Immobilienwirtschaft: Hitzeschutzpaket rasch, aber gemeinsam auf den Weg bringen

WKÖ-Fachverbandsobmann Oberndorfer: „Maßnahmen müssen Teil einer umfassenden Sanierungsstrategie sein.“
Michael Neubauer
Michael Neubauer
Immobilienwirtschaft: Hitzeschutzpaket rasch, aber gemeinsam auf den Weg bringen
© ImmoFokus

Der Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) spricht sich seit Langem für besseren Hitzeschutz in Wohngebäuden aus. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass neue Regelungen auf den Ergebnissen der laufenden Arbeitsgruppe zur Sanierungsstrategie aufbauen und gemeinsam mit Sozialpartnern sowie Fachexpertinnen und -experten entwickelt werden.

Fachlich fundierte, rechtssichere, praktikable Lösungen, keine Parallelstrukturen

Seit dem Frühjahr arbeiten Vertreterinnen und Vertreter der zuständigen Ressorts, der Sozialpartner und Expertinnen und Experten an einer umfassenden Sanierungsstrategie. Im Mittelpunkt stehen dabei die thermisch-energetische Sanierung, die Dekarbonisierung, die Energieversorgung, die Finanzierung sowie ein praxistauglicher wohnrechtlicher Rahmen.

Der aktuelle Umlauf-Ministerratsbeschluss greift zwar ein wichtiges Thema auf, löst den Hitzeschutz jedoch aus dem Gesamtprozess heraus. Damit werden bestehende Gespräche und die Expertise der Arbeitsgruppe umgangen. Das schafft Parallelstrukturen und gefährdet eine abgestimmte Gesamtlösung“, kritisiert Fachverbandsobmann Roman Oberndorfer.

„Hitzeschutz ist längst keine Komfortfrage mehr, sondern eine zentrale Herausforderung für den österreichischen Gebäudebestand. Gerade deshalb braucht es fachlich fundierte, rechtssichere und praktikable Lösungen. Diese können nur gemeinsam mit denjenigen erarbeitet werden, die ihre Auswirkungen in der Praxis tragen“, unterstreicht er.

Hitzeschutz ganzheitlich denken

Aus Sicht der Immobilienwirtschaft kann der Hitzeschutz nicht isoliert betrachtet werden. Maßnahmen zur Kühlung stehen in engem Zusammenhang mit Dämmung, Lüftung, Heizungsumstellung, moderner Gebäudetechnik sowie Fragen der Finanzierung und Kostenverteilung. „Hitzeschutz auf die erleichterte Montage einzelner Geräte zu reduzieren, greift zu kurz. Wir brauchen eine Gesamtstrategie, in der technische, wirtschaftliche und wohnrechtliche Maßnahmen sinnvoll ineinandergreifen. Nur so schaffen wir nachhaltige Lösungen für Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Mieterinnen und Mieter“, betont der Immobilienwirtschafts-Branchensprecher.

Expertise nutzen, Maßnahmen rasch beschließen

Der WKÖ-Fachverband der Immobilien- und Vermögenstreuhänder hat bereits konkrete Vorschläge in die Arbeitsgruppe eingebracht, darunter rechtssichere und praktikable Regelungen für Klimageräte ohne außenliegende Aggregate sowie klare Bestimmungen zu Zustimmung, Wartung, Rückbau und Kosten. „Wir appellieren, den Ministerratsvortrag unverzüglich in die laufenden Arbeiten der Sozialpartner einzubinden und mit den bestehenden Vorschlägen abzugleichen. Das Hitzeschutzpaket kann rasch umgesetzt werden – allerdings nur im Einklang mit einer umfassenden Sanierungsstrategie. Das ist eine der Voraussetzungen dafür, dass Maßnahmen dauerhaft wirksam sind“, betont Fachverbandsobmann Oberndorfer abschließend.