Logistik-Flächenumsatz steigt weiter an – besonders hohes Volumen im dritten Quartal
Die Dynamik hat im Jahresverlauf stetig zugenommen.
Der Wiener Industrie- und Logistikmarkt hat im ersten Halbjahr 2026 einen markanten Aufschwung verzeichnet. Mit einem Flächenumsatz von 103.971 m² übertrifft das Ergebnis den Vergleichszeitraum des Vorjahres um 212 Prozent und liegt gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025 um 46 Prozent höher. Das geht aus dem aktuellen Markt-Update von OTTO Immobilien / Knight Frank hervor, das den vom Vienna Research Forum (VRF) definierten Markt für Wien und das erweiterte Umland abbildet. Gleichzeitig sinkt das Fertigstellungsvolumen 2026 auf knapp 72.000 m² — nach zwei außergewöhnlich starken Vorjahren ein deutlicher Rückgang.
Flächenumsatz: Konzentration auf wenige Großabschlüsse
Der sprunghafte Anstieg des Flächenumsatzes ist strukturell einzuordnen. Wie OTTO Immobilien festhält, entfallen auf die vier größten Abschlüsse bereits mehr als 50 Prozent des Gesamtflächenumsatzes — zwei davon betreffen eigengenutzte Projekte. Die Marktdynamik wird damit maßgeblich von einzelnen Großtransaktionen getragen, während das Gros der Aktivität im kleinteiligen Segment verbleibt. Aufgrund der positiven Entwicklung hat OTTO Immobilien die Jahresprognose für 2026 nach oben korrigiert: „Aufgrund des gestiegenen Flächenumsatzes haben wir die Prognose für 2026 nach oben korrigiert auf rund 140.000 m².“
Fertigstellungsvolumen 2026 rückläufig — 2027 mit hohem Potenzial
Das Fertigstellungsvolumen 2026 beläuft sich auf knapp 72.000 m² und liegt damit um 71 Prozent unter dem Vorjahreswert von 244.400 m². Für 2027 zeichnet sich hingegen ein deutlicher Anstieg ab. Senior Analystin Patricia Autengruber kommentiert: „Für 2027 erwarten wir ein Fertigstellungsvolumen von rund 244.000 m². Davon ist mit Stand Oktober 2026 ca. ein Fünftel vorvermietet oder eigengenutzt. Für die übrigen Flächen gilt es nun, passende Nutzer:innen zu finden.“
Die Realisierung vieler Projekte hängt dabei maßgeblich von der Vorvermietungsquote ab. OTTO Immobilien weist ausdrücklich darauf hin, dass mit weiteren Verschiebungen zu rechnen ist — ein Hinweis, der die Prognose für 2027 unter Vorbehalt stellt.
Spitzenmiete leicht gestiegen
Die Spitzenmiete für Neubauflächen ist leicht gestiegen und liegt aktuell bei 7,90 EUR/m²/Monat (netto, exklusive Betriebskosten, Nebenkosten und Umsatzsteuer). Dieser Wert gilt für die Submärkte Wien Süd, Wien West und Wien Umland Süd. Die angegebenen Mietpreise verstehen sich ohne anteilige Büroflächen; eine Ausnahme bilden Paketverteilungszentren.
Nachfragestruktur: 3PL, Pharma und Freizeit dominieren
„Ein vorsichtiger Wirtschaftsaufschwung ist spürbar und spiegelt sich im Flächenumsatz wider. Die stärkste Nachfrage kommt derzeit aus den Bereichen 3PL, Pharma und Freizeit.“—Teamleiterin Industrie und Logistik Alexandra Fischer
Innerhalb des Großraums Wien zeige sich ein klarer Trend zur Kleinteiligkeit: Die Flächenanforderungen seien vielfältig und stark nutzerspezifisch. Auffällig sei das zunehmende Anfragenvolumen im Freizeitsegment, während viele Neuvermietungen außerhalb dieses Bereichs auf Relocations und Standortoptimierungen zurückzuführen seien.
Leerstand schwer abbildbar — Sublease-Anteil wächst
Ein strukturelles Messproblem bleibt die Leerstandserfassung. Fischer dazu: „Der tatsächliche Leerstand lässt sich nur schwer abbilden, da ein nicht unbeträchtlicher Anteil der Flächen als Sublease auf den Markt kommt.“ Diese Entwicklung erschwert eine verlässliche Marktbeobachtung und dürfte die ausgewiesenen Leerstandsquoten verzerren.
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