Revo Hospitality Group schickt 140 ihrer Gesellschaften in die Insolvenz

In Eigenverwaltung soll das Hotelportfolios restrukturiert werden – auch österreichische Hotels betroffen
Michael Neubauer
Michael Neubauer
Revo Hospitality Group schickt 140 ihrer Gesellschaften in die Insolvenz
© Union Invest

Die europaweit tätige Revo Hospitality Group hat für rund 140 ihrer Gesellschaften Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das entsprechende Verfahren wurde Mitte Jänner beim zuständigen Gericht in Deutschland eröffnet. Ziel ist eine umfassende Restrukturierung des Hotelportfolios, während der operative Betrieb der Häuser fortgeführt werden soll. Von der Sanierung sind auch Standorte in Österreich betroffen.

Revo Hospitality betreibt insgesamt rund 250 Hotels in zwölf europäischen Ländern, darunter auch mehrere Häuser in Österreich. Nach Unternehmensangaben entfallen etwa 125 Hotels in Deutschland und Österreich auf jene Gesellschaften, die in das Insolvenzverfahren einbezogen sind. Genaue Details zu einzelnen österreichischen Standorten wurden bislang nicht veröffentlicht, Branchenkreisen zufolge sind jedoch sowohl urbane als auch touristische Lagen betroffen.

Insgesamt beschäftigt die Gruppe rund 5.500 Mitarbeiter in Deutschland und Österreich. Für die Beschäftigten soll der laufende Betrieb zunächst gesichert bleiben: Die Löhne und Gehälter werden im Rahmen der Insolvenz über eine Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes abgesichert. Revo betont, dass es sich nicht um eine Betriebsschließung, sondern um ein Sanierungsverfahren mit Fortführungsperspektive handle.

Als Ursachen für die wirtschaftliche Schieflage nennt das Unternehmen mehrere Faktoren. Dazu zählen ein starkes Wachstum durch Übernahmen in den vergangenen Jahren, komplexe Konzernstrukturen sowie deutlich gestiegene Kosten für Personal, Energie, Mieten und Betriebsmittel. Gleichzeitig blieben die erwarteten Erholungseffekte im europäischen Hotelmarkt hinter den Prognosen zurück, was den Liquiditätsdruck erhöhte.

Im Rahmen der Eigenverwaltung soll nun ein Restrukturierungs- und Investorenprozess gestartet werden. Ziel ist es, das Portfolio zu stabilisieren, unrentable Strukturen zu bereinigen und mittelfristig neue Kapitalpartner oder Eigentümerlösungen zu finden. Der Sanierungszeitraum wird von den Verantwortlichen mit mehreren Monaten angegeben.

Für den österreichischen Immobilien- und Hotelmarkt hat die Entwicklung Signalwirkung: Der Fall Revo verdeutlicht die Herausforderungen für internationale Betreiber mit großen Portfolios – insbesondere in einem Umfeld steigender Kosten und veränderter Nachfrage. Gleichzeitig könnten sich im Zuge der Restrukturierung Chancen für Investoren, Eigentümer und Betreiber ergeben, etwa durch Neuverhandlungen von Pacht- und Managementverträgen oder durch selektive Übernahmen einzelner Standorte.

Wie sich die Insolvenz konkret auf die österreichischen Hotels auswirkt, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen.