ÖBB und Stadt Wien entwickeln gemeinsam das Westbahnhofareal zu einem neuen Stadtquartier mit großzügigen Grün- und Freiräumen. Um von Beginn an eine klimaorientierte Planung sicherzustellen, haben die ÖBB eine vertiefende Klimabewertung für das Projektgebiet Mitte 15 in Auftrag gegeben. Im Rahmen dieser Untersuchung wurde herausgearbeitet, welche Bedeutung das Projektgebiet für die Kaltluftversorgung der umliegenden Stadtteile hat. Die Ergebnisse des Büros Weatherpark zeigen, dass das Areal nicht Teil einer relevanten „Kaltluftschneise“ ist. Gleichzeitig bestätigt die Studie, dass sich die Aufenthaltsqualität und das lokale Mikroklima durch umfassende Begrünungsmaßnahmen weiter verbessern lassen. Genau diesen Ansatz verfolgen ÖBB und Stadt Wien mit der Entwicklung von Mitte 15. Fachstudie schafft Grundlage für klimaorientierte Planung Für das Projektgebiet wurde eine lokale stadt- und mikroklimatische Untersuchung durchgeführt. Ziel war es, bereits vor Beginn des bevorstehenden Wettbewerbs konkrete Empfehlungen für eine klimaangepasste Planung zu erarbeiten. Die Analyse ergänzt die Wiener Stadtklimaanalyse durch detaillierte Untersuchungen der Kaltluftsituation, der Durchlüftung und des Windkomforts vor Ort. Die Ergebnisse zeigen, dass das Projektgebiet von Ausläufern der Kaltluftleitbahn aus dem Wiener Wald (Wiental) nur in sehr geringem Ausmaß erreicht wird. Ursache dafür sind bestehende bauliche Rahmenbedingungen: Die Engstelle der Bahntrasse im Bereich der Abzweigung der Vorortelinie sowie das Technische Museum und das angrenzende Hotel unterbrechen die bodennahe Kaltluftströmung bereits vor dem Projektgebiet. Zusätzlich verhindert der Höhenunterschied zwischen Wiental und Gleiskörper, dass Kaltluft in den ersten Stunden nach Sonnenuntergang direkt in das Gebiet strömt. ] Die Untersuchung empfiehlt vielmehr, die lokale Kaltluftproduktion durch große zusammenhängende Grün- und Freiräume zu fördern. Diesem Ansatz folgt die Entwicklung mit zirka fünf Hektar Grün- und Freiflächen auf dem insgesamt zirka sechs Hektar großen Areal. Simulationen zeigen, dass sich die Lebens- und Aufenthaltsqualität sowie das Mikroklima durch die vorgesehenen Begrünungsmaßnahmen verbessern können. Wichtige Erkenntnisse zu Natur- und Artenschutz Parallel zur vertiefenden Stadtklimaanalyse wurde auch die Tier- und Pflanzenwelt des Areals untersucht. Dabei wurden in zwei Bereichen Brutstätten mehrerer Wildbienenarten sowie besondere Pflanzenarten festgestellt. Die Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage für die weitere Planung. Ziel ist es, bestehende Biodiversität unter naturschutzfachlicher Begleitung zu erhalten und durch geeignete Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen nachhaltig zu unterstützen. Nächster Schritt: der Wettbewerb Mit den Ergebnissen der fachlich vertiefenden Untersuchungen ist ein weiterer wichtiger Schritt in der Entwicklung von Mitte 15 gesetzt. Vor dem Start des Verfahrens informieren Stadt Wien und ÖBB die Bevölkerung am 15. September im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung über den aktuellen Projektstand, Inhalte der Ausschreibung sowie den weiteren Ablauf. Anregungen aus der Bevölkerung werden den Planungsteams gemeinsam mit den Ausschreibungsunterlagen zur Verfügung gestellt. Das Potenzial des Westbahnhofareals Das Projektgebiet Mitte 15 befindet sich im Eigentum der ÖBB und liegt zwischen Felberstraße und den Gleisanlagen des Westbahnhofs. Auf zirka sechs Hektar entsteht in den kommenden Jahren ein neues Stadtquartier mitten in Wien. Herzstück der Entwicklung sind zirka fünf Hektar Grün- und Freiflächen. Ergänzt werden diese durch leistbaren Wohnraum, Arbeitsplätze sowie Bildungs-, Kultur- und Sozialeinrichtungen. Attraktive Fuß- und Radverbindungen verbessern künftig die Querungsmöglichkeiten im Stadtteil. Ein Teil der Nutzungen wird unter den Grün- und Freiräumen angeordnet, um oberirdisch möglichst viel zusammenhängenden Grün- und Freiraum für die Bevölkerung zu schaffen