Die Analyse bietet einen
umfassenden Einblick in die Entwicklung des steirischen Wohnungsmarktes und
zeigt: Der gemeinnützige Wohnbau ist und bleibt eine tragende Säule der
Wohnraumversorgung in der Steiermark. Im Erhebungszeitraum 2024 bis 2026 wurden
in der Steiermark rund 411 Wohnbauprojekte mit insgesamt etwa 10.059
Wohneinheiten erfasst. Davon entfallen 126 Bauprojekte und 3.231 Wohneinheiten
auf den gemeinnützigen Bereich. Damit leisten die gemeinnützigen
Bauvereinigungen einen substanziellen Beitrag zur Schaffung neuen Wohnraums und
zur Sicherstellung eines vielfältigen Wohnungsangebots in der Steiermark.
Unterschiedliche
Wohnbedürfnisse brauchen unterschiedliche Angebote
Die
Analyse verdeutlicht, dass der Wohnungsbau in der Steiermark ein breites
Spektrum abdeckt. 32 Prozent der erfassten Wohnungen entfallen auf Ein- und
Zweizimmerwohnungen, 42 Prozent auf Dreizimmerwohnungen und 26 Prozent auf
Wohnungen mit vier oder mehr Zimmern. Hinsichtlich der Wohnnutzfläche zeigt
sich ein deutlicher Unterschied. Während diese bei gewerblichen Bauträgern im
Schnitt rund 68 Quadratmeter umfasst, liegt die durchschnittliche
Wohnnutzfläche im gemeinnützigen Bereich bei rund 75 Quadratmetern. Diese
Zahlen machen deutlich, dass gemeinnütziger Wohnbau nicht nur auf kleinere,
kompakte Wohneinheiten ausgerichtet ist, sondern auch Wohnraum für Familien und
größere Haushalte bereitstellt. Entscheidend ist, dass die Wohnungsangebote den
unterschiedlichen Lebenssituationen und Bedürfnissen der Menschen gerecht
werden.
Ein
wesentlicher Vorteil des gemeinnützigen Wohnbaus liegt dabei in den bis zu 25
Prozent günstigeren Mieten. Durch das Prinzip der Kostendeckung können
Wohnungen langfristig leistbarer angeboten werden. „Die Zahlen unterstreichen
einmal mehr, wie wichtig die gemeinnützigen Bauvereinigungen für die
Wohnraumversorgung in der Steiermark sind. Unser Auftrag geht dabei weit über
die Errichtung neuer Wohnungen hinaus. Wir schaffen Wohnraum, der langfristig
leistbar bleibt, und tragen damit wesentlich zur sozialen und wirtschaftlichen
Stabilität unseres Landes bei. Die gemeinnützigen Bauvereinigungen stehen für
eine nachhaltige Bewirtschaftung, Kostenorientierung und die konsequente
Ausrichtung auf den Wohnbedarf der Bevölkerung“, betont GBV Steiermark-Obmann Mag.
Christian Krainer (ÖWG Wohnbau).
Gemeinnütziger Wohnbau sichert
leistbaren Wohnraum in allen Regionen
Die meisten
Wohnungsfertigstellungen konzentrieren sich auf Graz. Im Jahr 2026 werden
steiermarkweit 3.420 Wohnungen fertiggestellt, 2.560 davon in Graz. An zweiter
Stelle liegt Graz-Umgebung. Bei einem Vergleich zeigt sich, dass der Anteil an
Wohnraum, der von gemeinnützigen Bauträgern errichtet wird, in den ländlicheren
Bezirken höher ist, während die gewerblichen Unternehmen mehr Wohnraum in Graz
und Graz-Umgebung schaffen. Damit wird deutlich, dass die gemeinnützigen
Bauvereinigungen nicht nur in den urbanen Zentren, sondern gerade auch in ländlicheren
Regionen einen wichtigen Beitrag zu einem ausgewogenen Wohnungsangebot leisten.
Verlässliche Rahmenbedingungen für
die Zukunft
Damit die gemeinnützigen
Bauvereinigungen ihre wichtige Rolle auch künftig erfüllen können, braucht es
entsprechende Rahmenbedingungen. Dazu zählen insbesondere ausreichend
verfügbare Grundstücke, eine langfristig gesicherte Wohnbauförderung, leistbare
Finanzierungsmöglichkeiten und verlässliche rechtliche sowie planerische
Voraussetzungen.
Ein wichtiges Signal für
die zukünftige Entwicklung ist die Sicherstellung des
Wohnbauförderungsprogramms 2026/2027. Damit ist eine wesentliche Grundlage für
die Fortführung des gemeinnützigen Wohnbaus in der Steiermark gewährleistet.
Die Zahl der vorgesehenen Wohnungen hat sich zwar auf 1.200 reduziert, diese
Entwicklung spiegelt jedoch auch die demografischen Veränderungen und den damit
verbundenen Wohnbedarf wider. Umso wichtiger ist es, die vorhandenen
Fördermittel gezielt einzusetzen und weiterhin leistbaren Wohnraum für jene
Menschen zu schaffen, die ihn benötigen.
Die aktuellen
Pipeline-Daten sind dabei ein wichtiger Gradmesser für die zukünftige
Entwicklung des Wohnungsangebots. Sie zeigen, dass die Wohnraumversorgung eine
gemeinsame Aufgabe aller Akteure am Wohnungsmarkt bleibt.
Die GBV Landesgruppe
Steiermark spricht sich daher für eine enge Zusammenarbeit zwischen
gemeinnützigen und gewerblichen Bauträgern, Politik, Verwaltung und
Interessenvertretungen aus. Ziel muss es sein, ausreichend Wohnraum zu schaffen
und gleichzeitig die Leistbarkeit als zentrale wohnungspolitische Aufgabe im
Blick zu behalten.
„Wir brauchen auch in
Zukunft ausreichend neue Wohnungen. Dabei darf aber nicht allein die Zahl der
errichteten Einheiten entscheidend sein. Es geht ebenso darum, für wen gebaut
wird und ob sich die Menschen diese Wohnungen auch dauerhaft leisten können.
Genau hier liegt die besondere Stärke des gemeinnützigen Wohnbaus“, so Krainer
abschließend.