ÖBB startet verwertung des Villach Westbahnhofs

Klimaaktives Stadtquartier für Wohnen, Arbeiten und soziale Infrastruktur
Lorenz Selinger
Lorenz Selinger
Visualisierung Villach Stadtquartier Westbahnhof
Visualisierung Villach Stadtquartier Westbahnhof
© ÖBB/publicoffice

Die ÖBB-Infrastruktur AG hat das öffentliche Bieterverfahren für das Stadtentwicklungsgebiet Westbahnhof Villach eröffnet. Auf dem rund 18.700 Quadratmeter großen ehemaligen Bahnareal zwischen Italiener Straße, Steinwenderstraße und der Bahnstrecke vergibt die ÖBB ein Baurecht für die Dauer von 80 Jahren. Das Baurecht soll mit 1. Jänner 2028 beginnen. Verbindliche Angebote sind bis 31. März 2027 einzureichen; die Registrierungsfrist läuft bis 17. Dezember 2026.

Das Areal liegt in unmittelbarer Nähe zum Villacher Westbahnhof. Der Hauptplatz befindet sich rund einen Kilometer entfernt, der Stadtpark rund 200 Meter. Die Bushaltestelle „CHS Villach Westbahnhof“ bindet das Grundstück direkt an den öffentlichen Nahverkehr an. Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistungsbetriebe und Bildungseinrichtungen sind im nahen Umfeld vorhanden.

NWohnen, Arbeiten, soziale Infrastruktur

Das geplante Quartier soll sozialen und freifinanzierten Wohnbau, eine Kindertagesstätte, einen Kindergarten, Angebote für den täglichen Bedarf sowie innovative Arbeitsstätten aufnehmen. Öffentliche Frei- und Erholungsflächen ergänzen den Nutzungsmix. 

„Mit dem Stadtquartier am Westbahnhof entwickeln wir ein zentral gelegenes ehemaliges Bahnareal zu einem lebendigen und vielfältig genutzten Teil der Stadt weiter. Wohnen, Arbeiten, soziale Infrastruktur und qualitätsvolle Freiräume werden hier miteinander verbunden. Der Start des Bieterverfahrens schafft nun die Grundlage für die nächste Phase der Quartiersentwicklung.“
—Silvia Angelo, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur AG
„Der Westbahnhof ist eines der bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte in Villach. Mit der geplanten Quartiersentwicklung verbinden wir geförderten Wohnbau, nachhaltige Mobilität, soziale Angebote und hohe Aufenthaltsqualität. Dieses moderne Quartier wird den wachsenden Standort Villach stärken und Raum für Begegnung, Leben und Arbeiten schaffen.“
—Villachs Bürgermeister Günther Albel

Bebauungsplan und städtebauliche Qualitätsvorgaben

Das Projekt geht auf den europäischen Architekturwettbewerb EUROPAN E15 zurück. Stadt, Land und ÖBB haben die städtebaulichen und gestalterischen Grundlagen seither gemeinsam weiterentwickelt und in einem Qualitätshandbuch festgeschrieben. Der städtebauliche Vertrag zwischen der Stadt Villach und der ÖBB-Infrastruktur AG verankert die Entwicklung nach den Kriterien des klimaaktiv-Standards verbindlich.

Der Bebauungsplan gliedert das Areal in drei Bauabschnitte. Vorgesehen sind überwiegend drei- bis fünfgeschossige Gebäude mit punktuell bis zu siebengeschossigen Gebäudeecken. Dauerhaft entfallen auf die drei Bauabschnitte insgesamt rund 5.200 Quadratmeter Grünfläche.

Energie- und Mobilitätskonzept

Das Quartierskonzept sieht eine zentrale, gebäudeübergreifende Energieversorgung vor, die lokale Umweltenergie, Fernwärme und vor Ort erzeugten Photovoltaikstrom kombiniert. Herzstück bildet ein Niedertemperatur-Energienetz, das sowohl zur Wärmeversorgung als auch zur Temperierung und Kühlung der Gebäude dient. Für Photovoltaikanlagen auf Dach- und Fassadenflächen beziffert das Konzept ein Ausbaupotenzial von rund 500 bis 800 kWp. Ergänzt wird das Energiekonzept durch eine zweigeschoßige Tiefgarage als Bestandteil des Quartierskonzepts.

Die Baurechtsvergabe erfolgt im Rahmen eines öffentlichen schriftlichen Bestbieterverfahrens. Interessent:innen können sich bis 17. Dezember 2026 registrieren. Verbindliche Angebote nimmt die ÖBB bis 31. März 2027 entgegen. Das Baurecht beginnt mit 1. Jänner 2028 und läuft über 80 Jahre.

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