HABAU GROUP saniert Weströhre des Karawankentunnels

ÖSTU-STETTIN, HABAU und VOGL.PLUS sollen die Sanierung bis 2029 fertigstellen
Lorenz Selinger
Lorenz Selinger
HABAU GROUP saniert Weströhre des Karawankentunnels
HABAU GROUP saniert Weströhre des Karawankentunnels
© HABAU

Mit der erfolgreichen Verkehrsfreigabe der neuen Oströhre des Karawankentunnels im März 2026, startet nun die nächste zentrale Bauphase eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte in der Alpenregion: die umfassende Generalsanierung der bestehenden Weströhre. Die ARGE aus den HABAU GROUP Konzernunternehmen ÖSTU-STETTIN Hoch- und Tiefbau GmbH und HABAU Hoch- und Tiefbaugesellschaft m.b.H. sowie VOGL.PLUS GmbH modernisiert im Auftrag der ASFINAG die bestehende Tunnelröhre auf österreichischer Seite auf einer Länge von viereinhalb Kilometern. Die Fertigstellung und Gesamtverkehrsfreigabe ist für Mitte 2029 vorgesehen. Die ASFINAG investiert dafür rund 123 Millionen Euro. 

„Mit der Sanierung der Weströhre des Karawankentunnels setzen wir gemeinsam mit unserem Partner und im Auftrag der ASFINAG einen weiteren wichtigen Meilenstein für die nachhaltige Modernisierung der europäischen Verkehrsinfrastruktur. Der Karawankentunnel ist nicht nur ein technisch anspruchsvolles Bauwerk, sondern auch ein Symbol für grenzüberschreitende Zusammenarbeit und zukunftsorientierte Mobilität. Besonders freut es uns, dass wir mit gleich zwei Konzernunternehmen, ÖSTU-STETTIN und HABAU, unsere umfassende Expertise im Tunnelbau erneut unter Beweis stellen können.“
—Hubert Wetschnig, CEO der HABAU GROUP

Umfassende Modernisierung eines zentralen Bindeglieds im europäischen Verkehrsnetz

Der Karawankentunnel an der A11 Karawankenautobahn, zählt mit einer Gesamtlänge von knapp acht Kilometern zu den wichtigsten Verkehrsverbindungen zwischen Österreich und Slowenien und stellt ein wesentliches Bindeglied im europäischen Verkehrsnetz dar. Seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 1991 sorgt der nach dem Karawankengebirge benannte Tunnel für eine leistungsfähige Verbindung durch die südlichen Kalkalpen. Im Rahmen der nun laufenden Generalsanierung wird die bestehende Weströhre umfassend auf den neuesten Stand gebracht. 

Dabei umfassen die Baumaßnahmen die Abtragung und Erneuerung der Zwischendecke, Betonfahrbahn, Fahrbahnentwässerung, Kabeltröge und Randsteine. Anschließend erfolgen die Anbindungen an die im Zuge des Neubaus der Oströhre hergestellten Querschläge. Danach werden Betoninstandsetzungen an der Innenschale durchgeführt, bevor eine neue Zwischendecke eingezogen und das gesamte Tunnelbeschichtungssystem erneuert wird. 

Auch die Freiland- und Portalbereiche werden umfassend modernisiert: Der Anschluss am Nordportal wird instandgesetzt, Fahrbahnen und Entwässerungssysteme erneuert, Brückenbauwerke geprüft, abgedichtet und bei Bedarf saniert. Anschließend werden Stützwände, Böschungen und Steinschlagschutzanlagen ertüchtigt sowie die Beleuchtung im Übergangsbereich zwischen Tunnel und Freiland optimiert, um höchste Sicherheitsstandards für Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.

Geballte Expertise für mehr Sicherheit und Leistungsfähigkeit des Karawankentunnels

Während der Sanierungsarbeiten wird der Verkehr durch die neu errichtete Oströhre im Gegenverkehr geführt. Die beiden Tunnelröhren werden nach Abschluss der Generalsanierung auf dem neuesten technischen Stand ausgestattet: Neben moderner Lüftung, Beleuchtung, Verkehrssensorik und Videoüberwachung erhalten beide Röhren eine erweiterte Sicherheitsausstattung, die im Fall einer Störung ein rasches Umschalten auf temporären Gegenverkehr innerhalb weniger Minuten ermöglicht. Damit wird ein Höchstmaß an Sicherheit und Flexibilität im Tunnelbetrieb gewährleistet.

 Innerhalb der ARGE greifen die Kompetenzen der beteiligten Unternehmen optimal ineinander: ÖSTU-STETTIN übernimmt die bergmännischen Arbeiten im Tunnel, während VOGL.PLUS für die Betoninstandsetzung im Tunnel und die Tunnelanstricharbeiten verantwortlich zeichnet. Gemeinsam führen die beiden Firmen alle weiteren Maßnahmen im Tunnel aus. HABAU verantwortet die Arbeiten außerhalb des Tunnels, darunter Straßen-, Beton- und Brückenbau sowie Hochbauarbeiten. Diese enge Zusammenarbeit innerhalb der HABAU GROUP sowie mit dem ARGE-Partner, ermöglicht effiziente Abläufe, hohe Ausführungsqualität und eine verlässliche Umsetzung dieses anspruchsvollen Großprojekts im laufenden Tunnelbetrieb. 

Die ASFINAG investiert rund 123 Millionen Euro in die Generalsanierung der Weströhre. Der Vollausbau des Karawankentunnels umfasst gemeinsam mit dem slowenischen Autobahnbetreiber DARS ein Investitionsvolumen von rund 570 Millionen Euro.