Ist Grönland eine gute Investition?

Das Angebot des Orangen war ja bei etwa 5,7 Mrd. Dollar für die Insel, also die Prämie von 100.000 Dollar pro Einwohner.
Ist Grönland eine gute Investition?
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Soso, Grönland ist also besonders wichtig, um dort Raketenstationen zu montieren, zumindest Menschen mit lückenhafter Allgemeinbildung und deren Handlanger finden das. Abgesehen davon, dass man das auch in Alaska arrangieren könnte, weil sich das mit den Flugbahnen der Raketen über den Pol immer noch ausgeht, scheint das auch aus anderen Gründen eine Ausrede zu sein:

Grönland ist mit etwa 2,1 Millionen Quadratkilometern etwa 26-mal so groß wie Österreich. Hat dafür aber nur 57.000 Einwohner, also etwa so viele wie Sankt Pölten. Dementsprechend beträgt das Bruttoinlandsprodukt nur 3,3 Milliarden Dollar, das bedeutet die Wertschöpfung pro Kopf ist in etwa so groß wie jene von Österreich, immerhin.

Allerdings müssen die Dänen jedes Jahr etwa 600 Millionen Dollar zuschießen um das Leben in Grönland zu ermöglichen, die Lebenshaltungskosten sind also, wenig überraschend, deutlich höher als jene in Europa. Das Handelsbilanzdefizit möchte man gar nicht wissen.

Das Angebot des Orangen war ja bei etwa 5,7 Milliarden Dollar für die Insel, also die Prämie von 100.000 Dollar pro Einwohner. Setzen wir das einmal in Relation, dann ergibt sich ein Wert von etwa 0,25 Cent pro Quadratmeter. Klingt nicht sehr lukrativ. Die einfachsten, nutzlosen Inseln ohne Bodenschätze und Infrastruktur vor der Küste Kanadas kosten schon etwa € 50,-/m². Da gibt es beim Inselmakler Ihres Vertrauens ein reichhaltiges Angebot.

Dann sind es also doch eher die Bodenschätze, welche unter dem Eis liegen?

Durchaus möglich, derzeit sind ja nur jene Bodenschätze bekannt, welche an den Küsten zum Vorschein treten, und das sind schon einige! Unter dem Eisschild werden weitere ertragreiche Bodenschätze vermutet unter anderem riesige Uranvorkommen. Das gäbe natürlich Sinn, Uran notiert derzeit mit einem Wert von etwa 200 Euro pro Kilogramm auf den Weltmärkten. Bis dato ist Kasachstan der größte Produzent mit etwa 22.000 Tonnen pro Jahr. Das macht dann einen Ertrag von etwa 4,4 Milliarden Euro pro Jahr. Bei einer vermuteten Mächtigkeit der Vorkommen größer als jene in Kasachstan und dem lächerlichen Kaufpreis von 5,7 Milliarden ergäbe das - selbst unter Anrechnung des jährlichen Zuschusses - eine fette Rendite. Und da sind die anderen Bodenschätze bis hin zu den seltenen Erden noch garnicht eingerechnet.

Allerdings muß man an die erst einmal herankommen. Derzeit liegt da nämlich ein Eisschild mit durchschnittlich 1800 Meter Dicke darüber. Die Mächtigkeit des Eises wird mit 3 Millionen Kubikkilometer (!) beschrieben. Das wäre ein feines Trinkwasserreservoir. Wiederum schwer zu nutzen, denn wenn dieser Eisschild abschmilzt (und das wird er früher oder später) dann würde der Meeresspiegel nach aktuellen Berechnungen um etwa 7,4 Meter steigen. Keine rosigen Aussichten für küstennahe Gebiete…

Apropos Trinkwasser: Das Volumen des Eisschildes entspricht etwa 3 mal 10 hoch 15 Kubikmeter Wasser, also ein Dreier mit 15 Nullen. Selbst wenn wir den Kubikmeter nur mit einem Betrag von 10 Eurocent veranschlagen entspricht dies 300 Billionen Euro, abgezinst auf 200 Jahre ergibt dies immer noch einen Betrag von 810 Milliarden Euro, also doch etwas mehr als geboten wurde.

So oder so, für Radarstationen gibt es geeignetere Bauplätze.