Hohe Baukosten, schwierige Finanzierungen und langwierige Genehmigungsverfahren bremsen den österreichischen Wohnbau. Unter dem Motto „Einfach finanzieren, kräftig bauen“ brachte die Vereinigung Österreichischer Projektentwickler (VÖPE) am 16. September 2026 in Wien Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Finanzmarkt, Wissenschaft und Immobilienwirtschaft zusammen. Im Mittelpunkt standen konkrete Ansätze, um Finanzierung, Regulatorik und Bauprozesse effizienter zu gestalten.
„Wir müssen wieder mehr bauen. Dafür brauchen wir deutlich einfachere Rahmenbedingungen. Finanzierung, Regulatorik und Genehmigungen dürfen nicht länger zu Bremsklötzen für notwendige Investitionen werden. Serielles Bauen, ressourcenschonende Planung und eine effizientere Sanierung können wesentlich dazu beitragen, Wohnraum schneller zu schaffen.“—Peter Ulm, MRICS, Vizepräsident der VÖPE und Geschäftsführender Gesellschafter der allora Immobilien GmbH
„Jede Verzögerung und jede Überregulierung verteuert Projekte. Das trifft am Ende auch jene, die dringend Wohnraum suchen.“ Die Herbstkonferenz solle daher „konkrete Lösungen und Stellschrauben aufzeigen“.—VÖPE-Geschäftsführer Alexander Pawkowicz
Den Auftakt gestaltete Mag. Stefan Bruckbauer, Chefvolkswirt der UniCredit Bank Austria, mit einer Keynote zu den volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Anschließend diskutierten Bruckbauer, Nadja Köfer-Holzer, Mitglied im Präsidium der VÖPE und Prokuristin der STC-Immobiliengruppe, sowie Roland Salomon, stellvertretender Abteilungsleiter der Finanzmarktaufsicht (FMA), die Frage, wie Kapitalmarkt und Regulierung bessere Voraussetzungen für den Wohnbau schaffen können.
Marta Smagacz-Jedlinska, beleuchtete Potenziale und Grenzen des seriellen Bauens. Sabine Müller, Mitglied im VÖPE-Präsidium und Vorständin der Wien 3420 aspern Development AG, widmete sich dem Thema Bodenversiegelung. Teresa Fink vom AIT Austrian Institute of Technology zeigte auf, wie faktenbasierte Planung resiliente Quartiere ermöglicht. Christopher Pongratz, referierte über Fördermöglichkeiten. In einer Podiumsdiskussion, an der unter anderem Philipp Resl, Mitglied im Präsidium der VÖPE, teilnahm, erörterten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die zentralen Hebel für mehr Effizienz im Bausektor.
Touristische Projektentwicklung
Der Themenblock „Einfach touristisch“ rückte die Rahmenbedingungen für touristische Projektentwicklung in den Fokus. Dr. Siegfried Kainz referierte zum Thema „Buy to let – touristische Projektentwicklung“. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Tourismus und Immobilienwirtschaft wurde diskutiert, welche regulatorischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen erfolgreiche touristische Projekte erfordern.
Schnellere Genehmigungsverfahren als Konjunkturmotor
Den Abschluss bildete der Block „Einfach schneller genehmigen“. Peter Ulm zeigte in seiner Keynote am Beispiel des Wiener Zinshauses, wie Sanierungen im Bestand durch vereinfachte Verfahren beschleunigt werden können. Gerald Beck, Mitglied im Präsidium der VÖPE und Geschäftsführer von BIG und ARE, Michael Gehbauer, Obmann des Österreichischen Verbands Gemeinnütziger Bauvereinigungen (GBV), sowie Peter Ulm diskutierten anschließend Möglichkeiten, Genehmigungsverfahren zu straffen.
„Wenn wir Wachstum, Wohnbau und Investitionen wieder ankurbeln wollen, müssen wir dort ansetzen, wo Projekte heute Zeit und Geld verlieren. Schnellere Verfahren, mehr Digitalisierung und standardisierte Prozesse sind entscheidend. Weniger bürokratische Komplexität ist die Voraussetzung dafür, dass Österreich wieder mehr und leistbarer bauen kann.“—Peter Ulm