PORR startet zentrale Bauphase

Grünes Licht für die zweite S-Bahn-Stammstrecke in München
Dagmar Gordon
Dagmar Gordon
Mit dem Abruf der Bauoption für die VE 734 startet die PORR offiziell die Bauphase eines zentralen Tunnelabschnitts der zweiten S
Bahn-Stammstrecke München.
Mit dem Abruf der Bauoption für die VE 734 startet die PORR offiziell die Bauphase eines zentralen Tunnelabschnitts der zweiten S Bahn-Stammstrecke München.
© DB InfraGO AG

Die PORR erreicht einen weiteren wichtigen Meilenstein beim Ausbau der Münchner Verkehrsinfrastruktur: Die DB InfraGO AG hat am 30. Juni 2026 die Bauoption für die Vergabeeinheit (VE) 734 der zweiten S-Bahn-Stammstrecke München abgerufen. Damit startet nun offiziell die Bauphase für einen zentralen Tunnelabschnitt im Osten der bayerischen Landeshauptstadt. Der Auftragsanteil der PORR liegt im dreistelligen Millionen Euro Bereich.

Mit dem Abruf der Bauoption wechselt das Projekt von der gemeinsamen Entwicklungs- und Planungsphase in die bauliche Umsetzung. Die Vergabeeinheit VE734 umfasst den Tunnelabschnitt Ost zwischen dem Münchner Ostbahnhof und der Querung Berg-am-Laim-Straße einschließlich des Rettungsschachts 9. Die PORR verantwortet dabei ein breites Leistungsspektrum – von Spezialtiefbau-, Ingenieur- und Straßenbauarbeiten bis hin zur Herstellung von Baugruben, Dükern und weiteren Infrastrukturmaßnahmen.

„Mit dem Start der Bauphase leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Zukunft der Mobilität in München. Die zweite S-Bahn-Stammstrecke ist eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte Deutschlands. Gemeinsam mit der Deutschen Bahn und unseren Projektpartnern bringen wir unsere Kompetenzen ein, um dieses Vorhaben erfolgreich umzusetzen.“ 
—Karl-Heinz Strauss - CEO der PORR AG

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Zentrale Schlüsselbauwerke für den Tunnelbau

Bereits im April 2025 hatte die PORR den Zuschlag für die MPV-Phase 1 für die Vergabepakete 2 und 3 erhalten. Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit der PORR Bereiche Ingenieurbau und Spezialtiefbau aus Deutschland sowie der Grundwasserhaltung aus Österreich.

Der Rettungsschacht 9 wird mit einer Länge von rund 65 Metern sowohl als Rettungsbauwerk für den späteren Bahnbetrieb als auch als Startschacht für den Tunnelvortrieb genutzt. Zusätzlich entsteht ein rund 55 Meter langes Querungsbauwerk in Deckelbauweise, das den Verkehrsfluss während der Bauarbeiten aufrechterhält. Ergänzt werden die Arbeiten durch umfangreiche Maßnahmen zur Baugrundverbesserung, Grundwasserhaltung sowie weitere Tief- und Straßenbauleistungen.

Ein Infrastrukturprojekt mit bundesweiter Bedeutung

Die zweite S-Bahn-Stammstrecke München zählt zu den bedeutendsten Verkehrsinfrastrukturprojekten Deutschlands. Die rund elf Kilometer lange Strecke zwischen Laim und Leuchtenbergring wird die bestehende Stammstrecke entlasten, zusätzliche Kapazitäten schaffen und die Voraussetzungen für ein leistungsfähigeres S-Bahn-System in der wachsenden Metropolregion München schaffen. Kernstück des Vorhabens ist ein rund sieben Kilometer langer Tunnel unter dem Münchner Stadtgebiet.

Erfolgreiche Projektentwicklung als Grundlage für die Umsetzung

Dem Baustart ging ein mehrstufiger Vergabeprozess nach dem Partnerschaftsmodell Schiene der Deutschen Bahn voraus. Nach Präqualifikation, Angebotsphase und mehreren gemeinsamen Workshops begann im April 2025 die Projektentwicklungsphase. Dabei erarbeiteten die Projektpartner gemeinsam das Realisierungskonzept, die Termin- und Ablaufplanung, die Risikobewertung sowie die Zielkosten. Mit dem Abruf der Bauoption (MPV-Phase 2) wurden nun die Voraussetzungen für die bauliche Umsetzung geschaffen.

Im Schulterschluss zum Erfolg

Mit Beginn der Bauphase startet die nächste entscheidende Projektetappe. Die PORR bringt dabei ihre ausgewiesene Kompetenz im Ingenieur- und Spezialtiefbau sowie im Infrastrukturbau ein und setzt die partnerschaftliche Zusammenarbeit innerhalb des Allianzmodells fort. Ziel ist die erfolgreiche Realisierung eines Projekts, das die Mobilität in der Metropolregion München langfristig verbessern wird.