Klagenfurter Bildungscampus entsteht in der Hubertusstraße

j-c-k Architekten entscheiden den Architekturwettbewerb für sich
Lorenz Selinger
Lorenz Selinger
Visualisierung Hubertusstraße
Visualisierung Hubertusstraße
© j-c-k Architekten

Die Bundesimmobiliengesellschaft modernisiert und vereint im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung den Klagenfurter Bildungsstandort in der Hubertusstraße zu einem zukunftsorientierten Bildungscampus. Bei einer Pressekonferenz präsentierten heute die BIG, die Kärntner Bildungsdirektorin Isabella Penz sowie Peter Reichmann, Landesrat für Bildung die Pläne für die Funktionssanierung: Nach der Sanierung werden mehrere Bildungseinrichtungen – AHS, BAfEP mit Praxiskindergarten, PH mit PVS und PMS – für rund 2.000 Kinder und Jugendliche sowie 250 Lehrende an diesem Standort ihren Platz finden. Die BIG und das BMB investieren rund 37 Mio. Euro in die Funktionssanierung und machen den Gebäudekomplex aus den 1960er Jahren fit für die Zukunft. Der Baustart ist für 2028 vorgesehen, die Fertigstellung für Ende 2031.

 "Investitionen wie diese sind zukunftsweisend für nachhaltige Modernisierungsmaßnahmen: Durch intelligente planerische Umstrukturierungen werden Bestandsbauten ohne zusätzliche Bodenversiegelung oder Neubau für moderne pädagogische Konzepte und Bedürfnisse adaptiert."
—Gerald Beck, Geschäftsführer der BIG
 "Beispielgebende Partizipationsprozesse wie bei diesem Umbau, wo bereits vor dem Realisierungswettbewerb die zukünftige Nutzergemeinschaft miteinbezogen wird, ermöglichen es uns, die tatsächlichen Bedürfnisse der Schulgemeinschaft Realität werden zu lassen. Auch das ist Bestandteil von nachhaltigen Sanierungsmaßnahmen, die eine langfristige, optimale Nutzung gewährleisten."
—Oliver Möllner, zuständiger Asset Manager der BIG

 

Raum für die Zukunft

Durch die Absiedelung von Teilen der PH Klagenfurt entsteht neuer, dringend benötigter Raum für die Schulen in der Hubertusstraße. Dieser Raum kann ohne Neubau und ohne zusätzliche Bodenversiegelung entstehen. Sowohl die AHS als auch die BAfEP werden in der Sekundarstufe II über jeweils 25 Klassen im Departementsystem verfügen. Der Übungskindergarten der BAfEP wird fünf Gruppenräume umfassen. Die PH Klagenfurt bleibt mit Seminar- und Unterrichtsräumen sowie ihren Praxisschulen mit insgesamt 17 Klassen am Standort erhalten.

Um die bestmögliche Nutzung der bestehenden Flächen zu gewährleisten und Synergien zu schaffen, wurde bereits im Vorfeld der Planung die Schulgemeinschaft miteinbezogen. Die Ergebnisse des intensiven Beteiligungsprozesses waren prägend für die gemeinsame Leitidee der Schaffung eines gemeinsamen Bildungscampus und hatte großen Einfluss auf die Erstellung eines gemeinsamen Raum- und Funktionsprogrammes, sowie des Qualitätskatalogs, der als Grundlage der Auslobung galt.

Die Vision der BIG, des BMB und des gemeinsamen Bildungscampus ist, den Campus zu einem Lern- und Lehrraum für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu machen, der auf die Pädagogik von 2060 vorbereitet.

 „Mit dem neuen Bildungscampus in der Hubertusstraße schaffen wir einen Ort, an dem Lernen, Lehren und Entwicklung auf zeitgemäße Weise zusammenfinden. Die Bündelung von AHS, BAfEP mit Praxiskindergarten sowie Pädagogischer Hochschule mit PVS und PMS eröffnet enorme pädagogische Synergien und stärkt den Bildungsstandort Klagenfurt nachhaltig. Es entstehen hier moderne Rahmenbedingungen, die Innovation, Zusammenarbeit und individuelle Förderung gleichermaßen ermöglichen. Die umfassende Sanierung ist damit vor allem eine Investition in die Zukunft unserer jungen Generation.“
—Bildungsdirektorin Isabella Penz
„Moderne Bildungsräume schaffen nicht nur bessere Rahmenbedingungen für Pädagoginnen und Pädagogen, sondern vor allem für jene jungen Menschen, die künftig Verantwortung in unseren Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen übernehmen werden. Mit der Investition von rund 37 Millionen Euro in die Funktionssanierung wird seitens des Bundes ein sehr starkes Zeichen am Bildungsstandort Kärnten gesetzt. Diese Investition ist weit mehr als ein bauliches Projekt – sie ist ein klares Bekenntnis zur Qualität der Ausbildung, zur Zukunft der Elementarpädagogik und zur Wertschätzung eines Berufsfeldes, das für unsere Gesellschaft von zentraler Bedeutung ist.  Hier wird in Bildung – also direkt in die Menschen und die Zukunft unseres Landes investiert.“
—Landesrat Peter Reichmann

  

Wir-Gefühl stärken & Synergien schaffen

 Nach dem Umbau gelangt man über den Haupteingang in das Forum, das als verbindende Mitte dienen und den Campusgedanken erlebbar machen soll. Die gesonderten Zugänge zu den Praxisschulen und dem Praxiskindergarten bleiben erhalten. Die Einzelbereiche des Bildungsstandorts erhalten ein vielfältigeres Raumangebot von Kommunikationsbereichen bis hin zu Rückzugsmöglichkeiten für Lernende und Lehrende. Auch Gesprächsmöglichkeiten mit Eltern sowie Bereiche für Beratung und Reflexion werden geboten. Die flexiblere Nutzung von Räumen und Möbeln ermöglichen die Umsetzung moderner, mit der Zeit gehenden pädagogischen Konzepten. Die Homebases des neuen Departementsystems dienen als offene Lernzonen. Gangbereiche verschmelzen mit offenen Zonen und vermitteln viel Freiraum. Die Bibliothek und die großzügige Mensa werden zukünftig gemeinsam genutzt und Synergien im Bereich der Sonderunterrichtsräume geschaffen.

Die Innenhöfe werden als Sichtachsen und neue Atrien gestaltet, die als attraktive Ergänzung und Freiluftklassen dienen.

Den j-c-k Architekten aus Graz ist es mit ihrem Entwurf gelungen, eine neue fließende Lernwelt mit großer Klarheit innerhalb des vorhandenen Raumgefüges zu schaffen und die Gemeinsamkeiten der Schulen sichtbar zu machen.

  

Nachhaltigkeit im Fokus

 Durch die grundlegende Adaptierung der technischen Gebäudeausstattung, die großteils noch aus dem Erbauungsjahr 1969 stammt, wird der Gebäudebetrieb merklich effizienter und den Anforderungen des klimaaktiv Silber Standard entsprechen.

Bei der Funktionssanierung der Räume wird höchstes Augenmerk auf naturnahe, nachwachsende Materialien gelegt und die ganzheitliche Lebenszyklusbetrachtung des Gebäudes beachtet. Das Gebäude wird in seiner Kubatur völlig unverändert bleiben. Die Außenerscheinung und Fassade werden durch die teilweise Anbringung eines außenliegenden Sonnenschutzes nur geringfügig verändert.

  

Die Entscheidung des Preisgerichts

 Insgesamt wurden bei dem EU-weiten, offenen, einstufigen Realisierungswettbewerb 26 Projekte eingereicht. Den Zuschlag hierfür erhielt j-c-k Architekten.