Ferienimmobilien in Deutschland sind weiterhin stark gefragt – sowohl zur Eigennutzung als auch als Kapitalanlage und langfristige Vermögenssicherung. In vielen Ferienregionen steht der großen Nachfrage weiter ein begrenztes Angebot gegenüber, was vielerorts zu stabilen oder steigenden Preisen führt – insbesondere in Premiumlagen wie auf Sylt oder an den Bayerischen Seen, wo weiterhin Spitzenpreise erzielt werden. „Die Nachfrage zieht insbesondere in den Top-Destinationen wieder spürbar an”, erklärt Till-Fabian Zalewski, CEO D-A-CH von Engel & Völkers. „Die aktuelle Entwicklung zeigt die außergewöhnliche Resilienz des deutschen Ferienimmobilienmarkts gegenüber gesamtwirtschaftlichen Schwankungen. Ferienhäuser und -wohnungen erweisen sich weiterhin als wertbeständige Investitionen, die eine emotionale Rendite mit langfristiger Sicherheit verbinden.“
Bereits zum 13. Mal analysiert Engel & Völkers im großen „Ferienimmobilien Marktbericht Deutschland 2026“ die Preis-, Trend- und Lageentwicklung der 42 wichtigsten Ferienorte Deutschlands, von den Küsten der Nord- und Ostsee, über die Mecklenburgische Seenplatte, Schwarzwald und Bodensee bis zu den Alpen.
Trend zur „Coolcation” begünstigt Nachfrage an den Küsten
Die deutschen Ferienregionen sind als Urlaubsdestinationen weiterhin sehr beliebt: So haben die Übernachtungszahlen in Deutschland im vergangenen Jahr einen neuen Rekordwert erreicht. Entsprechend attraktiv bleiben Ferienimmobilien als Investitionsobjekte zur langfristigen Vermögenssicherung. Insbesondere die Küstenregionen sind dabei stark gefragt.
„Vom aktuellen Trend der Coolcation, bei dem Urlauber gezielt nach kühleren Urlaubszielen suchen und diese zum Beispiel heißen mediterranen Destinationen vorziehen, profitieren insbesondere Eigentümer von Ferienimmobilien an den Küsten."—Till-Fabian ZalewskiC - EO D-A-CH von Engel & Völkers
Auch in den Alpenregionen sind Ferienhäuser und -wohnungen weiterhin besonders begehrt – sowohl zur Eigennutzung als auch zur Vermietung. Dieser hohen Nachfrage steht ein stark limitiertes Angebot gegenüber, sodass die durchschnittlichen Angebotspreise für Ferienwohnungen an einigen Standorten in den Bayerischen Alpen im vergangenen Jahr um rund 10 Prozent gestiegen sind.
Sylt, Starnberger See und Tegernsee bleiben preisliche Hotspots
Die höchsten Preise für Ferienhäuser werden weiterhin an den bayerischen Seen sowie auf der nordfriesischen Insel Sylt erzielt. Diese Regionen sind durch ihre exklusive Lage und begrenzte Verfügbarkeit charakterisiert, was zu einem Preisniveau deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt führt. Auf Sylt registriert Engel & Völkers Spitzenpreise von bis zu 29 Millionen Euro für Ausnahmeobjekte in Toplagen. Am Starnberger See erreichen außergewöhnliche Liebhaberobjekte Preise von bis zu 35 Millionen Euro, während die Preise für exklusive Ferienhäuser am benachbarten Tegernsee bei bis zu 25 Millionen Euro liegen. In Konstanz am Bodensee werden für erstklassige Objekte in Bestlage Preise von bis zu 11 Millionen Euro sowie in der Region rund um Überlingen und Meersburg von bis zu 10 Millionen Euro aufgerufen.
Auch bei Ferienwohnungen bleiben die Nordseeküste und die bayerischen Seen die exklusivsten Regionen in Deutschland. Die ostfriesische Insel Norderney stellt mit Preisen von bis zu 25.000 Euro pro Quadratmeter für Wohnungen in sehr guter Lage den exklusivsten Standort dar, gefolgt von Sylt mit Spitzenpreisen von bis zu 22.000 Euro pro Quadratmeter. In den Bayerischen Alpen werden die höchsten Preise am Tegernsee erzielt (bis zu 20.000 Euro pro Quadratmeter), gefolgt vom Starnberger See (bis zu 18.000 Euro pro Quadratmeter) und Konstanz (bis zu 16.000 Euro pro Quadratmeter).
Marktdifferenzierung zeichnet sich ab
Bei der Wertentwicklung hat sich das Thema Energieeffizienz und Sanierung in den letzten Jahren zu einem zentralen Entscheidungskriterium entwickelt. „Käufer sind für die energetische Substanz hochgradig sensibilisiert und fordern Transparenz über künftige Betriebskosten und Wertentwicklungsaussichten”, erklärt Zalewski. „Der Markt differenziert sich dadurch verstärkt in Ready-to-use-Investments und Revitalisierungsprojekte.” Zudem legen sowohl Käufer als auch Urlauber hohen Wert auf eine erstklassige Ausstattung der Immobilie mit hochwertigen Materialien, modernster Technologie und durchdachtem regionalen Design.
Die Dynamik des Marktes wird in immer mehr Regionen von einer verstärkt restriktiven Gesetzgebung beeinflusst, die insbesondere die Schaffung neuen Wohnraums in touristisch beliebten Lagen einschränkt. Zunehmend restriktive Gesetze, wie Zweckentfremdungsverbote, die Begrenzung von Zweitwohnsitzen oder strengere Bebauungspläne, limitieren das Angebot an Neubauprojekten und machen die rechtliche Absicherung beim Kauf essenziell. „Ferienwohnungen werden im Allgemeinen zu einem immer knapper werdenden Luxus. Der Wert von Immobilien in Toplagen, die unbeschränkt genutzt oder vermietet werden dürfen, steigt deutlich”, sagt Zalewski.
Ausblick: Stabile bis steigende Preise für 2026 erwartet
Engel & Völkers erwartet für den weiteren Jahresverlauf eine fortgesetzte Marktstabilisierung auf hohem Niveau. Während das Premiumsegment in den Toplagen aufgrund des andauernden Angebotsmangels weitere moderate Preissprünge vollziehen wird, konsolidieren sich die Preise in guten und mittleren Lagen weitestgehend. „Für 2026 erwarten wir eine Fortsetzung des stabilen Trends, wobei die Nachfrage insbesondere in den Top-Destinationen wieder spürbar anzieht und das knappe Angebot weiterhin übersteigen wird”, resümiert Zalewski. „Vor dem Hintergrund der vielerorts immer komplexer werdenden Regulierung sollten sich Interessenten von Ferienimmobilien in jedem Fall durch einen fachkundigen Immobilienberater vor Ort beraten lassen.”