Hagelversicherung: Wege zu einem lebenswerten und unabhängigen Österreich

Ökologie und Ökonomie sind kein Widerspruch – sie müssen zusammengedacht werden.
Lorenz Selinger
Lorenz Selinger
Eva Schulev-Steindl (BOKU), Karl Gruber (Wien Energie GmbH, Anton Reinl (AGES), Ferdinand Lembacher (LKÖ), Wolfgang Petschko (DONAU Versicherung AG | Vienna Insurance Group), Kurt Weinberger (ÖHV), Verena Ehold (Umweltbundesamt), Ernst Karpfinger (Die Rübenbauern), Sigrid Stagl (WU Wien), Günter Griesmayr (AMA), Anja Haider-Wallner (Amt der Burgenländischen Landesregierung), Ulrich Herzog (BM für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz), Matthias Grün (Esterhazy Betriebe AG), Anton Kasser (Amt der Niederösterreichischen Landesregierung), Reinhard Mang (BM für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft), Richard Auer-Welsbach (Land&Forst Betriebe), Christina Mutenthaler (AMA Marketing), Franz Kosyna (Wiener Städtische Versicherungsverein), Gerhard Starsich (Münze Österreich AG), Monika Forstinger (BM a. D.), Thomas Schäfer-Elmayer, Christian Eltner (VVO)
Eva Schulev-Steindl (BOKU), Karl Gruber (Wien Energie GmbH, Anton Reinl (AGES), Ferdinand Lembacher (LKÖ), Wolfgang Petschko (DONAU Versicherung AG | Vienna Insurance Group), Kurt Weinberger (ÖHV), Verena Ehold (Umweltbundesamt), Ernst Karpfinger (Die Rübenbauern), Sigrid Stagl (WU Wien), Günter Griesmayr (AMA), Anja Haider-Wallner (Amt der Burgenländischen Landesregierung), Ulrich Herzog (BM für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz), Matthias Grün (Esterhazy Betriebe AG), Anton Kasser (Amt der Niederösterreichischen Landesregierung), Reinhard Mang (BM für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft), Richard Auer-Welsbach (Land&Forst Betriebe), Christina Mutenthaler (AMA Marketing), Franz Kosyna (Wiener Städtische Versicherungsverein), Gerhard Starsich (Münze Österreich AG), Monika Forstinger (BM a. D.), Thomas Schäfer-Elmayer, Christian Eltner (VVO)
© ÖHV

Ein lebenswertes und unabhängiges Österreich braucht unverbaute Böden, erneuerbare Energie und ein neues Wirtschaftsdenken, das die natürlichen Ressourcen erhält. Diese Botschaft stand im Mittelpunkt des 16. Nachhaltigkeitsfrühstücks der Österreichischen Hagelversicherung. Auf Einladung von Kurt Weinberger, Generaldirektor der Österreichischen Hagelversicherung, sprach Sigrid Stagl, Österreichs Wissenschafterin des Jahres 2024, Gründerin des Instituts für Ökologische Ökonomie an der WU Wien und Leiterin des WU Competence Center for Sustainability Transformation and Responsibility, vor mehr als 100 geladenen Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Landwirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Politik.

Ökologie und Ökonomie sind kein Widerspruch

Ökologie und Ökonomie sind kein Widerspruch – sie müssen zusammengedacht werden. Eine Wirtschaft, die ihre natürlichen Grundlagen zerstört, sägt am eigenen Ast. Unverbauter Boden, sauberes Wasser und ein stabiles Klima sind keine romantischen Nebenthemen, sondern notwendige Standortfaktoren.

„Unsere Äcker und Wiesen dürfen daher nicht länger als billigste Reserveflächen für Verbauung missbraucht werden. Wir müssen Wirtschaft neu denken: Wohlstand darf nicht nur an kurzfristigem Wachstum gemessen werden, sondern auch daran, ob wir unsere Lebensgrundlagen erhalten. Naturkapital muss denselben Stellenwert bekommen wie Finanzkapital. Wer unverbaute Böden erhält, sichert Erträge. Wer regionale Produktion stärkt, stärkt Versorgungssicherheit, Arbeitsplätze und Wertschöpfung. Boden- und Klimaschutz sind daher kein Bremsklotz, sondern Voraussetzung für stabile wirtschaftliche Entwicklung.“
—Kurt Weinberger, Generaldirektor der Österreichischen Hagelversicherung,

 

Klima- und Bodenschutz sind Standortpolitik

Sigrid Stagl machte deutlich, dass Klima- und Bodenschutz Teil moderner (Land-)Wirtschafts-, Wettbewerbs- und Industriepolitik sein müssen. Ein Schwerpunkt in ihrer Keynote lag auf Österreichs Unabhängigkeit von fossilen Importen. Erneuerbare Energien liefern nicht nur klimaneutralen Strom, sondern halten Wertschöpfung im Land und verringern geopolitische Erpressbarkeit. Die Transformation sei daher kein Kostenblock, sondern eine Investition in Sicherheit, Resilienz und Zukunftsfähigkeit. Das gelte auch für den Bodenverbrauch:

„Boden zu schützen ist keine Nostalgie, sondern ökonomische Vernunft: Wer heute weiter versiegelt, zahlt morgen doppelt – bei Ernährungssicherheit, Hochwasserschäden und Lebensqualität.“
—Sigrid Stagl, Leiterin des WU Competence Center for Sustainability Transformation and Responsibility,  

 

Natürliche Grundlagen sichern, Unabhängigkeit stärken

Die Veranstaltung zeigte: Klima- und Bodenschutz dürfen nicht länger als Randthemen behandelt werden.

„Wir haben alle die Stellschrauben in der Hand – drehen wir daran. Die besten Böden Österreichs müssen geschützt, erneuerbare Energien konsequent ausgebaut und wirtschaftliche Entscheidungen stärker an langfristiger Sicherheit ausgerichtet werden. Im Sinne dessen, wie der kanadische Premierminister Mark Carney beim World Economic Forum am 20. Jänner 2026 in Davos treffend sagte: ‚Ein Land, das sich nicht selbst ernähren oder mit Energie versorgen kann, hat nur wenige Optionen.‘ Nur ein Österreich, das seine natürlichen Grundlagen erhält, bleibt lebenswert und unabhängig – für unsere Kinder und Kindeskinder.“
—Kurt Weinberger