Raiffeisen Immobilien: Burgenland bleibt Österreichs leistbarster Immobilienmarkt!

Während andere Regionen kämpfen, punktet das Burgenland mit stabilen Preisen und hoher Leistbarkeit
Lorenz Selinger
Lorenz Selinger
Raiffeisen Immobilien: Burgenland bleibt Österreichs leistbarster Immobilienmarkt!
© ImmoFokus

Der burgenländische Immobilienmarkt behauptet sich seit dem Ende der Niedrigzinsphase 2022 als einer der stabilsten in Österreich. Während in hochpreisigen Regionen die Preise deutlich nachgaben, sanken die Preise für Einfamilienhäuser im Burgenland seit Mitte 2022 lediglich um 1,7 Prozent. Gleichzeitig zieht die Kreditnachfrage wieder spürbar an — ein Signal, dass zurückgestellte Projekte nun konkret umgesetzt werden. Das zeigt eine aktuelle Markteinschätzung von Raiffeisen Immobilien und Raiffeisen Research (Stand: Juli 2026).

Leistbarkeit als struktureller Wettbewerbsvorteil

Wer im Burgenland 2025 ein Einfamilienhaus kreditfinanziert erwarb, wendete rund ein Viertel des monatlichen Haushaltseinkommens für Zinsen und Tilgung auf. In Vorarlberg lag dieser Wert bei 68 Prozent, in Salzburg bei rund 72 Prozent. Das Burgenland weist damit österreichweit die höchste Leistbarkeit beim Erwerb eines Eigenheims auf. (Quelle: RBI/Raiffeisen Research)

Matthias Reith, Senior Ökonom und Immobilienexperte bei Raiffeisen Research
Matthias Reith, Senior Ökonom und Immobilienexperte bei Raiffeisen Research
 „Niedrigere Preise und damit bessere Leistbarkeit waren in den letzten Jahren ein klarer Wettbewerbsvorteil für den burgenländischen Immobilienmarkt.“
—Matthias Reith, Senior Ökonom und Immobilienexperte bei Raiffeisen Research

Kreditnachfrage erholt sich — zurückgestellte Projekte werden reaktiviert

Nach einer Phase der Zurückhaltung verzeichnet die Raiffeisenlandesbank Burgenland im privaten Wohnbaubereich eine steigende Nachfrage nach Finanzierungen.

Rudolf Suttner, Vertriebsvorstand der Raiffeisenlandesbank Burgenland
Rudolf Suttner, Vertriebsvorstand der Raiffeisenlandesbank Burgenland
„Vor allem in den wachstumsstarken Regionen des Nordburgenlands beobachten wir eine zunehmende Nachfrage nach Wohnbaufinanzierungen. Gleichzeitig ist auch in den südlichen Bezirken das Interesse an Sanierungen, Modernisierungen und Investitionen in bestehenden Wohnraum unverändert hoch. Viele Projekte, die in den vergangenen Jahren aufgrund wirtschaftlich herausfordernder Rahmenbedingungen, hoher Baukosten und restriktiver Finanzierungsbedingungen zurückgestellt wurden, werden nun wieder aktiv aufgegriffen und konkret umgesetzt. Diese Entwicklung zeigt sich deutlich in der steigenden Zahl qualifizierter Finanzierungsanfragen.“
—Rudolf Suttner, Vertriebsvorstand der Raiffeisenlandesbank Burgenland

Regionale Nachfragetrends: Nord, Mitte und Süd im Überblick

Die Nachfrage nach Wohnimmobilien im Burgenland bleibt laut den Expert:innen von Raiffeisen Immobilien stabil. Besonders gefragt sind Regionen mit guter Anbindung an den Wiener Zentralraum — darunter Eisenstadt, Eisenstadt Umgebung und das Nordburgenland. Als „Dauerbrenner" der Immobiliennachfrage gelten die Lagen rund um den Neusiedler See und den Neufelder See, wo Käufer:innen das Klima und den Freizeitwert schätzen.

Im Mittelburgenland lassen sich aktuell vor allem Objekte mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis vermarkten; günstigere Angebote sprechen Menschen an, die einen Zweit- oder Alterswohnsitz im Grünen suchen. Im Südburgenland fällt die Nachfrage verhaltener aus und hängt stärker von der jeweiligen Zielgruppe ab: Junge Paare suchen leistbare Einfamilienhäuser mit guter Infrastruktur, während ältere Kaufinteressent:innen aus den westlichen Bundesländern sowie aus Deutschland Bungalows und traditionelle Streckhöfe in ruhiger Lage nachfragen.

Trend zur „Sorglos-Immobilie": Preis schlägt Ausstattung

Martina Schiller-Jankoschek, Teamleitung Burgenland bei Raiffeisen Immobilien
Martina Schiller-Jankoschek, Teamleitung Burgenland bei Raiffeisen Immobilien
 „Für viele Kaufinteressenten ist derzeit vor allem der Preis ausschlaggebend. Die Bereitschaft, für eine ehemals hochwertige Ausstattung gebrauchter Immobilien einen Aufpreis zu zahlen, ist deutlich gesunken.“ Generell registriert Raiffeisen Immobilien einen Trend zur sogenannten „Sorglos-Immobilie“: Objekte mit kleineren Gärten und überschaubarer Wohnfläche gewinnen an Beliebtheit, da sie weniger Zeit- und Kostenaufwand in der Erhaltung verursachen."
—Martina Schiller-Jankoschek, Teamleitung Burgenland bei Raiffeisen Immobilien

Neues Vormerk-Service: 48 Stunden Exklusivzugang

Raiffeisen Immobilien lanciert für Suchende im Burgenland ein exklusives Vormerk-Service. Vormerkkunden erhalten individuell abgestimmte Immobilienangebote 48 Stunden lang exklusiv — noch vor der Veröffentlichung auf raiffeisen-immobilien.at und den großen Immobilienportalen.

Michael Mack, Geschäftsführer von Raiffeisen Immobilien NÖ/Wien/Burgenland
Michael Mack, Geschäftsführer von Raiffeisen Immobilien NÖ/Wien/Burgenland
„Bei der Anmeldung auf raiffeisen-immobilien.at/suchauftrag geben Interessenten daher ihren Suchwunsch einfach und bequem online an. Danach werden sie von einem unserer Mitarbeitenden kontaktiert, um allfällige offene Fragen abzuklären, und in unsere exklusive Vormerkkunden-Datenbank aufgenommen.“
—Michael Mack, Geschäftsführer von Raiffeisen Immobilien NÖ/Wien/Burgenland

Haushaltswachstum schafft zusätzlichen Wohnraumbedarf

Bis 2035 wächst die Bevölkerung im Burgenland laut Prognosen nur leicht. Die Zahl der Haushalte steigt im gleichen Zeitraum jedoch um rund 4,5 Prozent — deutlich stärker als die Einwohnerzahl. Ursache ist der Trend zu kleineren Haushalten: Österreichweit sinkt die durchschnittliche Haushaltsgröße von 2,17 Personen im Jahr 2025 auf 2,11 Personen im Jahr 2035. (Quelle: Statistik Austria) Diese Entwicklung erzeugt zusätzlichen Wohnraumbedarf, auch ohne starkes Bevölkerungswachstum.

Baulandreserven dämpfen künftigen Preisdruck

Trotz steigender Nachfrage rechnen die Raiffeisen-Expert:innen nicht mit einer überdurchschnittlichen Preisentwicklung im Burgenland. Laut ÖROK (Österreichische Raumordnungskonferenz) sind rund 30 Prozent der bebaubaren Flächen im Burgenland bereits gewidmet, werden aber derzeit noch nicht bebaut — der höchste Anteil aller Bundesländer. Zum Vergleich: In Salzburg beträgt dieser Anteil rund 13 Prozent, in Wien etwa 7 Prozent. Das Angebot lässt sich im Burgenland damit deutlich leichter ausweiten als in anderen Bundesländern, was einem starken Preisanstieg strukturell entgegenwirkt.

Eigenheim dominiert — Eigentumswohnung bleibt Randphänomen

Während Raiffeisen Research seit dem Ende der Hochzinsphase 2022 österreichweit einen Trend zur Eigentumswohnung beobachtet, bleibt im Burgenland das Einfamilienhaus die dominierende Wohnform. Rund 65 Prozent der Haushalte wohnen im selbst genutzten Eigenheim — der höchste Wert aller Bundesländer. Eigentumswohnungen spielen dagegen eine untergeordnete Rolle: Nur 4 Prozent aller in Wohnungen lebenden Haushalte besitzen diese auch.

Die Kombination aus strukturell hoher Leistbarkeit, großen Baulandreserven und stabiler Eigenheimkultur positioniert den burgenländischen Immobilienmarkt als einen der widerstandsfähigsten in Österreich. Die anziehende Kreditnachfrage und das prognostizierte Haushaltswachstum dürften die Nachfrage mittelfristig weiter stützen, ohne dass die Raiffeisen-Experten einen überdurchschnittlichen Preisanstieg erwarten.