Kalles Markthalle wird umgebaut

Die Gastronomen rücken näher zusammen, der Wintergarten wird zur Lounge
Lorenz Selinger
Lorenz Selinger
Kalle Halle
Kalle Halle
© Stefan Müller

Der Immobilienentwickler MREI strukturiert Kalles Markthalle im Kalle Neukölln grundlegend um. Die Gastronomieflächen rücken enger um das Atrium im Erdgeschoss des ehemaligen Kaufhauses zusammen, der Wintergarten wird als Lounge- und Aufenthaltsbereich in die Food Hall integriert, und aus einer Retailfläche entstehen zwei. Der Umbau läuft seit dem 2. September 2026 — bei laufendem Betrieb.

Neue Betreiberstruktur als Ausgangspunkt

Seit Anfang Juli 2026 führen die Gastronomen ihre Stände in Eigenregie. Die Betreiber des Kalle Neukölln übernehmen Infrastruktur und Vermarktung. Die ersten Wochen unter dieser Struktur zeigten jedoch, dass die weitläufige Halle nicht durchgehend die gewünschte Atmosphäre erzeugte: Stände und Sitzbereiche lagen teilweise weit auseinander, die Aufenthaltsqualität blieb hinter den Erwartungen zurück. Der Umbau reagiert direkt auf diese Erfahrungen.

Wintergarten wird Teil der Food Hall

Das Atrium bleibt das Herzstück der Markthalle. Neu hinzu kommt der Wintergarten als vollwertiger Bestandteil der Food Hall. Er stellt zusätzliche Sitz- und Aufenthaltsflächen bereit; die Gesamtkapazität steigt auf knapp 850 Gäste — rund 200 mehr als bisher. Gastrofläche und Wintergarten kommen zusammen auf über 2.000 Quadratmeter. 

„Der neu gewonnene Wintergarten bietet eine tolle Aufenthaltsqualität bei Tageslicht und beeindruckender Architektur zwischen einer Hommage an altes Kaufhaus und Gründergarage mit Code University & Delta Founders Campus.“
—Hans Stier, Partner bei MREI

Gastronomen bleiben, Flächen werden neu zugeschnitten

Die große Mehrheit der Gastronomen verbleibt im Haus und zieht auf die neu zugeschnittenen Flächen innerhalb der Markthalle. Alle Veränderungen wurden laut MREI mit den Betreibern abgestimmt. 

„Damit konzentrieren wir den Foodmarket und schaffen bessere Voraussetzungen für die Gastronomen, darunter echte Stars der Branche, etwa MOGG Pastrami, KOJI Handroll Sushi, MOIM Korean Chicken und Chens Handpulled Noodles. Gemeinsam wollen die Restaurants in der Markthalle Frequenz und Umsatz gegenüber dem Zustand vor Juli 2026 verdoppeln. Wir unterstützen sie dabei, dieses Ziel zu erreichen.“
—Hans Stier

Retailflächen verdoppeln sich

Auf der durch die Verdichtung frei werdenden Fläche entsteht zusätzlicher Einzelhandel. Aus bislang einer Retailfläche werden zwei. Damit erweitert Kalle Neukölln das Nahversorgungsangebot an der Karl-Marx-Straße. Zusammen mit dem bereits 2024 eröffneten Edeka-Markt im Untergeschoss wächst das Angebot für den täglichen Bedarf weiter.

Frequenzstrategie: Einzelhandel, Gastronomie und Veranstaltungen greifen ineinander

Die Logik des Immobilienentwicklers setzt auf wechselseitige Frequenzerzeugung: Zusätzlicher Einzelhandel bringt Laufkundschaft, die an der Markthalle vorbeiführt — und umgekehrt. Nahversorgung, Gastronomie und kulturelle Veranstaltungen sollen sich gegenseitig stärken. Etablierte Formate wie die Roller Disco, die Halloween-Party und das Chili-Fest am 12. und 13. Dezember werden fortgeführt. Weitere Veranstaltungen der übrigen Mieter im Haus ergänzen das Programm regelmäßig.

Der Umbau startete am 2. September 2026 und soll noch im laufenden Jahr abgeschlossen werden. Kalles Markthalle bleibt während der gesamten Bauphase geöffnet.