MIPIM: Prime Office wieder gefragt

Marktkommentar von Sebastiano Ferrante, Head of European Real Estate bei PGIM
Lorenz Selinger
Lorenz Selinger
Sebastiano Ferrante, Head of European Real Estate bei PGIM
Sebastiano Ferrante, Head of European Real Estate bei PGIM
© (c)PGIM

In ganz Europa mehren sich die Signale einer spürbaren Entspannung auf der Liquiditätsseite. Auch auf der diesjährigen MIPIM erwarten wir daher eine konstruktiv optimistische Stimmung. Das Jahr 2026 verspricht eine deutlich positivere Marktentwicklung als 2025. Mit fortschreitendem Jahresverlauf dürfte sich dieser Trend weiter festigen – und das Transaktionsgeschehen beleben, getragen von wachsendem Kapitalzufluss in die Region.

Stimmung der Investoren hat sich verbessert

Noch wichtiger als schon im vergangenen Zyklus wird diesmal die Wahl des Sektors werden. Vorbei ist ein Markt, der von Renditekompression und künstlich niedrigen Zinsen geprägt ist. Die Performance in den kommenden Jahren wird davon abhängen, wo Mietwachstum zu verzeichnen ist, d. h. wo die Nachfrage konzentriert und das Angebot begrenzt ist. Und auch innerhalb dieser Sektoren wird Selektivität wichtiger sein denn je.

Wohnimmobilien, Infrastruktur und selektive Comebacks

Dominierendes Anlagethema bleibt der Wohnimmobilienbereich, von Studentenwohnheimen bis hin zu Seniorenwohnungen. Außerdem sehen wir interessante Opportunitäten im Hotel- und Freizeitbereich Südeuropas. Investitionen in die digitale Infrastruktur werden sich vermutlich zunehmend auch abseits der Rechenzentren in kritische Systeme erweitern, etwa im sicherheitsrelevanten Bereich sowie bei kommerziellen KI-Anwendungen.

Überraschend wird für einige Anleger vermutlich das Comeback von erstklassigen Büroimmobilien, im Einklang mit unserer langjährigen Überzeugung für Prime-Büroimmobilien im Gegensatz zu Sekundärstandorten, die es wohl auch weiterhin schwer haben werden, Käufer und Mieter zu finden. Klar ist: Top-Objekte an Top-Standorten werden wohl wieder Ziel für Anleger und Transaktionen Die Stärke dieses Aufschwungs könnte für manche jedoch unerwartet sein.