministerium, Michael Kellner (Grüne), sagte bei der Inbetriebnahme, "wir brauchen viel mehr Greifswald in der ganzen Republik". Wenn man Wärme aus erneuerbarer Energie erzeuge, brauche man keine teuren Schecks an Autokraten ausstellen und schaffe Wertschöpfung in der Region.
Nach Angaben des deutschen Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW) laufen in Deutschland aktuell etwa 50 große Solarthermieanlagen. Knapp 50 weitere seien in Planung oder im Bau, wobei die Durchschnittsgröße zunehme. Im Ausland gebe es noch deutlich größere Anlagen als die in Greifswald. Eine BSW-Sprecherin sagte, man beziffere das realistische Potenzial der Solarthermie in Deutschland auf eine Leistung von etwa 100 Terawattstunden im Jahr. Der Warmwasserbedarf sämtlicher deutschen Haushalte liege jährlich bei über 100 Terawattstunden.
Herausforderungen seien bei den großen Anlagen langwierige Genehmigungsverfahren sowie die Verfügbarkeit von Flächen. Diese müssten in der Nähe der Nutzer liegen, da sich Wärme nicht gut über weite Strecken transportieren lasse. Klassischerweise werde Solarthermie mit anderen Energieträgern kombiniert, so dass etwa im Sommer gespartes Gas im Winter zur Verfügung stehe. Theoretisch sei aber auch denkbar, den Bedarf eines Wärmenetzes ganzjährig zu decken. Dafür bräuchte es nur Speicher, die groß genug seien. (apa/dpa)
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