OeNB: Banken hoch profitabel, aber Gewerbeimmobilien unter Druck

Ausfälle bei Gewerbeimmobilien verzehnfacht - OeNB-Gouverneur Kocher sieht Aufholbedarf bei Wertberichtigungen
Michael Neubauer
Michael Neubauer
OeNB: Banken hoch profitabel, aber Gewerbeimmobilien unter Druck
© ImmoFokus

Im Jahr 2025 gewann die inländische Kreditvergabe der österreichischen Banken aufgrund einer höheren Dynamik im Hypothekargeschäft mit privaten Haushalten weiter an Fahrt, während die Kreditvergabe an Unternehmen gedämpft blieb. Der Anteil notleidender Kredite (NPL-Quote) stabilisierte sich nach den jüngsten Zuwächsen bei 3 %. Insbesondere bei Krediten an kleine und mittlere Unternehmen sowie gewerblichen Immobilienkrediten ist die NPL-Quote mit 6,3 % bzw. 8,3 % im Jahresvergleich nach wie vor ansteigend – Ende 2024 lagen sie noch bei 6,1 % und 6,3 % - und deutlich über dem Durchschnitt. Da die Dotierung der Risikovorsorgen für Kreditausfälle im Jahr 2025 zurückging, verringerte sich die Deckung von NPLs mit Wertberichtigungen auf unter 40 %.

Seit 2022, als die Zinsen zu steigen begannen, verzeichneten die österreichischen Banken einen starken Anstieg der NPL-Quote bei gewerblichen Immobilienkrediten (CRE-Krediten). Besonders ausgeprägt ist dieser Anstieg im gewerblichen Wohnen, wo mittlerweile über 14 % der Kredite notleidend sind. Im europäischen Vergleich sticht der österreichische Bankensektor nicht nur durch diesen Anstieg, sondern auch durch den Anteil der CRE-Kredite an den gesamten Unternehmenskrediten von 43 % hervor. Immobilien spielen daher als Sicherheiten bei NPL-Abwicklungen eine entscheidende Rolle, umso wichtiger ist daher aus Sicht der Finanzstabilität deren konservative Bewertung. In diesem Zusammenhang empfahl das Finanzmarktstabilitätsgremium die Stärkung der Risikotragfähigkeit der Banken im CRE-Segment durch eine Erhöhung des sektoralen Systemrisikopuffers (sSyRP) bis Mitte 2026 auf 2 % und bis Mitte 2027 auf 3,5 %. Ein von der OeNB regelmäßig aktualisiertes CRE-Dashboard erleichtert zudem das Monitoring dieses für die österreichischen Banken wichtigen Segments für alle Marktteilnehmer. 

Dank gesunkener Zinsen hat sich die Wohnimmobilienkreditvergabe von ihrem Tiefpunkt Ende 2023 deutlich erholt, und die Vergabestandards bleiben vor dem Hintergrund eines entsprechenden Rundschreibens der Finanzmarktaufsicht (FMA) sowie der Leitlinie des Finanzmarktstabilitätsgremiums (FMSG) hoch