Nach rund zweijähriger Bauzeit wurde am Freitag das neue „Zentrum Wein und Obst“ an der HBLA und Bundesamt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg feierlich eröffnet. Das Projekt vereint Forschung, Ausbildung und Praxis unter einem Dach.
Errichtet wurde das „Klosterneuburg ZWO“ von der Bundesimmobiliengesellschaft im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft. Rund 25 Millionen Euro investierte das Ministerium in den Erweiterungsbau nach Plänen des Architekturbüros Caspar & Wichert.
Eröffnet wurde das innovative Gebäude von Bundesminister Norbert Totschnig, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, NÖ Landwirtschaftskammerpräsident Johannes Schmuckenschlager und BIG-Geschäftsführer Gerald Beck.
„Mit dem neuen Klosterneuburger Zentrum Wein und Obst „Klosterneuburg ZWO“ ist etwas Großartiges gelungen: Moderne Labors, Glashäuser und Versuchsanlagen stärken die wissenschaftliche Arbeit. Die HBLA Klosterneuburg ist schon jetzt weltweit führend im Bereich der modernen Forschung und Lehre im Weinbau. Mit dem neuen Klosterneuburger „Zentrum Wein und Obst“ wird der Forschungsstandort Klosterneuburg weiter gestärkt und in die Zukunft der Schülerinnen und Schüler sowie in die Zukunft der heimischen Obst- und Weinbranche investiert. Der Claim der HBLFA Klosterneuburg ist 'Unser Wissen trägt Früchte'. Mit diesem Neubau stärken wir den Forschungsstandort, damit das Klosterneuburger Wissen auch weiterhin Früchte trägt.“—Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig
„Gerade in herausfordernden Zeiten wird deutlich, wie wichtig eine starke heimische Landwirtschaft für unsere Versorgungssicherheit ist. Der Wein- und Obstbau in Niederösterreich ist aber nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, sondern auch ein wesentlicher Teil unserer Identität und unserer Kultur. Mit ‚Klosterneuburg ZWO‘ investieren wir gezielt in Qualität, Lehre und Forschung. Dieses Zentrum liefert Antworten auf die Herausforderungen des Klimawandels und schafft beste Voraussetzungen für die Ausbildung unserer jungen Generation. Mein besonderer Dank gilt Direktor Reinhard Eder, seinem Team, allen Pädagoginnen und Pädagogen sowie den Schülerinnen und Schülern – sie alle machen diesen Ort zu einem Platz, an dem Zukunft entsteht.“—Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner
Forschungsglashaus am Dach
Das neue Multifunktionsgebäude am Schulstandort besteht aus insgesamt fünf Geschoßen mit sehr differenzierten Nutzungsmöglichkeiten: Auf dem Dach des Neubaus befindet sich ein modernes Forschungsglashaus mit rund 440 m² und außenliegendem Sonnenschutz. Sechs Abteilungen mit unterschiedlichen Klimazonen ermöglichen moderne Forschungsarbeit an Rebenzüchtungen, Pflanzenschutz und biologischer Landwirtschaft. Im Erdgeschoß wird ein öffentlich zugänglicher Ab-Hof-Verkaufsbereich zu finden sein, in dem sowohl Obst und Wein als auch verarbeitete Produkte zum Verkauf angeboten werden.
Zusätzlich befinden sich in dem Gebäude eine Turnhalle mit Zuschauertribüne, die auch als Fest- und Veranstaltungssaal genutzt werden kann. Weitere Unterrichts-, Labor- und Büroräumlichkeiten, ein Weinlager, Präsentationsräume sowie eine Garage und Technikräume im Untergeschoss komplettieren das umfangreiche Raumangebot.
"Österreichs Wein- und Obstbau ist international bekannt und bereits der beliebte Zweigelt hatte an dieser Schule seine Wiege. In dem modernen, aus 570 m³ Holz gebauten Gebäude kann nun weiterhin an zukünftigen Wein- und Obstsorten geforscht werden. Ich bedanke mich beim Landwirtschaftsministerium für das Vertrauen in unsere Expertise und den Auftrag dieses spezielle und herausfordernde Projekt umzusetzen."—Gerald Beck, Geschäftsführer BIG
Holzbau & Regenwasserzisterne
Die vier oberirdischen Geschosse des Erweiterungsbaus wurden in konstruktiver Holzbauweise errichtet. Insgesamt 570 m³ Holz kamen für den Bau zum Einsatz. Eine Brückengang im ersten Stock verbindet das neue Gebäude mit einer Gesamtnutzfläche von 4.215 m² mit dem Hauptgebäude. Der Neubau wurde im klimaaktiv Silber Standard errichtet.
Eine Regenwasserzisterne mit einem Fassungsvermögen von 10.000 Litern versorgt die Bewässerung des Glashauses. Zur Beheizung und Versorgung mit Warmwasser wird der bestehende Fernwärmeanschluss am Standort genutzt. Die Errichtung einer PV-Anlage ist in Planung.