OPTIMUSE und STRABAG PFS sanieren gemeinsam Bestandsgebäude

Digitale Gebäudeanalyse und bauliche Umsetzung wachsen zu einem End-to-End Service zusammen
Lorenz Selinger
Lorenz Selinger
OPTIMUSE und STRABAG PFS sanieren gemeinsam Bestandsgebäude
© Michael Hedl objektiv.gesehen

Am 19. Mai 2026 haben OPTIMUSE und STRABAG Property and Facility Services (STRABAG PFS) gemeinsam zum Afterwork in das Wiener OPTIMUSE-Office geladen. Rund 100 Vertreter aus Projektentwicklung, Bestandshaltung, Generalunternehmen und technischem Asset Management folgten der Einladung. Im Zentrum stand die Frage, wie sich die ins Stocken geratene energetische Sanierung des europäischen Gebäudebestandes wirtschaftlich umsetzen lässt – und welche Rolle die Verbindung aus digitalem Gebäudezwilling und realer Bauumsetzung dabei spielt.

Hintergrund: 75 Prozent der Gebäude in der EU gelten als energieineffizient, 40 Prozent der EU-Energie werden in Gebäuden verbraucht. Die jährliche Sanierungsquote liegt bei rund 1 Prozent. Mit dem CO₂-Preis aus dem EU-ETS 2 ab 2028 und der neuen EU-Gebäuderichtlinie EPBD wird Nicht-Handeln für Eigentümer zur teuersten Option.

Zwei Welten, ein Service

Die Partnerschaft folgt einer klaren Arbeitsteilung: OPTIMUSE liefert die digitale Basis,

STRABAG PFS die physische Umsetzung.

• OPTIMUSE erstellt aus vorhandenen Bestandsplänen (PDF, Skizzen, JPEG) einen digitalen Gebäudezwilling. Über thermisch-energetische Simulationen werden Sanierungsszenarien durchgerechnet, bevor irgendwo eine Wand aufgemacht wird.

• STRABAG PFS übersetzt die Ergebnisse in einen umsetzbaren Maßnahmenplan – inklusive Machbarkeitsprüfung vor Ort, Instandhaltungsbedarf und Budget-Fit – und realisiert die Maßnahmen als Dekarbonisierungs-GU.

Im Ergebnis erhalten Eigentümer und Asset Manager einen vorstandstauglichenManagementbericht und einen Fahrplan, der direkt in die Umsetzung übergeht – statt offener Maßnahmenlisten.

OPTIMUSE arbeitet auf seiner Plattform mit KI-gestützten Verfahren, um Bestandsdaten schnell aufzubereiten, fehlende Daten zu approximieren und Simulationsergebnisse zu erzeugen. Trainiert sind die Modelle auf dem Fachwissen interner Bauphysiker und Architekten. Vor der Auslieferung geht jedes Ergebnis durch deren Qualitätskontrolle.

„Unsere Kunden bekommen Ergebnisse, keine Software, mit der sie sich beschäftigen müssen. Unsere KI ist von Bauphysikern und TGA Experten trainiert und übernimmt die Arbeit. Dieselben Experten machen den Qualitätscheck, bevor das Ergebnis zum Kunden geht. Das ist der Punkt.“
—Fabian Pitscheider, Co-Founder Optimuse

Im Fireside Chat zwischen Fabian Pitscheider (OPTIMUSE) und Reinhard Obermeier (STRABAG PFS) wurden zwei Anwendungsfälle aus der gemeinsamen Arbeit vorgestellt:

Portfolio-Grobanalyse: Für ein Bestandsportfolio mit über 100 Objekten wurde eine durchgängige Bewertung erstellt – aus heterogenen Datenbeständen, mit approximierten Werten dort, wo Daten fehlten. Ergebnis: eine priorisierte Roadmap mit Maßnahmenclustern und transparenten Kostenangaben pro Gebäude.

Einzelobjekt-Strategie 2030: Für ein Bestandsobjekt mit dem Ziel Klimaneutralität 2030 wurden digitaler Zwilling, Simulationen und Sichtprüfung vor Ort kombiniert. Daraus entstand ein Maßnahmenpaket in der Reihenfolge Betrieb → TGA → Hülle, jeweils mit Budget-Fit.

Über mehrere Projekte hinweg liegen die durchschnittlichen Einsparungen bei rund 10 Prozent der Investitionskosten (CAPEX) und 30 Prozent der Betriebskosten (OPEX).

Vor Ort waren rund 100 Fach- und Führungskräfte aus der DACH-Bau- und Immobilienwirtschaft, unter anderem Vertreter von Österreichische Post AG, Siemens, BIG, ViennaAirport, ATP, UBM und viele weitere.