Jeder dritte Haushalt bildet keine finanziellen Rücklagen

Insgesamt rund 48 % sparten weniger als im Vorjahr
Michael Neubauer
Michael Neubauer
Inflationsrate
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© Adobe Stock/Gina Sanders

34 % der Haushalte in Österreich gaben im 3. Quartal 2025 an, in einem durchschnittlichen Monat keine Ersparnisse zu bilden. Rund 15 % legten monatlich mehr als 1 000 Euro zurück. Das geht aus der von Statistik Austria durchgeführten Befragung zu den sozialen Krisenfolgen hervor.

„Die Möglichkeit, finanzielle Rücklagen zu bilden, variiert innerhalb der Bevölkerung stark. Rund 66 % der 18- bis 74-Jährigen haben im 3. Quartal 2025 angegeben, monatlich Geld zur Seite zu legen, 34 % sparen nichts. Allgemein sparte die Hälfte der Bevölkerung weniger als im Vorjahr, wobei als Hauptgrund für die geringeren Sparvolumina gestiegene Ausgaben genannt wurden.“
—Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.
  • Sparverhalten: 34 % der Haushalte sparen monatlich nichts, während 15 % mehr als 1.000 Euro zurücklegen. Insgesamt gaben 48 % der 18- bis 74-Jährigen an, weniger gespart zu haben als im Vorjahr, hauptsächlich aufgrund gestiegener Ausgaben. ​ Besonders vulnerable Gruppen wie Haushalte mit niedrigem Einkommen, von Arbeitslosigkeit betroffene Haushalte und Ein-Eltern-Haushalte sparen am wenigsten. ​
  • Einkommensveränderungen: 25 % der 18- bis 74-Jährigen erlebten Einkommensverluste in den letzten 12 Monaten, was etwa 1,7 Millionen Personen entspricht. ​ Besonders betroffen sind Haushalte mit Arbeitslosigkeit (48 %). ​ 37 % der Befragten gaben an, dass es ihnen schwerer fällt, mit ihrem Einkommen auszukommen, vor allem wegen gestiegener Ausgaben für Lebensmittel, Wohnen und Energie.
  • Wirtschaftliche Unsicherheit: 22 % der Befragten erwarten einen Rückgang ihres Haushaltseinkommens in den nächsten 12 Monaten, und 59 % rechnen mit einer Verschlechterung der allgemeinen Wirtschaftslage. ​
  • Wohnkostenbelastung: Für 15 % der Bevölkerung stellen Wohnkosten eine starke Belastung dar, besonders für Haushalte mit niedrigem Einkommen (38 %) und von Arbeitslosigkeit betroffene Haushalte (31 %). ​

Die Daten stammen aus der quartalsweisen Befragung „So geht’s uns heute“, die von Statistik Austria durchgeführt wird, um die sozialen Folgen aktueller Krisen zu analysieren. ​ Die Ergebnisse basieren auf einer Stichprobe von 3.800 Personen im Alter von 18 bis 74 Jahren. Weitere Details sind im Bericht „So geht’s uns heute: Die sozialen Krisenfolgen im 3. ​ Quartal 2025 – Schwerpunkt: Sparverhalten“ auf der Website von Statistik Austria verfügbar. ​