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Let's Party. Lasst es noch einmal so richtig krachen!

Jubel. Trubel. Heiterkeit. Der österreichische Immobilieninvestmentmarkt verzeichnete mit einem Transaktionsvolumen von 2,5 Milliarden Euro das stärkste Investmenthalbjahr, das es bislang gegeben hat. Gegenüber dem Vorjahreswert entspricht dies einem Plus von 80 Prozent.
Michael Neubauer
Michael Neubauer

Jubel. Trubel. Heiterkeit. Der österreichische Immobilieninvestmentmarkt verzeichnete mit einem Transaktionsvolumen von 2,5 Milliarden Euro das stärkste Investmenthalbjahr, das es bislang gegeben hat. Gegenüber dem Vorjahreswert entspricht dies einem Plus von 80 Prozent. Vor allem deutsche Investoren haben im ersten Halbjahr 2017 in Wien und Österreich in Immobilien investiert. Auf ihr Konto gingen rund 56 Prozent des Investitionsvolumens von ca. 2,5 Milliarden Euro von Januar bis Juni 2017. Im zweiten Quartal wurde doppelt so viel investiert wie im ersten Jahresviertel. Die 2015 erreichte Rekordmarke von 3,75 Milliarden Euro scheint in Griffnähe. Da fällt dann kaum ins Gewicht, dass sich die Berechnungsmethode verändert hat. Auch wenn man betont, dass aufgrund der veränderten Berechnung die Zahlen allerdings nicht mit den Vorjahren verglichen werden sollten. Als Basis für die Berechnung der Investmentzahlen dienen seit dem ersten Halbjahr 2017 in Wien und Österreich die Signings (d.h. das Unterschreiben der Verträge) und nicht, wie bisher, die Closings der Transaktionen. Als Grund für die neue Berechnung werden die immer länger werdenden Zeiträume bis zum Closing (d.h. Eintritt sämtlicher aufschiebender Bedingungen) einer Transaktion. Durchschnittlich dauert ein Mandat heute um vier bis sechs Monate länger, als noch vor fünf Jahren – und so lange will man mit dem Feiern nicht warten. So hätte – nach der alten Methode gezählt – der „THE ICON VIENNA“-Deal erst im vierten Quartal 2018 mit dem Eigentumsübergang an die Allianz Eingang in die Statistik gefunden. In den USA ist das große Feiern bereits vorbei. Die Zinsen steigen – die Investments sinken. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch die Preise nachgeben werden. Auch in Europa mehren sich die Zeichen, dass die Immobilienwirtschaft knapp vor dem Zyklushöhepunkt steht. Ein Indiz dafür sind die enormen Geldflüsse nach Österreich – vor allem aus dem deutschen Raum – und die niedrigen Renditen zu denen gekauft wird. Hier dürfte die Talsohle bereits erreicht worden sein. Für Spitzenobjekte liegen die Renditen bereits unter vier Prozent. Aufgrund des starken Nachfrageüberhangs und des steigenden Preisniveaus scheint in manchen Teilmärkten ein weiterer Rückgang der Renditen bis Jahresende um bis zu 0,25 Prozentpunkte möglich. Aber dann ist wahrscheinlich Schluss mit lustig, was die Renditen anbelangt.