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Österreich macht seinen Gebäudebestand fit für die kommenden Jahrzehnte. Während sich die Debatte über Sanierungen vor allem auf die Energieeffizienz konzentriert, verdienen auch veraltete Eingangsbereiche, Türkommunikationssysteme und die Gebäudeverwaltung mehr Aufmerksamkeit. Die Modernisierung dieser Systeme erfordert dabei nicht immer einen vollständigen Austausch der Leitungen.
Die Gebäude der Zukunft stehen möglicherweise bereits. In Österreich, wo technische Vorschriften schrittweise in den einzelnen Bundesländern übernommen werden, werden wie in ganz Europa Mehrfamilienhäuser saniert, die vor mehreren Jahrzehnten errichtet wurden. Ziel ist es, ihren Energieverbrauch zu senken und ihre Lebensdauer zu verlängern. Der Energieverbrauch ist jedoch nur ein Aspekt der langfristigen Zukunftsfähigkeit eines Gebäudes.
Auch Türkommunikationssysteme altern. Kabel verschleißen mit der Zeit, analoge Gegensprechanlagen lassen sich zunehmend schwieriger warten und Immobilienverwalter benötigen praktikablere Lösungen, um Nutzer und Zutrittsberechtigungen zu verwalten. Die europäischen Vorgaben zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden schreiben den Austausch dieser Systeme nicht vor. Im Zuge einer Sanierung lohnt es sich jedoch, ihren Zustand zu überprüfen. Ihre Modernisierung erfordert dabei nicht zwangsläufig umfangreiche Bauarbeiten.
Genau hier spielt intelligentes Retrofitting eine wichtige Rolle: Es erhält die Infrastruktur, die weiterhin ihren Zweck erfüllt, und ersetzt gezielt diejenigen Komponenten, die den betrieblichen Anforderungen des Gebäudes nicht mehr entsprechen.
„Die Sanierung eines Gebäudes sollte nicht bedeuten, dass alles Vorhandene ersetzt werden muss. Erfolgreiches Retrofitting beginnt damit, zu ermitteln, welche Teile der Infrastruktur weiterhin genutzt werden können und welche modernisiert werden müssen. So erhalten Systemintegratoren eine praktische Grundlage, um moderne Türkommunikationssysteme mit geringeren baulichen Eingriffen und einem klaren Konzept für die zukünftige Wartung einzuführen.“—Michal Kratochvíl - Geschäftsführer von 2N
Mit dem beginnen, was bereits vorhanden ist
Für Systemintegratoren sollte jedes Retrofit-Projekt mit einer Bestandsaufnahme beginnen. Bevor Produkte ausgewählt werden, müssen die vorhandene Verkabelung geprüft und die Nutzung des Gebäudes analysiert werden. Dabei sollte auch festgelegt werden, wie die fertige Installation später verwaltet und gewartet werden soll.
Befindet sich die bestehende Verkabelung in einem geeigneten Zustand, kann sie für die IP-basierte Türkommunikation weiterverwendet werden. Ist der Erhalt der Leitungen nicht möglich, können Anrufe von der Türsprechanlage am Eingang über das Mobilfunknetz an WLAN-fähige Innenstationen oder direkt an die Smartphones der Bewohner weitergeleitet werden.
Beide Ansätze lassen sich auch kombinieren: Wo es möglich ist, wird die vorhandene Verkabelung genutzt, während in anderen Gebäudebereichen alternative Lösungen zum Einsatz kommen. Eine solche Hybridlösung eignet sich besonders für Gebäude, in denen sich der Zustand oder der technische Standard der Infrastruktur zwischen einzelnen Gebäudeteilen unterscheidet. Voraussetzung ist eine sorgfältige Dokumentation der Installation, damit eine klare Übergabe und eine reibungslose Wartung gewährleistet sind.
Das Ziel besteht nicht darin, neue Kabel um jeden Preis zu vermeiden. Vielmehr geht es darum, festzustellen, wo neue Infrastruktur tatsächlich erforderlich ist und wo die bestehende Infrastruktur eine zuverlässige Modernisierung ermöglicht.
Auch an die Zeit nach der Installation denken
Ein Retrofit-Projekt sollte nicht allein anhand der Hardwarekosten bewertet werden. Der Austausch noch funktionsfähiger Kabel, das Öffnen von Wänden und weitere Bauarbeiten können sowohl die Projektkosten als auch die Belastung für die Bewohner erhöhen.
Ebenso wichtig ist die langfristige Produktunterstützung. 2N bietet eine fünfjährige Garantie, Reparaturen auch nach Ablauf der Garantiezeit sowie mehr als zehn Jahre Software-Support. Diese Leistungen helfen Systemintegratoren und ihren Kunden, auch über den Abschluss der Installation hinaus zu planen, und verringern das Risiko, weiterhin funktionsfähige Geräte vorzeitig ersetzen zu müssen.
Die Fernverwaltung überträgt denselben Ansatz auf die Wartungsphase. Systemintegratoren können zahlreiche Updates und Überprüfungen durchführen, ohne das Gebäude vor Ort aufsuchen zu müssen. Immobilienverwalter können vereinbarte alltägliche Aufgaben übernehmen, darunter die Verwaltung von Bewohnerwechseln und die Anpassung von Zutrittsberechtigungen. Da das System über ein Netzwerk kommuniziert, gehört auch die Cybersicherheit zur langfristigen Unterstützung: 2N stellt Sicherheitsupdates in der Regel mindestens fünf Jahre nach dem Ende des Produktvertriebs bereit.
Ebenso wichtig sind daher klar definierte Zuständigkeiten. Bei der Übergabe der Installation sollte festgelegt werden, wer die Nutzer verwaltet, wer Geräteeinstellungen ändert und wer für die zukünftige Wartung verantwortlich ist.
Retrofitting in der Praxis
Wie dieser Ansatz in der Praxis funktioniert, zeigt ein rund 50 Jahre altes Mehrfamilienhaus in Prag. Die bestehende Verkabelung in den Steigschächten wurde beibehalten, während neue Innenstationen und Türsprechstellen von 2N installiert wurden. Die Plattform My2N ergänzte das System um Anrufe auf Mobiltelefone und die Möglichkeit der Fernverwaltung.
Anstatt das ursprüngliche System Komponente für Komponente zu ersetzen, entwickelte der Systemintegrator eine neue Lösung auf Basis der weiterhin nutzbaren Infrastruktur. Derselbe Ansatz lässt sich auch in österreichischen Mehrfamilienhäusern umsetzen.
Die Sanierungswelle in Österreich bietet somit nicht nur die Möglichkeit, den Energieverbrauch bestehender Gebäude zu senken. Sie ist auch eine Chance, deren Eingangsbereiche und Türkommunikationssysteme auf die nächste Phase ihrer Lebensdauer vorzubereiten.
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