ImmoClubQuadrat #04: „Miet-Wohnrechtsreform - Wenn nicht jetzt, wann dann?“

Mit Herausgeber Michael Neubauer diskutierten Wolfgang Fessl, Clemes Berger, Clemes Biffl und Thomas Malloth
Michael Neubauer
Michael Neubauer
ImmoClubQuadrat #04: „Miet-Wohnrechtsreform - Wenn nicht jetzt, wann dann?“
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ImmoClubQuadrat #04: „Miet-Wohnrechtsreform - Wenn nicht jetzt, wann dann?“

Der Immo Club Quadrat - aus dem The Venue im Twenty One

Host: Michael Neubauer (Herausgeber ImmoFokus)

Co-Host: Wolfgang Fessl (Reinberg & Partner))

Clemes Berger (AK Wien)

Clemes Biffl (Sedlak Immobilien) Bauträgersprecher der Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder

Thomas Malloth (Malloth & Partner)

➡️ Stand der Mietrechtsverhandlungen: Die letzten 7–8 Monate verliefen konstruktiver als die vorangegangenen Jahrzehnte; Experten ziehen weitgehend an einem Strang, viele Details sind bereits ausverhandelt; die eigentliche Hürde liegt im politischen Mut zur Umsetzung, nicht in der Facharbeit. Ohne Beschluss in den nächsten Monaten droht die Verschiebung in den Wahlkampf 2028.

➡️ Die neue Sanierungspflicht macht Immobilientransaktionen zum bürokratischen Risiko. Seit Juli können Verkauf, Schenkung oder Umnutzung eines Nichtwohngebäudes eine Sanierung binnen fünf Jahren auf Nullemissions- oder Niedrigenergiestandard auslösen. Bei Verstößen drohen bis zu 100.000 Euro Strafe.

Besonders problematisch: Statt klarer und nachvollziehbarer Schwellenwerte liefert das Gesetz komplexe Formeln. Damit wird aus einer Immobilientransaktion schnell ein juristisches und bauphysikalisches Prüfverfahren – selbst bei Share Deals.

Das Ergebnis: mehr Bürokratie, mehr Kosten und weniger Planungssicherheit für Eigentümer und Investoren.

➡️ Klimaziele sind nur über den Bestand erreichbar, nicht über Neubau allein; dort liegt das größte Hebelpotenzial. Nachverdichtung und Aufstockung im dichten urbanen Raum sind wegen hoher Baukosten (Richtwert ca. 5.000 €/m² Baukosten) wirtschaftlich kaum darstellbar.

➡️ Das bestehende Richtwertsystem gilt als für Laien kaum verständlich; die Grenzen zwischen Altbau, saniertem Altbau, Neubau und freier Miete sind schwer vermittelbar.

➡️ Derzeit beträgt der Zuschlag im Richtwertsystem für durchgreifend sanierte Häuser laut Judikatur lediglich 10 % des Richtwertes (ca. 67 Cent/m²) – wirtschaftlich nicht ausreichend zur Refinanzierung.

➡️ Leistbares Wohnen, Klimaziele und wirtschaftliche Tragfähigkeit müssen zusammengedacht werden. Gemeinnützige, gewerbliche und kommunale Wohnungswirtschaft haben unterschiedliche Rollen – aber nur gemeinsam ist die Wende zu schaffen.