ETF-Sparpläne in Europa 2025 steigen um fast 40 Prozent

Die monatlichen ETF-Sparpläne sind auf 15,1 Millionen gestiegen
Lorenz Selinger
Lorenz Selinger
ETF-Sparpläne in Europa 2025 steigen um fast 40 Prozent
© AdobeStock

Eine neue extraETF-Studie im Auftrag von BlackRock prognostiziert einen deutlichen Wachstumsschub: Die Zahl der monatlich ausgeführten ETF-Sparpläne dürfte von 15,1 Millionen im Jahr 2025 (+40% YoY) bis 2030 auf 53,7 Millionen anwachsen. Damit etablieren sich ETF-Sparpläne zunehmend als zentraler Treiber des ETF-Einsatzes unter Privatanlegern in Europa. Die extraETF-Studie zeigt, dass insbesondere die steigende Nachfrage von Frauen und jüngeren Anlegern[1], Angebote digitaler Anbieter sowie regulatorische Veränderungen das Marktwachstum bis zum Ende des Jahrzehnts stützen werden. 

Rekordwachstum bei ETF-Sparplänen

Neue Daten zeigen, dass europäische Anleger im Jahr 2025 insgesamt 22,7 Milliarden Euro über ETF-Sparpläne investiert haben. Gleichzeitig stieg die Zahl der monatlich ausgeführten Sparpläne auf 15,1 Millionen und damit auf einen neuen Höchststand. Geringere Mindestanlagebeträge sowie einfache, automatisierte Sparlösungen erleichtern immer mehr Menschen in Europa den Zugang zum Investieren. ETF-Sparpläne haben sich damit als unkomplizierter Weg für den langfristigen Vermögensaufbau etabliert. ExtraETF identifiziert zwei wesentliche Faktoren, die das Wachstum in den kommenden Jahren weiter unterstützen dürften: das wachsende Angebot von Neobanken und anderen digitalen Anbietern mit pan-europäischer Präsenz sowie Initiativen, wie die geplanten staatlich geförderten Altersvorsorgeportfolios in Deutschland.

„Wir sind der Meinung, dass Finanzmärkte für alle zugänglich sein sollten. ETF-Sparpläne ermöglichen es europäischen Anlegern, regelmäßig, einfach und kosteneffizient zu investieren und langfristig Vermögen aufzubauen. Als führender ETF-Anbieter in Europa[2] sind wir stolz darauf, Millionen Europäern den Zugang zu den Kapitalmärkten zu eröffnen.“
—Manuela Sperandeo, Co-Head of European iShares, BlackRock

ETF-Momentum nimmt europaweit zu

Deutschland bleibt der führende Markt für ETF-Sparpläne. Gleichzeitig nimmt die Dynamik in ganz Europa weiter zu: In den Niederlanden, Frankreich, Italien, Spanien und im Vereinigten Königreich ist die Zahl der ETF-Anleger in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.[3] Europaweit halten inzwischen 32,8 Millionen Menschen ETFs – das entspricht 10 Prozent der erwachsenen Bevölkerung und 25 Prozent aller Anleger. Seit 2022 ist die Zahl der ETF-Anleger damit um 69 Prozent gestiegen (von 19,3 Millionen).[4]

Langfristige Prognose bis 2030 angehoben

Die neuen Daten von extraETF verbessern den langfristigen Ausblick für den ETF-Markt: es wird erwartet, dass bis im Jahr 2030 in Kontinentaleuropa rund 53,7 Millionen ETF-Sparpläne pro Monat ausgeführt werden. Das entspräche einem jährlichen Sparvolumen von rund 73 Milliarden Euro. Das gesamte ETF-Vermögen auf digitalen Investmentplattformen dürfte bis dahin voraussichtlich die Marke von einer Billion Euro erreichen. Die Treiber des Wachstums dürften einmalige ETF-Investitionen, ETF-Sparpläne und die Marktentwicklung sein. 

„ETF-Sparpläne verändern grundlegend die Art und Weise, wie Menschen investieren. Sie senken Einstiegshürden und erleichtern es immer mehr Anlegern, langfristig Vermögen aufzubauen. Die Dynamik ist eindeutig: Bis 2030 erwarten wir mehr als eine Verdreifachung der monatlichen ETF-Sparplanaktivität – und somit deutlich mehr Menschen, die sie nutzen.“
—Christian Bimüller, Leiter Vertrieb Digitale Kunden Kontinentaleuropa bei BlackRock

Digitale Lösungen treiben die Nachfrage neuer und jüngerer Anleger

Das wachsende Interesse an ETF-Sparplänen geht mit einem Rückgang des durchschnittlichen monatlichen Betrags, der in ETF-Sparplänen angelegt wird, einher: Dieser liegt 2025 bei rund 125 Euro, nach 136 Euro im Vorjahr. Gleichzeitig werden 22,7 Milliarden Euro jährlich in ETF-Sparpläne angelegt. Innovationen wie der Handel mit Bruchteilen von Anteilen sowie Mikro-, Round-up- und Cashback-Programme haben das Investieren weiter vereinfacht und Millionen mehr Menschen den Einstieg ermöglicht – darunter auch Eltern, die Sparpläne für Kinder oder Junior-Depots einrichten. Während also der durchschnittliche Betrag, der monatlich in ETF-Sparpläne fließt, zurückgegangen ist, ist das Gesamtvolumen in ETF-Sparplänen und die Anzahl dieser weiter gestiegen.

Die BlackRock-Studie People and Money bestätigt diesen Trend: 49 Prozent der Europäer im Alter von 18 bis 34 Jahren haben vor, innerhalb der nächsten zwei Jahre einen ETF-Sparplan zu beginnen. Das unterstreicht die starke Attraktivität für jüngere Anleger.

„Unsere Daten zeigen, dass sich ETF-Sparpläne von einem nationalen Phänomen zu einer pan-europäischen Investitionsgewohnheit entwickeln. Mit 15,1 Millionen monatlichen Ausführungen wachsen sie rasant in mehreren Märkten und werden zu einem zentralen Wachstumstreiber des Privatanlegergeschäfts in Europa.“
—Markus Jordan, Geschäftsführer bei extraETF

Bevorzugte Anlagebausteine im Jahr 2025

Die Studie zeigt zudem, dass sich die Allokationen in ETF-Sparplänen 2025 vor allem auf breit diversifizierte und technologieorientierte Indexlösungen konzentrieren. Der MSCI World sowie der MSCI ACWI und regionale Indizes wie der MSCI Emerging Markets bleiben zentrale Bausteine europäischer Anlegerportfolios. Ergänzt werden sie zunehmend durch Indizes, die von strukturellen Wachstumstreibern wie Künstlicher Intelligenz profitieren – etwa der Nasdaq 100, der Big Data Index oder der S&P 500 Information Technology – sowie durch kurzfristige Geldmarktanlagen und Engagements in Edelmetallen.

Über die Studie

Die Ergebnisse der Studie (Datenstand: Herbst 2025) basieren auf einer Kombination aus Anbieter- und Marktdaten. Untersucht wurden Deutschland sowie der übrige kontinentaleuropäische Markt mit Schwerpunkt auf Frankreich, Italien, Spanien und Österreich sowie der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Finnland, Dänemark, Schweden und Norwegen. Mehrere führende Brokerplattformen und Digitalbanken stellen extraETF ihre Kennzahlen zum ETF-Sparplangeschäft zur Verfügung und ermöglichen damit eine belastbare Abbildung des Marktes. Auf dieser Grundlage entsteht ein konsistentes und quantitativ fundiertes Gesamtbild des ETF-Sparplanmarktes in Kontinentaleuropa.

Ergänzend wurden in Zusammenarbeit mit dem Datenanbieter xyt (The Independent Trading Data Intelligence Platform, xyt.one) die Börsenumsätze an den Handelsplätzen LS Exchange und gettex an den relevanten Ausführungstagen ausgewertet. Dies erlaubt insbesondere eine valide Abschätzung des ETF-Sparplanvolumens der führenden pan-europäischen Neobroker Trade Republic und Scalable Capital.

Die Prognose für die betrachtete Region geht von einem Anstieg der monatlich ausgeführten ETF-Sparpläne von 15,1 Millionen im Jahr 2025 auf 53,7 Millionen im Jahr 2030 aus. Das jährliche ETF-Sparvolumen soll im selben Zeitraum von 22,7 Milliarden Euro auf 72,9 Milliarden Euro wachsen. Gleichzeitig wird erwartet, dass das gesamte ETF-Vermögen auf digitalen Investmentplattformen von 341 Milliarden Euro (2025) auf 977 Milliarden Euro im Jahr 2030 steigt, angetrieben durch einmalige ETF-Investitionen, ETF-Sparpläne und die Marktentwicklung. Treiber dieser Entwicklung sind insbesondere die weitere europäische Expansion digitaler Angebote, der Fortschritt der Digitalisierung, politische Reformprojekte, eine steigende Finanzbildung sowie eine breitere institutionelle Unterstützung langfristiger Kapitalmarktinvestitionen. Die Schätzung des jährlichen ETF-Sparvolumens für 2025 basiert auf Broker-Flow-Daten und auf Berechnungen, die das Volumen der Zuflüsse aus dem durchschnittlichen monatlichen Betrag der ETF-Sparpläne sowie der Anzahl der Ausführungen ableiten. Sie zielt darauf ab, die ETF-Zuflüsse über das Jahr hinweg möglichst realitätsnah abzubilden, basierend auf den Daten, die zu verschiedenen Zeitpunkten im Jahr 2025 erhoben wurden.

Alle in dieser Pressemitteilung genannten Datenpunkte sind – sofern nicht anders angegeben – in der Studie „The ETF Savings Plan Market in Continental Europe: Recap & Forecast 2030“ enthalten, die extraETF in Zusammenarbeit mit iShares im Januar 2026 veröffentlicht hat.

 [1] ETFs gewinnen vor allem bei investierenden Frauen und jüngeren Anlegern an Bedeutung: Seit 2022 ist die Akzeptanz bei Frauen um 60 Prozent gestiegen, bei 25- bis 34-Jährigen um 52 Prozent, BlackRock People and Money: The next wave of ETF investors, 2025.

[2] Die 10 größten ETF-Emittenten im EMEA-Raum nach verwaltetem Vermögen (AUM)

[3] BlackRock People and Money: The next wave of ETF investors, 2025: Wachstum seit 2022: Die Niederlande (+1,10 Mio., +197 %), Spanien (+1,60 Mio., +169 %), das Vereinigte Königreich (+1,06 Mio., +104 %) und Frankreich (+1,26 Mio., +91 %) verzeichneten seit 2022 das schnellste Wachstum bei ETF-Anlegern.

[4] BlackRock People and Money: The next wave of ETF investors, 2025