Der Immo Club Quadrat - aus dem The Venue im Twenty One
Host: Michael Neubauer (Herausgeber ImmoFokus)
Co-Host: Wolfgang Fessl (Reinberg & Partner))
Clemes Berger (AK Wien)
Clemes Biffl (Sedlak Immobilien) Bauträgersprecher der Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder
Thomas Malloth (Malloth & Partner)
➡️ Stand der Mietrechtsverhandlungen: Die letzten 7–8 Monate verliefen konstruktiver als die vorangegangenen Jahrzehnte; Experten ziehen weitgehend an einem Strang, viele Details sind bereits ausverhandelt; die eigentliche Hürde liegt im politischen Mut zur Umsetzung, nicht in der Facharbeit. Ohne Beschluss in den nächsten Monaten droht die Verschiebung in den Wahlkampf 2028.
➡️ Die neue Sanierungspflicht macht Immobilientransaktionen zum bürokratischen Risiko. Seit Juli können Verkauf, Schenkung oder Umnutzung eines Nichtwohngebäudes eine Sanierung binnen fünf Jahren auf Nullemissions- oder Niedrigenergiestandard auslösen. Bei Verstößen drohen bis zu 100.000 Euro Strafe.
Besonders problematisch: Statt klarer und nachvollziehbarer Schwellenwerte liefert das Gesetz komplexe Formeln. Damit wird aus einer Immobilientransaktion schnell ein juristisches und bauphysikalisches Prüfverfahren – selbst bei Share Deals.
Das Ergebnis: mehr Bürokratie, mehr Kosten und weniger Planungssicherheit für Eigentümer und Investoren.
➡️ Klimaziele sind nur über den Bestand erreichbar, nicht über Neubau allein; dort liegt das größte Hebelpotenzial. Nachverdichtung und Aufstockung im dichten urbanen Raum sind wegen hoher Baukosten (Richtwert ca. 5.000 €/m² Baukosten) wirtschaftlich kaum darstellbar.
➡️ Das bestehende Richtwertsystem gilt als für Laien kaum verständlich; die Grenzen zwischen Altbau, saniertem Altbau, Neubau und freier Miete sind schwer vermittelbar.
➡️ Derzeit beträgt der Zuschlag im Richtwertsystem für durchgreifend sanierte Häuser laut Judikatur lediglich 10 % des Richtwertes (ca. 67 Cent/m²) – wirtschaftlich nicht ausreichend zur Refinanzierung.
➡️ Leistbares Wohnen, Klimaziele und wirtschaftliche Tragfähigkeit müssen zusammengedacht werden. Gemeinnützige, gewerbliche und kommunale Wohnungswirtschaft haben unterschiedliche Rollen – aber nur gemeinsam ist die Wende zu schaffen.