Moderater Aufschwung verfestigt sich

RE/MAX Real Estate Future Index: Bei allen Immobilientypen steigen Nachfrage und Angebot wieder an.
Michael Neubauer
Michael Neubauer
Moderater Aufschwung verfestigt sich
© REMAX Austria/Christian Postl

Während die Prognose für 2025 noch vom erwarteten Durchschreiten der Talsohle geprägt war, rechnen die österreichweit 650 RE/MAX-Experten für 2026 laut dem RE/MAX Real Estate Future Index (RREFIX) mit einem leichten Aufschwung in allen Bereichen. Bundesweit liegen 2026 alle Immobilientypen gegenüber 2025 im Plus – sowohl die Nachfrageentwicklung als auch die Angebotsbreite und auch der Preis. Diese Zuversicht über alle Bereiche hinweg ist bemerkenswerter als das eigentliche Ausmaß.

In Zahlen heißt das bundesweit für den Gesamtmarkt: +3,9 % mehr Nachfrage, +2,8 % mehr Angebot und +3,4 % höhere Preise.

„Der stotternde Neustart 2025 ist überwunden, der Markt soll 2026 wieder unspektakulär, aber rund laufen.“ 
—Anton Nenning, Head of Research bei RE/MAX Austria

Die Veränderung der Parameter von 2025 auf 2026 ist naturgemäß nicht so dramatisch wie bei der Trendwende von 2024 auf 2025. Da lagen die Veränderungsaussichten noch bei +5,2 % für die Nachfrage und +5,4 % für das Angebot, während für die Preisentwicklung nur +0,3 % in Aussicht gestellt wurde.

17 Immobilienmarkt-Segmente in der Analyse

Wie in der Vergangenheit wurden für den RE/MAX Real Estate Future Index 2025 die 17 wichtigsten Typ- und Lage-Kombinationen und einige Ergänzungskategorien analysiert, und auf Bundeslandebene die Veränderungen zum vergangenen Jahr bei Angebot, Nachfrage, Preis abgefragt. Erstmals wurden alle Bundesländer bis auf Burgenland und Vorarlberg in einen Zentralraum und in die übrigen Bezirke geteilt und auch diese Regionen entsprechend ihrer Wichtigkeit in den einzelnen Immobilienkategorien gewichtet.

Preise steigen, meist unter der aktuellen Inflationsrate

Angesichts einer für 2025 erwarteten Inflationsrate (VPI) von +3,5 % sind die erwarteten Preisveränderungen von insgesamt +3,4 % eher inflationshemmend als -treibend. Im Detail sind nur Wohnungsneubauten, andere Großbauten und Luxusimmobilien von Preiserhöhungen über der Inflationsrate bedroht.

„Für das Jahr 2026 erwarten wir einen weiteren moderaten Aufschwung am Immobilienmarkt, die Prognosen sind für alle Objekttypen positiv und lassen ein besseres Jahr 2026 erwarten, als es 2025 war. Das aktuelle Zinsniveau, das derzeit noch gute Angebot und die steigende Nachfrage lassen uns optimistisch ins Jahr 2026 blicken. Herausforderungen sehen wir allerdings im Neubaubereich – sowohl im Bereich Miete als auch Kauf. Es wurde bzw. es wird viel zu wenig neu gebaut. Das wird dazu führen, dass in absehbarer Zeit mehr Nachfrage auf weniger Angebot trifft, mit dem Ergebnis, dass die Preise spätestens 2027/28 spürbar steigen werden. Hier ist die Politik gefordert, sehr zeitnah entsprechende Anreize zu setzten, damit der Neubau wieder angekurbelt wird, und spürbar mehr Wohnraum auf den Markt kommt.“
—Bernhard Reikersdorfer, MBA, Managing Direktor von RE/MAX Austria.

Prognosen für 2026:

  • Bei allen Immobilientypen steigen Nachfrage und Angebot wieder an. Die Preise ziehen bei allen Immobilientypen moderat – im Rahmen der Inflationsrate – an.
  • Nachfrage und Angebot steigen am stärksten im oberen Preissegment, die Preise dagegen im unteren.
  • Die Nachfrage nach Mietwohnungen steigt stärker am Stadtrand, gefolgt von Landgemeinden und erst danach in zentralen Lagen. Bei Eigentumswohnungen ist die Nachfrageveränderung in allen drei Lagen nahezu gleich steigend.
  • Die Preisentwicklung für Mietwohnungen (Neuvermietung mit freiem Mietzins) folgt wie bei den Eigentumswohnungen dem gewohnten Schema: Zentrale Lagen vor Stadtrand und Landgemeinden. Dabei legen die Mietzinse minimal stärker zu als die Kaufpreise.
  • Bei Einfamilienhäusern steigen sowohl Angebot als auch Nachfrage und Preise erkennbar in Höhe der Inflationsrate des abgelaufenen Jahres.
  • Baugrundstücke verbreiten Hoffnung auf eine verbesserte Baukonjunktur: Angebot und Nachfrage steigen, auch die Preise, diese sogar schneller als jene der Einfamilienhäuser.
  • Gewerbeimmobilien: Die Prognose für 2026 ist zwar allgemein gedämpfter als bei den Privatimmobilien, jedoch ist deutlich erkennbar, dass Betriebsgrundstücke, Gewerbeobjekte, Ladenlokale und Büroflächen sowohl bei der Nachfrage als auch beim Angebot und auch beim Preis „zurückkommen“, also besser abschneiden werden als 2025.