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EZB belässt Leitzinsen unverändert

Trotz auf 2,6 % korrigierter Inflationsprognose rechnet die EZB mittelfristig mit dem Erreichen des 2 %-Ziels.
Michael Neubauer
Michael Neubauer
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© Nitschmann, Hans-Joachim/AdobeStock

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre drei Leitzinsen wie erwartet unverändert gelassen.

Der EZB-Rat begründete seine Entscheidung damit, dass die eingehenden Informationen weitgehend mit der vorherigen Einschätzung der Inflationsaussichten übereinstimmten, jedoch die Aufwärtsrisiken für die Inflation und die Abwärtsrisiken für das Wachstum zugenommen haben. Insbesondere der Krieg im Nahen Osten hat zu einem starken Anstieg der Energiepreise geführt, was die Inflation antreibt und die Wirtschaftsstimmung belastet. Die EZB betonte, dass die Auswirkungen des Krieges auf die mittelfristige Inflation und die Wirtschaftsaktivität von der Intensität und Dauer des Energieschocks sowie den indirekten und Zweitrundeneffekten abhängen werden.

Trotz der gestiegenen Energiepreise und einer für 2026 auf 2,6 % korrigierten Inflationsprognose bekräftigte der EZB-Rat sein Engagement, die Geldpolitik so zu gestalten, dass die Inflation mittelfristig bei seinem 2 %-Ziel stabilisiert wird.

Die EZB wird die Situation weiterhin genau beobachten und einen datenabhängigen Ansatz von Sitzung zu Sitzung verfolgen, um die angemessene geldpolitische Ausrichtung zu bestimmen. Zinsentscheidungen werden auf einer Bewertung der Inflationsaussichten und der damit verbundenen Risiken basieren, unter Berücksichtigung der eingehenden Wirtschafts- und Finanzdaten, der Dynamik der zugrunde liegenden Inflation und der Stärke der geldpolitischen Transmission. Die EZB hat sich nicht auf einen bestimmten Zinspfad festgelegt.

Analysten hatten im Vorfeld mehrheitlich mit einer Zinspause gerechnet, obwohl die Gefahr einer Stagflation – einer Kombination aus stagnierendem Wachstum und hoher Inflation – über den europäischen Börsen schwebt. Einige Marktteilnehmer erwarten jedoch weiterhin eine erste Zinserhöhung im Juni, um die Teuerungsrate einzudämmen.