Neubau der Schleuse Erlangen: STRABAG sichert sich Großauftrag für 380 Mio. Euro

STRABAG hat im Verbund mit der Konzerngesellschaft ZÜBLIN erneut einen bedeutenden Auftrag im Bereich Wasserstraßen erhalten.
Dagmar Gordon
Dagmar Gordon
Visualisierung Schleuse Erlangen
Visualisierung Schleuse Erlangen
© Wasserstraßen-Neubauamt Aschaffenburg (WNA)

Im Auftrag des Wasserstraßen-Neubauamts Aschaffenburg (WNA) errichtet ZÜBLIN in einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE) mit der Bauer Spezialtiefbau GmbH den Ersatzneubau der Schleuse Erlangen am Main-Donau-Kanal. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf rund 380 Mio. Euro.

Für die ARGE ist es das zweite Schleusenprojekt in der Region: Bereits seit 2024 arbeitet sie wenige Kilometer entfernt am Ersatzneubau der Schleuse Kriegenbrunn.

„Der erneute Zuschlag für ein Großprojekt im Bereich der Wasserstraßen unterstreicht unsere starke Position in diesem strategisch wichtigen Infrastruktursektor. Der Ersatzneubau der Schleuse Erlangen ist nicht nur ein bedeutendes Projekt für die Region, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Modernisierung der europäischen Wasserstraßen." 
—Jörg Rösler - Mitglied des Vorstandes der STRABAG SE für das Segment Nord + West

Umfangreiches Bauvorhaben für die Zukunftsfähigkeit der Wasserstraße

Wasserstraßen sind für Deutschland und Europa von zentraler Bedeutung, da sie einen effizienten Transport großer Warenmengen ermöglichen. Sie stärken die Wirtschaft, indem sie die Sicherung der Lieferketten unterstützen, wichtige Industrie- und Handelsregionen miteinander verbinden und so die Wettbewerbsfähigkeit Europas vorantreiben. Gleichzeitig ist der Investitionsbedarf in die Ertüchtigung der Wasserstraßen hoch. Am Main-Donau-Kanal wird mit den Arbeiten an den Schleusen Kriegenbrunn und Erlangen nun ein wichtiger Meilenstein für die Zukunftsfähigkeit der Wasserstraße gesetzt.

Die bestehende Schleuse Erlangen wurde Anfang der 1970er Jahre in Betrieb genommen. Aufgrund des baulichen Zustands ist eine Instandsetzung/Sanierung der Schleuse technisch nicht möglich, sodass ein Ersatzneubau erforderlich ist. Der Neubau entsteht rund 300 Meter nördlich der bestehenden Anlage und wird in Massivbauweise ausgeführt. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf einem Bau mit möglichst wenigen Fugen, um die Langlebigkeit der Schleuse zu erhöhen. Die neue Schleusenkammer wird mit einer Breite von 12,50 Metern – eine Erweiterung um einen halben Meter – sowie einer Länge von 190 Metern errichtet.

Das Projekt umfasst die Errichtung eines kompletten Schleusenkomplexes, bestehend aus Einlaufbauwerk, Oberhaupt, Schleusenkammer, Auslaufbauwerk, seitlich angeordneten Sparbecken sowie einem Leerschuss zur Wasserbewirtschaftung des Main-Donau-Kanals. Der Leerschuss ermöglicht es, Wasser zur Wasserbewirtschaftung des Main-Donau-Kanals parallel an der Schleuse vorbeizuleiten. Darüber hinaus sorgt die ökologische Planung der Sparbecken dafür, dass bei jedem Schleusungsvorgang rund 60 Prozent Wasser eingespart wird.

Während der Bauzeit, die sich bis 2033 erstreckt, bleibt der Main-Donau-Kanal uneingeschränkt in Betrieb. Erst nach Fertigstellung des Ersatzneubaus wird die alte Anlage durch die bestehende Schleuse ersetzt. Damit wird die wichtige Verkehrsader für die Binnenschifffahrt durchgehend aufrechterhalten.