RE/MAX sieht Aufschwung am Immobilienmarkt

Nahezu alle Immobilientypen haben 2025 gegenüber 2024 bei den Verkäufen wie bei den Umsätzen zugelegt.
Michael Neubauer
Michael Neubauer
RE/MAX sieht Aufschwung am Immobilienmarkt
© ImmoFokus

Für den Gesamtmarkt ergibt dies gegenüber dem schwachen Jahr 2024 einen Mengenzuwachs von 16,8 % und einen Mehrumsatz von 20,3 %. Historisch betrachtet sind die Verbücherungszahlen auf dem Niveau von vor zehn Jahren und 8,6 % unter dem Zehnjahresschnitt.

Die Talsohle 2024 ist durchschritten und der Aufschwung 2025 stärker als der Rückgang 2023. 117.782 Verbücherungen im Jahr 2025 sind bereits 91,4 % des Zehnjahresschnitts (-16.928 fehlen noch), aber die Tendenz ist klar ersichtlich und die beiden Trendbundesländer Wien und Vorarlberg zeigen einen Aufschwung, den die anderen Bundesländer wahrscheinlich 2026 noch realisieren werden.

Historisch betrachtet liegt die Immobilienstückzahl 2025 zwischen jenen der Jahre 2015 (112.124) und 2016 (121.436). Der Abstand zum Rekordjahr 2021 (damals 163.266 Einheiten) hat sich von -62.412 Stück (2024) auf -45.484 im Jahr 2025 verringert.

Umsatzwachstum wie jenes von 2017 auf 2019, aber in einem Jahr

Das Umsatzwachstum von +5,84 Mrd. Euro 2025 ist nach dem Wegfall von -2,54 Mrd. Euro 2024 und vor allem von -12,70 Mrd. Euro 2023 eine Wohltat für die Volkswirtschaft.

Lag der Umsatz 2024 mit 28,77 Mrd. Euro historisch betrachtet etwas über den 28,13 Mrd. Euro aus 2017, so ähnelt der 2025-Umsatz mit 34,61 Mrd. Euro eher den 34,35 Mrd. Euro aus dem Jahr 2019. Der Schub 2025 hat also für das Aufholen von zwei „normalen“ Jahreswachstumsraten gereicht.

Mit dem Wegfall der Ursachen für den Einbruch am Immobilienmarkt seit 2021 kommt der Markt wieder schrittweise zurück.

„Die rückläufige Inflation und das geringere Zinsniveau, aber auch psychologische Effekte wie das medial breitgetretene Ende der KIM-Verordnung – die in Wirklichkeit nur eine Umwandlung von einer Verordnung in eine dringende Empfehlung war – und vor allem Gewöhnungseffekte an das Ende der Nullzinsphase, haben zu dieser Trendumkehr geführt.“
—Bernhard Reikersdorfer, Managing Director von RE/MAX Austria.
„Bei allen anderen Immobilientypen ist mehr Nachfrage und mehr Umsatz als 2024 zu bemerken, vor allem bei den wichtigsten, den Wohnungen, Einfamilienhäusern, Grundstücken und den ‚sonstigen Gebäuden. Der Vergleich des Jahres 2024 mit einem Landeanflug und Touchdown um den Jahreswechsel 2024/25 hat mehr als gestimmt, 2025 sehen wir einen gelungenen Neustart.“
—Anton Nenning, Head of Communicaton & Research, RE/MAX Austria. 

Maßnahmen zur Wohnraumschaffung notwendig, um drohende Preisrallye zu dämpfen

Zusätzliche Maßnahmen, die eine weitere Stabilisierung dieses volkswirtschaftlich wichtigen Wirtschaftszweigs fördern sind aus vielerlei Gründen erforderlich und in der Regel auch gar nicht budgetbelastend, sondern schnell refinanziert oder überhaupt nur bürokratievermindernd.

Die 2025 erfolgte Ankündigung eines bundeseinheitlichen Wohnbaukreditprogramms für junge Menschen ist auf jeden Fall zu begrüßen. „Die Schaffung von Immobilieneigentum sollte unbedingt gefördert werden. Eigentum bedeutet mehr Selbstbestimmung und Freiheit, geringere Kosten in der Pension und daher einen Schutz vor Altersarmut, auch dann, wenn das Pensionssystem in naher Zukunft immer mehr Menschen möglicherweise nur mehr überschaubar unterstützen kann“, so Reikersdorfer weiter.

„Es muss allerdings im gleichen Atemzug auch dringend in die Bereitstellung von zusätzlichem Wohnraum intensiviert werden, ob durch Neubau, Umbau, Sanierung, Verdichtung. Wir brauchen bei steigender Nachfrage nach Wohnraum dringend mehr Angebot, damit massive Preissteigerungen, aufgrund einer Angebotsknappheit, in Zukunft hintangehalten werden“, appelliert Reikersdorfer.