REITs rücken derzeit wieder stärker in den Fokus von Anlegern

Günstige Bewertungen eröffnen Einstiegschancen
Lorenz Selinger
Lorenz Selinger
REITs rücken derzeit wieder stärker in den Fokus von Anlegern
© PGIM

Börsennotierte Immobilienwerte gewinnen bei Anlegern wieder an Aufmerksamkeit. Ausschlaggebend sind vor allem die Bewertungen: Aus Sicht von PGIM bieten die aktuellen Niveaus „einen überzeugenden Einstiegspunkt“. Historisch haben börsennotierte Immobilienwerte Aktienmärkte häufig dann übertroffen, wenn ihre Bewertung im Verhältnis zum breiten Aktienmarkt besonders niedrig war. Hinzu kommt die strukturelle Stärke des Geschäftsmodells:„Langfristige Mietverträge und ein begrenztes Immobilienangebot sorgen üblicherweise für stabile Cashflows“ und machen Erträge besser planbar als bei klassischen Aktien, die stärker von makroökonomischen Schwankungen abhängen.

Angebotsmangel stützt Fundamentaldaten

Die Fundamentaldaten im Immobiliensektor profitieren derzeit von einer ausgeprägten Angebotsknappheit. Das Neubauangebot befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Gestiegene Baukosten, strengere Finanzierungsbedingungen und allgemeine Marktunsicherheit haben die Bautätigkeit in den vergangenen Jahren deutlich gebremst. In zentralen Segmenten wie Wohnimmobilien, Seniorenwohnen, Einzelhandel und Industrieimmobilien stärkt das begrenzte neue Angebot die Auslastung und erhöht die Preissetzungsmacht der Eigentümer. Das bestehende Angebot wurde weitgehend vom Markt absorbiert; da die Projektpipeline dünn bleibt, dürften die Angebotsengpässe auch in den kommenden Jahren anhalten.

Hohe Auslastungsquoten stärken Preissetzungsmacht

Die Vermietungsquoten verharren in weiten Teilen des Marktes auf hohem Niveau und spiegeln die geringe Verfügbarkeit hochwertiger Flächen wider. Steigende Zinsen erschweren zusätzlich den Erwerb von Wohneigentum, wodurch Mietwohnungen für viele Haushalte attraktiver werden und die Nachfrage nach Mietobjekten weiter steigt. Diese engen Angebots-Nachfrage-Verhältnisse treiben das Mietwachstum voran. Besonders in unterversorgten Marktsegmenten ergeben sich dadurch Chancen zur Erzielung von Alpha.

Immobilien in Portfolios strukturell untergewichtet

Mit einem Anteil von 15 % stellen Gewerbeimmobilien die drittgrößte Anlageklasse auf dem US-Investmentmarkt dar und bilden neben Aktien, Anleihen und Liquidität einen zentralen Baustein eines breit diversifizierten Portfolios. Anleger, die ihre Immobilienallokation über den S&P 500 abbilden, sind jedoch deutlich untergewichtet: Der Index weist lediglich eine Immobilienquote von 2,0 % auf. Diese strukturelle Lücke zwischen tatsächlicher Marktbedeutung und Portfoliogewichtung signalisiert erhebliches Aufholpotenzial für Investoren, die eine gezielte Immobilienallokation anstreben.