Neuer Bildungsstandort für die Zukunft der Infrastruktur

Berufskolleg entsteht in Köln-Porz
Lorenz Selinger
Lorenz Selinger
Visualisierung Berufskolleg Köln-Porz
Visualisierung Berufskolleg Köln-Porz
© GOLDBECK

In den Kernberufen der Metall- und Elektroindustrie fehlen bundesweit mehr als 110.000 Fachkräfte. Auch in der Region Köln zählt die Fachkräftesicherung zu den drängendsten Herausforderungen für Unternehmen. Als Antwort darauf entsteht in der Kaiserstraße in Köln-Porz ein Neubau für das sanierungsbedürftige Berufskolleg für Metallbau und Versorgungstechnik. Auf einem rund 25.000 Quadratmeter großen Grundstück — einer bislang brachliegenden Gewerbefläche — errichtet der Investor und Eigentümer Hemsö GmbH im Auftrag der Stadt Köln einen Bildungsstandort für rund 1.300 Schüler:innen. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 130 Millionen Euro. Die Projektsteuerung übernimmt Drees & Sommer SE.

Sanierungsbedarf und veränderte Ausbildungsanforderungen als Treiber

Die bestehenden Gebäude des Berufskollegs sind sanierungsbedürftig und lassen sich nur eingeschränkt an heutige Anforderungen der beruflichen Bildung anpassen. Gleichzeitig verändern Digitalisierung, Energiewende und neue Fertigungstechnologien die Anforderungen an Handwerks- und Technikberufe grundlegend. Der Neubau soll mit modernen Werkstätten, einer Sporthalle und Außenanlagen diesen Anforderungen gerecht werden. Energieeffiziente Technologien und eine geplante Photovoltaikanlage sollen den Energieverbrauch senken und Ressourcen schonen.

Projektstruktur

Das Projekt trägt eine klare Aufgabenteilung: Die WWB Weser-Wohnbau Gruppe initiierte das Vorhaben und sicherte den Standort. Planung und schlüsselfertige Errichtung liegen in der Verantwortung von Goldbeck West GmbH. Drees & Sommer SE übernimmt als Projektsteuerer im Auftrag von Hemsö die Begleitung der Planungs- und Realisierungsleistungen und sichert Termine, Kosten sowie Qualitätsanforderungen. Die Übergabe an die Stadt Köln ist zum Schuljahr 2031/2032 geplant.

Hemsö, ein auf Sozialimmobilien spezialisiertes Unternehmen, erweitert mit dem Neubau sein Portfolio an Bildungsimmobilien in Deutschland. Das Berufskolleg wird im Rahmen eines 25-jährigen Mietvertrages realisiert und betrieben. 

„Angesichts steigender Anforderungen an Schulen und begrenzter öffentlicher Ressourcen werden langfristig angelegte Modelle für die Entwicklung von Bildungsimmobilien immer wichtiger. Sie schaffen Planungssicherheit für Kommunen und tragen dazu bei, dringend benötigte Bildungsinfrastruktur schneller umzusetzen.“
—Jens Nagel, Geschäftsführer der Hemsö GmbH

Für Drees & Sommer ist das Projekt Teil einer langjährigen Tätigkeit im Kölner Schulbau. Teamleiterin Anja Könings ist seit 2018 an der Planung und Umsetzung von insgesamt 22 Schulbauprojekten in Köln beteiligt; noch bis 2031 entstehen zehn weitere Schulen, an deren Realisierung sie unmittelbar mitwirkt. 

„Durch die direkten Mandate der Stadt Köln kennen wir die städtischen Bedarfe und Prozesse bereits gut. Die Konstellation der mitwirkenden Akteure in dieser Form ist für uns jedoch neu. Die Projektkomplexität und die Vielzahl an Beteiligten bringen hohen Koordinationsaufwand mit sich und erfordern enge Abstimmungen mit allen Projektpartnern. Letztlich arbeiten jedoch alle auf dasselbe Ziel hin: ein starkes regionales Bildungsangebot. Bildungsimmobilien sind besonders anspruchsvolle Bauprojekte. Die Gebäude müssen auf die Bedürfnisse von Nutzern zugeschnitten sein, die sich in einer prägenden Phase ihres Lebens befinden.“
—Anja Könings

Ausbildung als Infrastrukturbaustein

Metallbau und Versorgungstechnik zählen zu den zentralen Ausbildungsbereichen im Infrastrukturumfeld. Fachkräfte für Versorgungstechnik installieren Wärmepumpen, Heizungsanlagen sowie energieeffiziente Lüftungs- und Klimasysteme; Fachkräfte in Metallbau und Konstruktionsmechanik bauen Maschinen und sichern deren Instandhaltung. Angesichts des steigenden Bedarfs an Wohnungsbau, Gebäudesanierung und moderner Energieversorgung bildet der neue Standort in Köln-Porz eine konkrete Antwort auf den Fachkräftemangel — realisiert durch das Zusammenwirken von öffentlicher Hand, einem langfristig orientierten Investor und erfahrenen Projektpartnern.