RLB OÖ startet Bau der neuen Konzernzentrale in Linz

Die RLB OÖ errichtet bis 2029 ein neues Headquarter in Holz-Hybrid-Bauweise in Linz.
Ferdinand Neubauer
Ferdinand Neubauer
v.l.n.r: Bürgermeister der Stadt Linz Dietmar Prammer, OÖ Landeshauptmann Thomas Stelzer, RLB OÖ-Generaldirektor Reinhard Schwendtbauer, Beteiligungs- und Immobilienvorstand der RLB OÖ Gerald Aichhorn
v.l.n.r: Bürgermeister der Stadt Linz Dietmar Prammer, OÖ Landeshauptmann Thomas Stelzer, RLB OÖ-Generaldirektor Reinhard Schwendtbauer, Beteiligungs- und Immobilienvorstand der RLB OÖ Gerald Aichhorn
© Elephants 5

Mit dem Spatenstich am 21. Mai 2026 hat die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich offiziell den Bau ihrer neuen Konzernzentrale im Linzer Neustadtviertel gestartet. Das achtgeschossige Gebäude zwischen Goethestraße und Blumauerstraße soll bis Ende 2029 fertiggestellt werden und rund 25.000 Quadratmeter Nutzfläche bieten.

Geplant ist ein offenes Gebäude mit Büroflächen, Kundenbereichen, Gastronomie, Veranstaltungsflächen und öffentlich zugänglichen Grünräumen. Insgesamt sollen dort bis zu 1.000 Mitarbeitende arbeiten. Zusätzlich entstehen neue Aufenthaltsbereiche und eine Fußgängerzone.

„Die neue Konzernzentrale wird in Holz-Hybrid-Bauweise errichtet. Das Holz stammt aus den Wäldern jener Regionen, die die RLB OÖ seit mehr als 125 Jahren begleitet“, sagt Generaldirektor Reinhard Schwendtbauer. „Unser Anspruch ist es, hier bis Ende 2029 den modernsten Finanzplatz des Landes zu errichten.“

Die Bank setzt beim Neubau auf flexible Arbeitskonzepte. Vorgesehen sind unterschiedliche Zonen für konzentriertes Arbeiten, Austausch und Besprechungen. Homeoffice und hybrides Arbeiten würden laut Schwendtbauer neue Anforderungen an Büroflächen schaffen: „Das Büro der Zukunft muss überzeugen, nicht verpflichten.“

Das Architekturkonzept stammt vom Münchner Büro HENN, das 2019 einen Wettbewerb gewann. Herzstück des Gebäudes ist ein offenes Atrium mit durchgehender Wegeverbindung über alle Geschosse. Im Erdgeschoss sind ein öffentliches Café, Gastronomieflächen und mögliche Geschäftseinheiten geplant. In den oberen Etagen entstehen Büroflächen, Indoor-Garden und Gesundheitsbereiche.

„Als Herzstück des Gebäudes verbindet das offen gestaltete Atrium Menschen und Ideen über Bereichsgrenzen hinweg“, sagt Immobilienvorstand Gerald Aichhorn. Das Gebäude solle bewusst offen gestaltet werden und öffentliche Nutzungen integrieren.

Auch beim Energiekonzept setzt die RLB OÖ auf erneuerbare Technologien. Geplant sind 87 Erdwärmesonden mit bis zu 150 Metern Tiefe, Photovoltaik-Anlagen und ein campusweites Anergienetz. Das Gebäude soll ganzjährig energieautark beheizt und gekühlt werden.

Zusätzlich werden rund 5.000 Quadratmeter asphaltierte Fläche entsiegelt und 53 neue Bäume gepflanzt. Ein Teil der Goethestraße wird zur verkehrsberuhigten Fußgängerzone umgebaut. Außerdem entstehen 370 Tiefgaragenplätze, davon 70 mit E-Ladestationen, sowie mehr als 130 Fahrradstellplätze.

Errichtet wird die Konzernzentrale in Holz-Hybrid-Bauweise. Dafür werden rund 12.640 Festmeter Holz verwendet. Die Umsetzung übernimmt WIEHAG Timber Construction aus Oberösterreich.

„Gebäude dieser Art zeigen eindrucksvoll, dass Holzbau auch bei komplexen, mehrgeschossigen Gebäuden eine tragfähige Lösung ist.“
—Erich Wiesner, WIEHAG-Eigentümer. 

Laut den Projektverantwortlichen verursacht das Tragwerk gegenüber einer klassischen Stahlbetonkonstruktion rund 36 Prozent weniger vorgelagerte CO2-Emissionen. Rund 3.150 Tonnen CO2 sollen langfristig im verbauten Holz gespeichert werden.

Auch die Österreichischen Bundesforste sehen das Projekt als Signal für nachhaltiges Bauen.