Österreichs Wohnimmobilienmarkt 2025: Stärkster Transaktionsanstieg seit mehr als einem Jahrzehnt

Die Käufe von neuem Wohnraum legten um 29,6 % zu, jene von bestehendem Wohnraum um 16,2 %.
Ferdinand Neubauer
Ferdinand Neubauer

Der österreichische Wohnimmobilienmarkt hat 2025 eine deutliche Trendwende vollzogen. Nach zwei aufeinanderfolgenden Jahren mit rückläufigen Kaufpreisen — 2023 lag das Minus bei 2,9 %, 2024 bei 0,4 % — stiegen die Preise für Häuser und Wohnungen im Jahresdurchschnitt 2025 um 2,6 %. Gleichzeitig zog das Transaktionsvolumen so stark an wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht. Das geht aus dem Häuserpreisindex (HPI) hervor, den Statistik Austria am 26. März 2026 veröffentlicht hat.

Stärkster Transaktionsanstieg seit mehr als einem Jahrzehnt

Laut vorläufigen Transaktionszahlen — inklusive Schätzung von Nachlieferungen — stieg die Anzahl der Wohnimmobilienkäufe 2025 gegenüber 2024 um 18,3 %.

„Im Jahr 2025 wurden in Österreich um 18,3 % mehr Wohnimmobilien gekauft als 2024. Das ist der stärkste Anstieg bei Immobilientransaktionen seit mehr als einem Jahrzehnt. Gleichzeitig hat sich der Kauf von Wohnungen und Häusern mit einem Plus von 2,6 % nach 2 Jahren erstmals wieder verteuert. Dabei war neuer Wohnraum im Schnitt um 2,9 % teurer als 2024, bei bestehendem Wohnraum fiel der Preisanstieg mit +2,5 % etwas niedriger aus.“
—Manuela Lenk, Statistik-Austria-Generaldirektorin

Bestehender Wohnraum: +2,5 % — regionale Spreizung deutlich

Die Preise für bestehenden Wohnraum stiegen 2025 im Jahresvergleich um 2,5 % (2024: –1,6 %, 2023: –4,1 %). Bei bestehenden Wohnungen betrug der Anstieg österreichweit 2,0 %, wobei Ostösterreich — bestehend aus Oberösterreich, Niederösterreich und Nordburgenland — mit +3,0 % den stärksten Zuwachs verzeichnete. Südösterreich (Kärnten, Steiermark, Süd- und Mittelburgenland) und Westösterreich (Salzburg, Tirol und Vorarlberg) lagen mit +2,2 % bzw. +2,1 % nahe beieinander. Wien bildete mit +1,5 % das Schlusslicht. Bei bestehenden Häusern fiel der Preisanstieg mit +3,0 % kräftiger aus; Südösterreich führte mit +5,7 % deutlich vor Ostösterreich (+2,9 %) und Westösterreich (+0,5 %).

Neuer Wohnraum: +2,9 % — Wien und Südösterreich führen bei Wohnungen

Neuer Wohnraum verteuerte sich 2025 gegenüber 2024 um 2,9 % (2024: +2,5 %, 2023: –0,3 %). Bei neuen Eigentumswohnungen verzeichnete Wien mit +4,9 % den stärksten Preisanstieg, gefolgt von Südösterreich mit +3,2 %. Ost- und Westösterreich legten jeweils um 2,0 % zu. Neue Häuser verteuerten sich im Jahresvergleich um 4,5 %.

Häuserpreise: Burgenland voran, Wien und Salzburg im Minus

Die regionalen Unterschiede bei den Häuserpreisen fielen 2025 erheblich aus. Den stärksten Anstieg gegenüber 2024 verzeichnete das Burgenland mit +8,7 %, gefolgt von Kärnten (+6,5 %), der Steiermark (+5,6 %) und Oberösterreich (+4,1 %). Moderater stiegen die Häuserpreise in Niederösterreich (+2,6 %), Tirol (+2,4 %) und Vorarlberg (+0,7 %). Als einzige Bundesländer mit rückläufigen Häuserpreisen traten Salzburg (–0,6 %) und Wien (–1,5 %) in Erscheinung.

Eigentumswohnungen: Linz mit stärkstem Anstieg unter Landeshauptstädten

Bei Eigentumswohnungen führten Tirol (+4,3 %), Oberösterreich (+3,6 %) und die Steiermark (+3,0 %) die Bundesländer-Rangliste an. Das Mittelfeld bildeten Niederösterreich (+1,9 %), Wien (+1,8 %) und Kärnten (+0,7 %). In Salzburg (–0,8 %) und Vorarlberg (–0,1 %) lagen die Wohnungspreise unter dem Vorjahresniveau. Unter den Landeshauptstädten erzielte Linz mit +6,3 % den mit Abstand deutlichsten Preisanstieg. In Salzburg und Innsbruck registrierte Statistik Austria keine messbaren Veränderungen gegenüber 2024.

Österreich im EU-Vergleich auf Durchschnittsniveau

Im Durchschnitt der ersten drei Quartale 2025 — das vierte Quartal wird international erst im April 2026 veröffentlicht — verzeichnete Österreich einen Preisanstieg von 1,6 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum und lag damit gleichauf mit dem Euroraum und der Europäischen Union (jeweils +1,6 %). Den stärksten Preisrückgang innerhalb der EU wies Luxemburg mit –3,1 % aus, gefolgt von Finnland mit –2,2 %. Slowenien war mit –1,1 % das einzige Nachbarland Österreichs mit sinkendem HPI. Stärker als Österreich zulegten die Slowakei (+4,9 %), Ungarn (+3,1 %) und Tschechien (+2,5 %). Statistik Austria weist darauf hin, dass diese Eurostat-Vergleichswerte vorläufig sind und mit künftigen Veröffentlichungen revidiert werden können.

OOH-Preisindex: Selbstgenutzter Wohnraum um 2,0 % teurer

Der Preisindex für selbstgenutzten Wohnraum (Owner Occupied Housing, OOH) — der neben Kaufpreisen auch Kaufgebühren, Versicherungen sowie Reparatur- und Renovierungskosten erfasst — stieg 2025 um 2,0 % und blieb damit unter dem HPI-Gesamtanstieg von 2,6 %. Der Teilindex für die Anschaffung von neuem Wohnraum legte mit +4,0 % stärker zu (2024: +2,9 %, 2023: +1,8 %). Die Aufwendungen für den Erhalt des selbstgenutzten Wohneigentums verteuerten sich mit +2,8 % schwächer als in den Vorjahren (2024: +4,1 %, 2023: +12,5 %). Der HPI-Indexstand erreichte 2025 auf Basis 2010=100 einen Wert von 216,40 (2024: 210,88).

Die Daten stammen aus dem quartalsweise publizierten Häuserpreisindex von Statistik Austria, der auf tatsächlichen Transaktionspreisen aus Kaufverträgen basiert und als qualitätsbereinigte Zeitreihe nach EU-Verordnung 2016/792 sowie der nationalen Verordnung vom 1. Juli 2019 erstellt wird.