Österreichs Aufzüge altern schneller als sie modernisiert werden

KONE präsentiert einen neuen Ansatz um die Ausfallzeit zu verkürzen
Lorenz Selinger
Lorenz Selinger
Österreichs Aufzüge altern schneller als sie modernisiert werden
© KONE

Weniger als ein Prozent der Aufzüge wird pro Jahr modernisiert. Rechnerisch dauert es damit 125 Jahre, bis eine heute eingebaute Anlage erneuert wird. In Österreich trifft das besonders viele Aufzüge aus den 1970er- und 1980er-Jahren, die längst auf Erneuerung warten. Der Grund fürs Aufschieben ist fast immer derselbe: die Ausfallzeit während der Modernisierung.

„Der Engpass ist selten die Technik, sondern die Beeinträchtigung. Steht der Aufzug wochenlang still, wird die Modernisierung für Mieter zur Zumutung und für Eigentümer schwer vermittelbar. Wer aufschiebt, zahlt später mehr, denn mit der Zeit sinkt die Zuverlässigkeit und der Wartungsaufwand steigt.“
—Dennis Viehweg, Senior Vice President für Modernisierung bei KONE

Genau an diesem Punkt setzt der Ansatz von KONE an. Erneuert werden die Aufzugssteuerung — das Gehirn der Anlage — sowie Signaltechnik, Verkabelung und Einbauten. Bestehende Komponenten bleiben erhalten; nur die leistungsbestimmende Technik kommt auf den neuesten Stand. Das lässt sich laut Hersteller häufig in rund einer Woche abschließen. Für Verwalter und Mieter:innen steigen damit Zuverlässigkeit, Cybersicherheit und Verfügbarkeit, die Lebensdauer der Anlage verlängert sich. 

„Für Verwalter und Mieter entscheidet nicht die Technik, sondern die Frage, wie lange der Aufzug stillsteht. Je kürzer die Beeinträchtigung, desto eher lässt sich eine Erneuerung im bewohnten Bestand überhaupt umsetzen. Genau da setzen wir an.“
—Dennis Viehweg

Klimabilanz und Betriebskosten

Der Nutzen reicht über die Ausfallzeit hinaus. Aus Klimasicht schneidet Modernisieren gegenüber Abriss und Neubau in der Regel besser ab: Ein Abriss zerstört den über Jahrzehnte in Beton, Stahl und Ziegel gebundenen Kohlenstoff, ein Neubau verursacht hohe CO₂-Emissionen — so die Historikerin Pippa Catterall von der University of Westminster. Weil der KONE-Ansatz Bestandsteile erhält, spart er neue Materialien. Die digitale Vernetzung der modernisierten Anlage erkennt Probleme früher und ermöglicht vorausschauende Wartung. Im Gebäudemanagement genutzt, hilft sie zudem, Heizung, Kühlung und Beleuchtung dort zurückzufahren, wo die Auslastung gering ist. Das Zusammenspiel senkt Energieverbrauch, Betriebskosten und damit die Mietnebenkosten.

Alternde Gebäude, alternde Bewohner

Für Städte zählt am Ende nicht nur der Neubau, sondern der Bestand, der länger und besser funktioniert. Während Gebäude altern, altern auch die Menschen, die auf funktionsfähige Aufzüge angewiesen sind. Eine schnellere Modernisierung verbessert damit nicht nur die Anlage selbst, sondern den Alltag derer, die sie täglich nutzen — ein Aspekt, der im bewohnten Bestand zunehmend an Gewicht gewinnt.

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