Gemeinnütziger Wohnbau bleibt tragende Säule der steirischen Wohnraumversorgung

Analyse „Wohnbauprojekte in der Pipeline: Steiermark“ wurde in Graz präsentiert und zeigt die Wichtigkeit des gemeinnützigen Wohnbaus auf.
Dagmar Gordon
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Christian Krainer
Christian Krainer
© Christian Radl

Die Analyse bietet einen umfassenden Einblick in die Entwicklung des steirischen Wohnungsmarktes und zeigt: Der gemeinnützige Wohnbau ist und bleibt eine tragende Säule der Wohnraumversorgung in der Steiermark. Im Erhebungszeitraum 2024 bis 2026 wurden in der Steiermark rund 411 Wohnbauprojekte mit insgesamt etwa 10.059 Wohneinheiten erfasst. Davon entfallen 126 Bauprojekte und 3.231 Wohneinheiten auf den gemeinnützigen Bereich. Damit leisten die gemeinnützigen Bauvereinigungen einen substanziellen Beitrag zur Schaffung neuen Wohnraums und zur Sicherstellung eines vielfältigen Wohnungsangebots in der Steiermark.

Unterschiedliche Wohnbedürfnisse brauchen unterschiedliche Angebote

Die Analyse verdeutlicht, dass der Wohnungsbau in der Steiermark ein breites Spektrum abdeckt. 32 Prozent der erfassten Wohnungen entfallen auf Ein- und Zweizimmerwohnungen, 42 Prozent auf Dreizimmerwohnungen und 26 Prozent auf Wohnungen mit vier oder mehr Zimmern. Hinsichtlich der Wohnnutzfläche zeigt sich ein deutlicher Unterschied. Während diese bei gewerblichen Bauträgern im Schnitt rund 68 Quadratmeter umfasst, liegt die durchschnittliche Wohnnutzfläche im gemeinnützigen Bereich bei rund 75 Quadratmetern. Diese Zahlen machen deutlich, dass gemeinnütziger Wohnbau nicht nur auf kleinere, kompakte Wohneinheiten ausgerichtet ist, sondern auch Wohnraum für Familien und größere Haushalte bereitstellt. Entscheidend ist, dass die Wohnungsangebote den unterschiedlichen Lebenssituationen und Bedürfnissen der Menschen gerecht werden.

Ein wesentlicher Vorteil des gemeinnützigen Wohnbaus liegt dabei in den bis zu 25 Prozent günstigeren Mieten. Durch das Prinzip der Kostendeckung können Wohnungen langfristig leistbarer angeboten werden. „Die Zahlen unterstreichen einmal mehr, wie wichtig die gemeinnützigen Bauvereinigungen für die Wohnraumversorgung in der Steiermark sind. Unser Auftrag geht dabei weit über die Errichtung neuer Wohnungen hinaus. Wir schaffen Wohnraum, der langfristig leistbar bleibt, und tragen damit wesentlich zur sozialen und wirtschaftlichen Stabilität unseres Landes bei. Die gemeinnützigen Bauvereinigungen stehen für eine nachhaltige Bewirtschaftung, Kostenorientierung und die konsequente Ausrichtung auf den Wohnbedarf der Bevölkerung“, betont GBV Steiermark-Obmann Mag. Christian Krainer (ÖWG Wohnbau).

Gemeinnütziger Wohnbau sichert leistbaren Wohnraum in allen Regionen

Die meisten Wohnungsfertigstellungen konzentrieren sich auf Graz. Im Jahr 2026 werden steiermarkweit 3.420 Wohnungen fertiggestellt, 2.560 davon in Graz. An zweiter Stelle liegt Graz-Umgebung. Bei einem Vergleich zeigt sich, dass der Anteil an Wohnraum, der von gemeinnützigen Bauträgern errichtet wird, in den ländlicheren Bezirken höher ist, während die gewerblichen Unternehmen mehr Wohnraum in Graz und Graz-Umgebung schaffen. Damit wird deutlich, dass die gemeinnützigen Bauvereinigungen nicht nur in den urbanen Zentren, sondern gerade auch in ländlicheren Regionen einen wichtigen Beitrag zu einem ausgewogenen Wohnungsangebot leisten.

Verlässliche Rahmenbedingungen für die Zukunft

Damit die gemeinnützigen Bauvereinigungen ihre wichtige Rolle auch künftig erfüllen können, braucht es entsprechende Rahmenbedingungen. Dazu zählen insbesondere ausreichend verfügbare Grundstücke, eine langfristig gesicherte Wohnbauförderung, leistbare Finanzierungsmöglichkeiten und verlässliche rechtliche sowie planerische Voraussetzungen.

Ein wichtiges Signal für die zukünftige Entwicklung ist die Sicherstellung des Wohnbauförderungsprogramms 2026/2027. Damit ist eine wesentliche Grundlage für die Fortführung des gemeinnützigen Wohnbaus in der Steiermark gewährleistet. Die Zahl der vorgesehenen Wohnungen hat sich zwar auf 1.200 reduziert, diese Entwicklung spiegelt jedoch auch die demografischen Veränderungen und den damit verbundenen Wohnbedarf wider. Umso wichtiger ist es, die vorhandenen Fördermittel gezielt einzusetzen und weiterhin leistbaren Wohnraum für jene Menschen zu schaffen, die ihn benötigen.

Die aktuellen Pipeline-Daten sind dabei ein wichtiger Gradmesser für die zukünftige Entwicklung des Wohnungsangebots. Sie zeigen, dass die Wohnraumversorgung eine gemeinsame Aufgabe aller Akteure am Wohnungsmarkt bleibt.

Die GBV Landesgruppe Steiermark spricht sich daher für eine enge Zusammenarbeit zwischen gemeinnützigen und gewerblichen Bauträgern, Politik, Verwaltung und Interessenvertretungen aus. Ziel muss es sein, ausreichend Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig die Leistbarkeit als zentrale wohnungspolitische Aufgabe im Blick zu behalten.

„Wir brauchen auch in Zukunft ausreichend neue Wohnungen. Dabei darf aber nicht allein die Zahl der errichteten Einheiten entscheidend sein. Es geht ebenso darum, für wen gebaut wird und ob sich die Menschen diese Wohnungen auch dauerhaft leisten können. Genau hier liegt die besondere Stärke des gemeinnützigen Wohnbaus“, so Krainer abschließend.

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