Dynamisches erstes Halbjahr 2026 für die PORR

Volle Auftragsbücher: Steigerung um 4,4 % auf EUR 9,8 Mrd., Periodenergebnis wächst um 23,9 % auf EUR 36,4 Mio.
Dagmar Gordon
Dagmar Gordon
Dynamisches erstes Halbjahr 2026 für die PORR
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Mit ihrem Auftragsbestand von EUR 9.839 Mio. in der ersten Jahreshälfte 2026 hat sich die PORR ihre Auslastung für die kommenden eineinhalb Jahre gesichert. Auch das Wachstum des Periodenergebnis um 23,9 % kann sich sehen lassen. Klare Effizienzsteigerungen und konsequentes Kostenmanagement sind die wesentlichen Treiber. Trotz der selektiven Auftragsannahme ist die Pipeline voll: Zahlreiche Großaufträge stehen in Aussicht.

Im ersten Halbjahr 2026 waren Leistung und Umsatz der PORR durch den starken Winter geprägt. Vor allem der Hochbau konnte erst später in die Bausaison starten, während der Tiefbau ein deutliches Plus verzeichnete. Die Produktionsleistung lag bei EUR 3.167 Mio. und somit stabil auf Vorjahresniveau.

PORR CEO Karl-Heinz Strauss sagt: „Das erste Halbjahr 2026 war für die PORR ein äußerst dynamisches. Wir konnten uns über eine Reihe von bedeutenden Neuaufträgen freuen, die zeigen, wie breit wir mit unserem Portfolio in allen Heimmärkten aufgestellt sind.“ Der größte davon war ein 13 km langer Abschnitt der Westumfahrung von Szczecin zwischen Kołbaskowo und Dołuje in Polen. Der größte Hochbau-Einzelauftrag stammt aus Deutschland: Am X-FAB-Standort in Erfurt realisiert die PORR eine Chipfabrik für das Projekt Fab4Micro. Dabei stellt die PORR erneut ihre Kompetenz in der Errichtung von Reinräumen unter Beweis. Auch in Österreich gewann die PORR bedeutende Neuaufträge wie den Neubau der Psychiatrie in der Klinik Favoriten und die Wohnhausanlage Lil-y am See. In Rumänien ist sie mit der Revitalisierung des Traian-Platzes in Timișoara beauftragt. Strauss: „Unsere Pipeline ist voll und wir haben noch viele weitere Projekte in Aussicht.“

Der Auftragseingang zeigte aufgrund eines hohen Vergleichswerts aus dem Vorjahr einen Rückgang auf EUR 3.466 Mio. Zum Stichtag befanden sich allerdings mehrere potenzielle Großprojekte in der finalen Ausschreibungs- bzw. Angebotsphase. Darunter sind umfangreiche Hochbauprojekte im Wohn- und Industriebau in Deutschland mit einem Gesamtwert von rund EUR 400 Mio., wovon EUR 200 Mio. im Juli und August fixiert werden konnten. Zusätzlich dazu erhielt die PORR bereits einen Rahmenvertrag der deutschen Bundeswehr im Zusammenhang mit G-CAP (German Armed Forces – Contractor Augmentation Program) in Höhe von EUR 270 Mio. Weitere wesentliche Aufträge im deutschen Infrastrukturbau werden von der ab Oktober steigenden Ausschreibungs- und Vergabetätigkeit erwartet. Dabei rechnet die PORR mit einem Gesamtvolumen von bis EUR 1,5 Mrd. In Polen gewann die PORR im Anschluss an den Berichtszeitraum einen Infrastruktur-Großauftrag in Höhe von EUR 180 Mio.

Ergebnis gesteigert

„Die aktuelle Ergebnisentwicklung bestätigt unseren Kurs“, so Strauss. Während der Umsatz witterungsbedingt um 1,1 % auf EUR 2.925 Mio. zurückging, legten das Betriebsergebnis (EBIT) um 15,6 % und das Ergebnis vor Steuern (EBT) gar um 26,8 % auf EUR 49,2 Mio. zu. Zudem schaffte es die PORR ausgabenseitig ein weiteres Mal, ihren Aufwand für Material und bezogene Leistungen zu verringern. Dieser reduzierte sich um EUR 58,8 Mio. auf EUR 1.882,6 Mio.

Auch das Periodenergebnis erhöhte sich um 23,9 % auf EUR 36,4 Mio. Das Ergebnis je Aktie lag mit EUR 0,71 um 34,0 % über dem Vorjahreswert.

Solide Bilanzstruktur

Die Bilanzsumme der PORR lag zum Stichtag 30. Juni 2026 mit EUR 4.725,8 Mio. um 3,2 % über dem Vorjahresultimo. Im Juni investierte die PORR in Hybridkapital der UBM Development AG. Damit sichert sie sich eine langfristige Ertragschance mit einer Verzinsung von 9,0 % sowie einen starken Vertriebspartner für PORR LIVING, der Produktlinie für leistbaren Wohnraum. Gleichzeitig investierte die PORR verstärkt in Unternehmenszukäufe und Sachanlagen. Das führte in Summe zu einem Anstieg der Nettoverschuldung auf EUR 460,6 Mio. (30. Juni 2025: EUR 301,4 Mio.).

Das Eigenkapital stieg trotz höherer Dividendenausschüttung um EUR 92,0 Mio. auf 946 Mio. Damit blieb die Eigenkapitalquote auf Vorjahresniveau bei 20,0 %.

Ausblick 2026

Auch in den kommenden Monaten treibt der Tiefbau das Branchenwachstum: Investitionen in die Energieinfrastruktur, die Wasserwirtschaft und den Bahnbau sorgen für eine dynamische Auftragslage. Dahinter stehen der weiterhin hohe Modernisierungsbedarf und die Energiewende sowie nationale und europäische Investitionsprogramme. Der Hochbau bleibt weitgehend stabil, wobei gerade aus den Bereichen Gesundheit, Bildung und Logistik deutliche Impulse kommen. Der Wohnbau bleibt trotz Turnaround der schwächste Bereich, obwohl weiterhin ein starker Bedarf an bezahlbarem Wohnraum besteht.

Strauss: „Wir vertiefen unser Portfolio in zukunftsträchtigen Bereichen wie Gesundheitsbau, Data Center, leistbarem Wohnraum und dem schlüsselfertigen Industriebau. Gemeinsam mit unserem Fokus auf selektive Auftragsakquisition sorgt das für positive Ergebnisaussichten im weiteren Jahresverlauf.“ Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand mit einem Wachstum bei Leistung und Umsatz von 2 % bis 4 % sowie mit einer EBIT-Marge zwischen 3,2 % und 3,3 %.