Der Salzburger Einzelhandelsmarkt zeigt sich weiterhin äußerst robust und profitiert insbesondere von seiner internationalen Strahlkraft als Tourismusdestination, einer hohen Kaufkraft sowie einer konstant starken Frequenz in der Innenstadt. Gleichzeitig sorgen neue Handels-, Gastronomie- und Hotelprojekte für zusätzliche Dynamik am Standort, wie die neueste Analyse des internationalen Immobiliendienstleisters CBRE zeigt.
„Salzburg nimmt im österreichischen Retailmarkt eine Sonderstellung ein. Die Kombination aus internationalem Tourismus, historischer Altstadt und hoher Kaufkraft schafft Rahmenbedingungen, die in dieser Form nur wenige Standorte bieten können.“—Christoph Ecker - Director Retail bei CBRE
In der Getreidegasse kam es zuletzt zu mehreren bedeutenden Veränderungen. So eröffnete die Lindt Chocolate Boutique einen neuen Standort, während Mango die ehemaligen Zara-Flächen übernommen hat. Gleichzeitig entwickelt sich der Alte Markt zunehmend zu einem Schwerpunkt für Luxus- und Schmuckanbieter. Unter anderem eröffnete dort die von CBRE vermittelte Uhrenboutique Bink. Am vorgelagerten Rathausplatz und Kranzlmarkt positionierte sich die Dallinger mit einer neuen Rolex- und Tudor-Boutique und einem zusätzlichen Juwelierkonzept. Die Mietpreise liegen stabil zwischen 50 und 110 Euro pro Quadratmeter im Monat.
Auch auf Projektseite erhält die Stadt zusätzliche Impulse. Das Revitalisierungsprojekt „Am Goldeck“ am Rathausplatz, die Neugestaltung von Waagplatz und Mozartplatz sowie die Entwicklung des AVA-Hofs zu einem Luxushotel mit Retail- und Büroflächen stärken die Attraktivität der Innenstadt nachhaltig. Im Bereich des Hauptbahnhofs entsteht mit dem Landesdienstleistungszentrum Salzburg ein neuer Arbeitsstandort mit mehr als 1.300 Beschäftigten. „Wir erwarten in dem Bereich eine deutliche Steigerung der Frequenz für Handel und Gastronomie im unmittelbaren Umfeld“, sagt Christoph Ossberger, Standortleiter von CBRE in Westösterreich. Gleichzeitig sorgt die Erweiterung des Europarks um zusätzliche rund 8.500 Quadratmeter Verkaufsfläche bis 2027 für weitere Dynamik im großflächigen Einzelhandel.
Steigender Einzelhandelsumsatz
Der gesamtösterreichische Einzelhandelsmarkt zeigt generell nach herausfordernden Jahren erste Anzeichen einer Stabilisierung. Dementsprechend legte der Umsatz 2025 inflationsbereinigt leicht um 0,8 Prozent zu. Wachstumstreiber waren insbesondere der Lebensmittelhandel sowie der E-Commerce, während der Non-Food-Bereich – vor allem Möbel, Sport und Elektronik – unter Druck bleibt. Gleichzeitig sorgen steigende Energie- und Personalkosten für anhaltenden Margendruck und eine fortgesetzte Marktbereinigung, die sich in Insolvenzen und Flächenreduktionen widerspiegelt. „Der österreichische Retailmarkt befindet sich aktuell in einer Phase der Konsolidierung. Aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen agieren sowohl Händler als auch Investoren weiterhin selektiv“, sagt Ecker.
Investmentmarkt mit selektivem Fokus
Auch der Retail-Investmentmarkt zeigt wieder zunehmende Aktivität. Im Jahr 2025 lag das Investmentvolumen bei rund 485 Millionen Euro und machte etwa 12 Prozent des gesamten Immobilieninvestmentmarktes aus. Bedeutende Abschlüsse waren unter anderen das Kaufhaus Tyrol in Innsbruck oder der Verkauf des Gewerbeparks Stadlau in Wien. Internationale Investoren dominieren weiterhin das Marktgeschehen, wobei der Fokus klar auf Core-Produkten und Trophy-Assets liegt. Fachmarktzentren mit hoher Nahversorgungsfunktion stehen besonders im Fokus. Die Spitzenrenditen lagen zuletzt bei rund 4,7 Prozent für Highstreet-Objekte, 5,7 Prozent für Fachmarktzentren und 5,9 Prozent für Shopping-Center. „Investoren konzentrieren sich zunehmend auf qualitativ hochwertige Objekte mit stabilen Cashflows. Sekundäre Lagen und schwächer positionierte Objekte stehen hingegen stärker unter Druck“, so Manuel Bugl, Head of Investment bei CBRE.