Das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung hat die Planungsfreigabe für ein neues Gebäude am Campus Inffeldgasse der TU Graz erteilt, das künftig Heimat eines Research Centers für Akustik sowie von modernster Lehr- und Lerninfrastruktur sein wird. Der Architekturwettbewerb für diesen Neubau ist Teil eines zweistufigen Wettbewerbs, der neben dem Gebäude ein freiraumplanerisches Gesamtkonzept für den Campus Inffeldgasse umfasst und bis Frühjahr 2027 entschieden sein wird.
Research Center Akustik
Acusticum soll das neue Gebäude in der Sandgasse heißen und verrät mit seinem Namen bereits eine seiner zentralen Funktionen. Die TU Graz setzt einen neuen Schwerpunkt in der Akustikforschung – mit einschlägigen Professuren und einem geplanten neuen Institut für Akustik an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik. Ein englischsprachiger Masterstudiengang in "Engineering Acoustics" ist ebenfalls in Planung. Das neue Gebäude, dessen Fertigstellung für 2032 geplant ist, ist damit sichtbarer Grundstein für ein Research Center für Akustik als Best Practice-Beispiel für Synergien und Effizienzaspekte interuniversitärer Kooperationen, insbesondere mit der Kunstuni Graz. So wird das Acusticum beispielsweise von beiden Universitäten gemeinsam genutzte Laborinfrastruktur beherbergen. Ebenfalls in das Gebäude einziehen werden das Institut für Signalverarbeitung und Sprachkommunikation sowie das Institut für Grundlagen und Theorie der Elektrotechnik der TU Graz.
Forum mit wandelbaren Lehr-, Lern- und Begegnungswelten
Das Acusticum wird entlang der Sandgasse auf einem bereits versiegelten Grundstück errichtet und schafft auf einer Nutzfläche von rund 5.400 m² zusätzlichen Raum für Studierende und Lehrende der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik. Es wird großzügige Lehreinfrastruktur beherbergen, dazu kommen weitläufige Foyerzonen, Seminar- und EDV-Räume, sowie modernste Labor- und Messräume. Sich wandelnden Anforderungen an zeitgemäße Lernwelten wird das Gebäude mit innovativen Raumkonzepten ebenfalls Rechnung tragen.
Das Acusticum dient gleichsam als Forum, als zentraler Ort der Lehre und der Begegnung am Campus Inffeldgasse und wird auch für Veranstaltungen, Symposien und Kongresse genutzt werden.
"Hinter jeder neuen Erkenntnis stehen Menschen, die forschen, fragen und nach Lösungen suchen. Ihnen müssen wir die besten Bedingungen geben. Mit dem Acusticum schaffen wir einen Ort, an dem Forschung und Lehre in einzigartiger Weise zusammenkommen. Dass die TU Graz und weitere Grazer Universitäten ihre Stärken verbinden und auch Forschung zu nachhaltigem Bauen unmittelbar in das Gebäude einfließt, zeigt, was möglich wird, wenn wir über einzelne Institutionen hinausdenken und kooperieren. Genau dafür investieren wir gezielt und nachhaltig in unsere Hochschulen."—Eva-Maria Holzleitner - Wissenschaftsministerin
BIG Geschäftsführerin Christine Dornaus betont: "Der Campus Inffeldgasse ist jetzt schon der größte Standort der TU Graz und wächst weiter. Mit dem Acusticum entsteht gerade der vierte Neubau innerhalb weniger Jahre, die bestehenden Gebäude werden sukzessive modernisiert und der Campus entwickelt sich zu einem eigenen kleinen Stadtteil, in dem mehrere tausend Menschen forschen, arbeiten und studieren. Mit neuen Grünflächen, Durchwegungen und einem Sportangebot bringt der Campus auch für die Nachbarinnen und Nachbarn einen Mehrwert. Wir freuen uns über die Freigabe und über die Stärkung des Forschungsbundeslands Steiermark."
Städtebaulicher Wettbewerb für Campus Inffeldgasse gestartet
Aktuell wurde der zweistufige Wettbewerb für ein zukunftsweisendes freiraumplanerisches Gesamtkonzept sowie den geplanten Neubau des Acusticums gestartet. Die städtebauliche Transformation des Campus soll Raum für moderne Forschungsinfrastruktur und attraktive Begegnungszonen sowie für Grün- und Freiflächen schaffen und den Campus noch besser in die ihn umgebende Stadt und für deren Bewohner*innen öffnen. Die teilnehmenden Planungsbüros können ihre Entwürfe bis Ende Oktober einreichen. Dann ist die Jury am Zug, das Siegerprojekt zu küren. Das finale Ergebnis kann im Frühjahr 2027 präsentiert werden.
Acusticum: Vorbild und Lernobjekt für nachhaltiges Bauen
Das Acusticum-Gebäude wird in "ÖGNI Gold" errichtet werden. Bundesimmobiliengesellschaft und TU Graz haben sich darauf verständigt, mit dem Acusticum ein innovatives Gebäude zu realisieren, bei dessen Planung und Errichtung unmittelbar Expertise und Forschungsergebnisse von Instituten des Research Centers "Graz Center of Sustainable Construction" der TU Graz einfließen werden. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Optimierung der Baukonstruktion und der Minimierung der grauen Treibhausgasemissionen des Gebäudes sowie der Förderung des Wohlbefindens der Nutzerinnen und Nutzer. Gemeinsam mit dem Graz Center of Sustainable Construction werden für das Gebäude Maßnahmen in den Bereichen nachhaltige Baustoffe, Kreislaufwirtschaft und Baustoffeinsparung adressiert und im Projekt umgesetzt.
Die Bundesimmobiliengesellschaft investiert als Bauherr und Eigentümer rd. 75 Mio. Euro in die Errichtung des Gebäudes, die über Mieten vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung refinanziert werden. Über 5 Mio. Euro stellt das BMFWF der TU Graz für Einrichtung und Übersiedelung zur Verfügung.
Der Campus Inffeldgasse ist der größte der drei Campusstandorte der TU Graz. In den vergangenen fünf Jahren wurde er um die Gebäude Cybersecurity Campus Graz, Data House und SAL Building erweitert.