Ein Zwiebeltürmchen für Salzburgs Altstadt

Mit dem sanierten und erneuerten Zwiebelturm gibt die Bundesimmobiliengesellschaft der Salzburger Altstadt ein Stück ihrer historischen Silhouette zurück.
Dagmar Gordon
Dagmar Gordon
Ein Zwiebeltürmchen für Salzburgs Altstadt
BIG - Hebung eines neuen Turms auf das Dach des Sacellum der Universitätsbibliothek (Hofstallgasse/Herbert-von-Karajan-Platz) und Befüllung einer Zeitkapsel.
© BIG/ANDREAS KOLARIK
Ein Zwiebeltürmchen für Salzburgs Altstadt
BIG - Hebung eines neuen Turms auf das Dach des Sacellum der Universitätsbibliothek (Hofstallgasse/Herbert-von-Karajan-Platz) und Befüllung einer Zeitkapsel.
© BIG/ANDREAS KOLARIK
Ein Zwiebeltürmchen für Salzburgs Altstadt
BIG - Hebung eines neuen Turms auf das Dach des Sacellum der Universitätsbibliothek (Hofstallgasse/Herbert-von-Karajan-Platz) und Befüllung einer Zeitkapsel.
© BIG/ANDREAS KOLARIK
Ein Zwiebeltürmchen für Salzburgs Altstadt
Zwiebelturm Sacellum
© BIG/ANDREAS KOLARIK
Ein Zwiebeltürmchen für Salzburgs Altstadt
Turmdachstuhl Sacellum
© BIG/ANDREAS KOLARIK
Ein Zwiebeltürmchen für Salzburgs Altstadt
Ein Zwiebeltürmchen für Salzburgs Altstadt
Ein Zwiebeltürmchen für Salzburgs Altstadt
Ein Zwiebeltürmchen für Salzburgs Altstadt
Ein Zwiebeltürmchen für Salzburgs Altstadt

Donnerstag Vormittag wurde der neue, in Kupfer eingedeckte Turmhelm für das Sacellum der Alten Universität an seinen Platz gehoben. BIG Geschäftsführerin Christine Dornaus, Vizerektorin der Salzburger Paris Lodron Universität Barbara Romauer, Vize-Bürgermeister Florian Kreibich, Conny Cossa vom Landeskonservatorat Salzburg sowie Christian Wallisch-Breitsching, Leiter der Universitätspfarre befüllten zur Feier des Tages eine kupferne Zeitkapsel. Hinein kamen unter anderem eine von allen Beteiligten unterschriebene Urkunde, ein schriftlicher Beitrag der Katholischen Hochschulgemeinde, ein geweihter Rosenkranz, Pläne und Dokumentationen vom Bau sowie natürlich eine aktuelle Tageszeitung. Nach der Segnung durch Seelsorger Wallisch-Breitsching wurde das Turmdach vom Herbert-von-Karajan-Platz mit einem Kranwagen an seinen Platz gehoben.

"Als Bundesimmobiliengesellschaft sehen wir es als unsere Aufgabe sorgsam und konsequent zum Erhalt historischer Gebäude und der Baukultur unseres Landes beizutragen. Fast ein Fünftel unserer Liegenschaften steht unter Denkmalschutz. Die Rekonstruktion des historischen Turmhelms hier in der Salzburger Altstadt zeigt einmal mehr, mit wieviel Herzblut unser Team hinter dieser Aufgabe steht."
—Christine Dornaus - BIG Geschäftsführerin

Seit 2023 saniert die Bundesimmobiliengesellschaft als Eigentümerin des Gebäudes in sechs Bauphasen das Dach der Alten Universität Salzburg. Die neue in Kupferblech eingedeckte Dachfläche umfasst nach ihrer Fertigstellung 2028 rund 5.500 m², entsprechend der Fläche eines Fußballfeldes. Die BIG investiert rund € 2,2 Mio in die Sanierungsarbeiten und den Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes.

"Das Sacellum ist am Ort der über 400 Jahre alten Wurzeln der Universität Salzburg. Mit Projekten wie dem neuen Turmdach und dem in diesem Gebäudeensemble geplanten Studierenden-Servicecenter zeigen wir, dass wir das bauliche Erbe verantwortungsvoll bewahren und zugleich zukunftsorientierte Räume für unsere Universität und vor allem für unsere Studierende gestalten."
—Barbara Romauer - Vize-Rektorin Paris Lodron Universität Salzburg

Zurück zum Ursprung: Turmhelm nach historischem Vorbild

Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurde an der hölzernen Tragstruktur des Sacellumturms ein massiver Befall durch holzzerstörende Insekten festgestellt. Recherchen ergaben, dass der bestehende Spitzturm nicht dem ursprünglichen Erscheinungsbild entsprach. Historische Quellen, insbesondere das Sattlerpanorama aus den Jahren 1825 bis 1829, zeigen eindeutig ein Zwiebelturmdach. Auf Initiative der BIG wurde geprüft, ob es möglich ist, der Stadt Salzburg diese historische Dachsilhouette zurückzugeben. Ergänzend zu dem neuen Turmdach nach historischem Vorbild wurden im Rahmen der Sanierung auch die ursprünglich acht Fenster des achteckigen Turmes wieder hergestellt.

„Es freut mich ganz besonders, dass mit der Restaurierung auch die acht Fester des achteckigen Türmchens geöffnet wurden. Die Zahl Acht steht im Christentum für die Auferstehung Jesu, der am achten Tag auferstand. Für die ersten Christen begann damit ein neues Zeitalter. Die Zwiebel auf dem Oktogon nimmt darüber hinaus Bezug auf die Bergpredigt. Sie steht für eine brennende Kerze und ist Sinnbild für Matthäus 5,14: 'Ihr seid das Licht der Welt'. Licht in die Welt zu tragen, bleibt gleichzeitig Auftrag für Lehre, Wissenschaft und Forschung einer Universität“, freut Seelsorger Christian Wallisch-Breitsching über den renovierten Turm im ursprünglichen Zustand

Es erfolgten Gespräche mit dem Landeskonservatorat für Salzburg sowie eine Befundaufnahme durch das Bundesdenkmalamt. Ziel der Sachverständigen war es, möglichst viele historische Holzelemente – die teilweise bis in die Errichtungszeit des Sacellums um 1618 bis 1622 zurückreichen – im Zuge der Neuerrichtung wieder in die Konstruktion zu integrieren.

"Die Bundesimmobiliengesellschaft ist ein zentraler Partner für den Erhalt der Salzburger Altstadt. Sie sorgt als Eigentümerin vieler historischer Gebäude dafür, dass aufwendige Sanierungen fachgerecht finanziert und umgesetzt werden. Gleichzeitig verbindet sie Denkmalschutz mit moderner Nutzung. Gerade für ein UNESCO-Welterbe ist das entscheidend – nur so bleibt die Altstadt sowohl authentisch als auch lebendig und attraktiv für Bewohner und Tourismus", so Florian Kreibich, Vize-Bürgermeister Stadt Salzburg.

Regionales Handwerk

Anhand historischer Unterlagen plante Barbara Mayr vom Architekturbüro bauart in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt das neue Turmdach für das Sacellum. Die mit historischen Bauten erfahrene Zimmerei Gehmacher aus Grödig demontierte den bestehenden Dachstuhl und fertigte die neue Turmdachkonstruktion aus regionalem Fichtenholz und den erhaltenen Teilen der Urkonstruktion über die Wintermonate. Für die Kupfereindeckung sorgte die erfahrene Spenglerei Pilotto aus Bischofshofen. Die vergoldete Turmspitze mit der Maria Immaculata wurde währenddessen in der Werkstätte von Restaurator Georg Riemer in Wien restauriert.